Während viele aus dem Ensemble den letzten Drehtag als Abschied erlebten, war Iain Armitage erleichtert über das Serienende. Für Iain Armitage (18) war er eine Befreiung: Der Darsteller des Sheldon Cooper sei von allen Beteiligten „am glücklichsten“ über das Ende von „Young Sheldon“ gewesen, wie Variety über seine Erleichterung berichtet.
Der Anlass ist ein Buch: In Jessica Radloffs Oral History „Young Sheldon: The (Juicier-Than-Meemaw's-Brisket) Inside Story of the Hit Comedy“, erschienen am 20. Oktober 2026, schildert der 18-Jährige die letzte Staffel – und den Druck, den die Dauer-Trauer der anderen auf ihn machte.
Trauer, die er nicht aushalten wollte
Was ihn belastete, war nicht das Serienende selbst, sondern der lange Abschied davor. Über die letzte Staffel lag nach seiner Beschreibung ein dauerhafter Zustand der Trauer, den er als „heavy and annoying and weird“ beschreibt – schwer, nervig und seltsam.
Er habe sich geweigert, „für immer in dieser Schwere zu bleiben“, sagt Armitage. Seine Mutter Lee Armitage habe ihm früh ein „sehr gesundes Gefühl für Vergänglichkeit“ vermittelt: dass nichts Gutes ewig hält, dass sich alles verändert – und dass genau das gut ist.
Gleichgültig war ihm die Serie deshalb nicht. Der Abschied fiel ihm schwer, nur anders als den Kolleginnen und Kollegen.
„Rückblickend ist es nostalgisch traurig. Ich vermisse die Arbeit bei Warner Bros., ich vermisse das Team und die Menschen, die ich liebe. Ich liebe den Akt des Schauspielens.“
Zugleich benennt er die Last als Kinderstar: Es sei ein „komplettes Privileg“ gewesen, an der Serie mitzuwirken, aber auch „ein großes Unterfangen für einen Achtjährigen“. Er habe „immer sein Bestes gegeben, und manchmal sind Kinder nicht perfekt“.
„23-jähriger Sheldon wäre furchtbar“
Sein stärkstes Argument gegen eine Fortsetzung ist ein künstlerisches. „Ich würde es hassen, in einer Serie den 23-jährigen Sheldon zu spielen. Das wäre furchtbar. Das würde ich nicht wollen. Es war also der perfekte Zeitpunkt, sie zu beenden“, sagt er.
Dass die siebte Staffel der richtige Schlusspunkt war, war keine Verlegenheitslösung: Nachdem der Sender 2021 drei weitere Staffeln bestellt hatte, erkannten die Autorinnen und Autoren, dass die Geschichte organisch zu Ende geht – Sheldon verlässt die Familie fürs College, sein Vater George Sr. stirbt.
Für die Zeit danach nennt er konkrete Pläne: mehr Zeit in Virginia, wo er leben wollte, Reisen – und die Bereitschaft, „whatever movie comes up“ zu drehen, also jedes sich bietende Filmprojekt anzunehmen. Er war schon als Kind im Geschäft und interviewte mit sieben Jahren Broadway-Stars, ehe er mit neun als Sheldon weltberühmt wurde – Iain Armitages Weg vom YouTube-Kritiker zum Serienstar.
Gereizte Stimmung am Set
Armitages Erleichterung traf auf ein Ensemble, das anders fühlte. Lance Barber, Darsteller des George Sr., beschreibt in dem Buch eine gereizte Grundstimmung in der letzten Staffel. Annie Potts, Sheldons Großmutter Meemaw, sei „sehr offensichtlich angefressen“ gewesen, „und das lautstark, wie sie eben ist“.
Barber räumt ein, er habe sich „ein bisschen schuldig gefühlt, weniger enttäuscht zu sein als die anderen“. Wie The Independent über die Spannungen am Set berichtet, bestätigt er zugleich Armitages Aufbruch – und dass sich bei mehreren Beteiligten etwas aufgestaut hatte.
„Und Iain war auch bereit … weiterzuziehen, künstlerisch und vielleicht persönlich … bei Dingen, die sich gegen Ende der Staffel ein wenig aufgestaut hatten. Ich glaube, viele fanden, dass es Elemente der Serie gab, von denen sie sich lösen wollten.“
Abgesagte Thanksgiving-Folge
Armitages Distanz zum Franchise ist keine Rhetorik: Er sagte eine Rückkehr als Sheldon im Spin-off „Georgie & Mandy's First Marriage“ (Start 2024) ab – konkret ging es um eine Thanksgiving-Folge der ersten Staffel.
Das Angebot sei „freundlich und großzügig“ gewesen, sagt seine Mutter Lee Armitage in dem Buch: „Wenn ich länger darüber nachdenke … hätten wir vielleicht zu einem Ja kommen können, aber er und sein Agent fanden, dass es wichtig sei, erst andere Rollen zu machen.“
„Ich war einfach enttäuscht. Wir wollten, dass diese Geschichte für diese Familie weitergeht, und offensichtlich ist Sheldon ein entscheidender Teil dieser Familie. Die Thanksgiving-Folge mit ihm wäre wunderbar gewesen, aber ihre Begründung ist nachvollziehbar.“
Lorre gibt damit zu, dass die Absage weh tat – und räumt ein, dass die Begründung trägt. Bis heute ist Armitage in keiner Funktion in das „Big Bang Theory“-Universum zurückgekehrt.
Ob es dabei bleibt, ist offen. Das Franchise läuft ohne ihn weiter – und eine späte Zusage für eine weitere Spin-off-Folge wäre ebenso eine Nachricht wie eine zweite Absage.
