Annika Lau schämte sich für ihren Blick auf Sohn Bas
Eine Kita-Erzieherin sagte Annika Lau, ihr Sohn sei anders – dafür schämte sie sich. Jetzt spricht sie über Bas' ADHS-Diagnose, den stundenlangen Streit mit Frederick Lau über Medikamente und ihr Buch.
Annika Lau (47) hat sich für ihren Blick auf den eigenen Sohn geschämt. Eine Erzieherin hatte ihr im Entwicklungsgespräch der Kita gesagt, ihr Kind sei anders. Bas ist heute zehn, er hat ADHS – und seine Mutter spricht jetzt öffentlich über die Jahre davor.
Anlass ist ein Interview, das am 26. Oktober veröffentlicht wurde. Darin erzählt Lau, wie sehr die ADHS-Diagnose ihres Sohnes die Ehe stärkt. Mit Frederick Lau (37) ist sie seit 2015 verheiratet.
Der Satz der Erzieherin
Scham, für sich selbst und für ihre Erziehung – was der Hinweis der Erzieherin auslöste, beschreibt sie in dem Interview, in dem sie diese Scham niemandem wünscht:
„Ich habe mich für mich selbst, meine Erziehung und meinen Blick auf mein Kind geschämt. Diese Scham wünsche ich niemandem.“
Annika Lau, Moderatorin
Vor der Diagnose standen andere Hilfen: Bas hatte in der Kita einen I-Status. Er bekam Ergotherapie, ein- bis zweimal pro Woche, dazu Psychotherapie.
Die Diagnose fällt vor der Einschulung
Die ADHS-Diagnose kam kurz vor dem Schulstart. Sie fiel im Rahmen einer besonderen Prüfung, die wegen Bas' I-Status nötig war.
Von der Kita bis zum Buch
2015
Annika und Frederick Lau heiraten
Kita-Zeit von Bas
Eine Erzieherin weist auf das „Anderssein“ hin
Im Entwicklungsgespräch fällt der Satz, Bas bekommt in der Kita einen I-Status.
kurz vor der Einschulung
Eine besondere Prüfung ergibt ADHS
7. Oktober 2026
Das Buch „Ihr Kind ist anders“ erscheint
Herausgeber ist der ZS Verlag.
Oktober 2026
Gespräch bei der Psychiaterin über eine Dosiserhöhung
Der Sohn sagt, er sei „eh nur das Versuchskaninchen“ – Lau lehnt die Erhöhung ab.
26. Oktober 2026
Das Interview erscheint
Streit um die Tabletten
Über die Medikation stritten die beiden nach Laus Angaben stundenlang. Sie wollte, dass der Sohn in der Schule zurechtkommt und Freunde findet.
„Freddy war den Medikamenten gegenüber sehr skeptisch“, sagt sie. „Er hatte immer das große Ganze im Blick – und vielleicht hatte er damit auch recht.“
Ihre Gegenposition bleibt: „Ich möchte nicht, dass er ständig negativ auffällt, allein ist oder keine Freunde hat. Ich möchte, dass er die Schule schafft und integriert ist.“
Getrennt hat der Streit die beiden nach Laus Darstellung nicht:
„Wir sind dadurch wahrscheinlich enger zusammengerückt als viele andere Paare. Wir mussten sehr große Entscheidungen treffen und alles bis ins Letzte diskutieren.“
Annika Lau, Moderatorin
Absetzen im Skiurlaub
In einem Skiurlaub setzte das Paar die Medikamente ab. Bas wirkte nach ihrer Schilderung wie ein Roboter und klagte über Schmerzen in der Herzgegend. Beide weinten.
Heute bekommt Bas weiter Medikamente, die Dosierung wird ständig überprüft. Kurz vor dem Interview saß die Familie bei der Psychiaterin, die eine Erhöhung vorschlug. Lau lehnte ab – der Sohn hatte geweint und gesagt, er sei „eh nur das Versuchskaninchen“.
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Das Buch und die Frage nach der Mode
Die Idee zu dem Buch kam von Frederick Lau. Es heißt „Ihr Kind ist anders“, erschien im ZS Verlag und ist seit dem 7. Oktober im Handel.
Lau kennt den Vorwurf, ADHS sei eine Modeerscheinung. Ihre Antwort darauf fällt deutlich aus:
„Ich wünschte, es wäre tatsächlich eine Mode, die wieder vergeht. Ich wünschte, mein Sohn und auch ich müssten das nicht erleben.“
Annika Lau, Moderatorin
Ob die Psychiaterin die Erhöhung erneut vorschlägt, ist offen. Die Dosierung wird weiter überprüft.