Guido Maria Kretschmer nennt Dieter Bohlen Gottes dritte Garnitur
Bild: KI-generiert
Supertalent-Jury

Guido Maria Kretschmer nennt Dieter Bohlen Gottes dritte Garnitur

Zwölf Jahre nach dem Ende bei „Das Supertalent“ rechnet Guido Maria Kretschmer mit Dieter Bohlen ab: „Nicht gut“, sagt er über die Zusammenarbeit – und nennt den Produzenten „Gottes dritte Garnitur“.

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Auf die Frage, wie er mit Dieter Bohlen (72) als Jury-Kollege klargekommen sei, antwortete Guido Maria Kretschmer (61) mit zwei Worten: „Nicht gut.“ Zwölf Jahre nach dem Ende der gemeinsamen Zeit bei „Das Supertalent“ hat der Modedesigner nun ausführlich begründet, warum er mit dem Produzenten nie warm wurde.

Die Sätze fielen in dem Live-Format „Missverstehen Sie mich richtig" mit dem Linken-Politiker Gregor Gysi (78). Die Aufzeichnung entstand am 14. Juni 2026 im Kabarett-Theater Distel in Berlin, das Video erschien am 2. August 2026. Ende Oktober machte das OK!-Magazin über die Fehde mit Bohlen die Aussagen erneut zum Thema.

Ganz so knapp blieb es nicht. Als Gysi das Thema ansprach, sagte Kretschmer lachend, das sei „nicht leicht für mich“ – und wurde danach ausführlich. Der Konflikt, den er beschreibt, ist grundsätzlich: Bohlen steht seit dem Start 2007 für markige Sprüche und das Vorführen schräger Kandidaten, Kretschmer für das Gegenteil.

Zwei Staffeln neben dem Chefjuror

2013 stieß Kretschmer zur Jury von „Das Supertalent“. Er saß zwei Staffeln lang neben Dauerjuror Bohlen, zum Panel gehörten außerdem Choreograf Bruce Darnell und Model Lena Gercke. Für die neunte Staffel 2015 wurde er nicht mehr besetzt – an seiner Stelle saß Inka Bause neben Bohlen und Darnell.

Vor seinem Start hatte Kretschmer die Show noch ausdrücklich gelobt: Ihn reize, wenn No-Names „einmal in ihrem Leben die große Chance bekommen, vor Millionen Menschen zu sagen: ‚Hallo, es gibt mich, und ich bin begabt!'“ Zugleich betonte er, er wolle „Menschen nicht vorführen, auch wenn sie noch so schräg sind“ – die Kandidaten sollten eine gute Chance haben.

Von der Jury 2013 bis zur Abrechnung 2026

  1. 2013
    Kretschmer wird Juror

    Er sitzt bei „Das Supertalent“ neben Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Lena Gercke.

  2. 2014
    Letzte Staffel und Ausstieg

    Nach dem Finale meldet die „Bild“ seinen Abschied, als Grund gelten Spannungen mit Bohlen.

  3. 2015
    Neunte Staffel ohne ihn

    Inka Bause sitzt neben Bohlen und Darnell in der Jury.

  4. 14. Juni 2026
    Aufzeichnung bei Gysi

    Im Kabarett-Theater Distel in Berlin fallen die Aussagen über Bohlen.

  5. 2. August 2026
    Das Video erscheint

    Das Gespräch wird auf dem Kanal des Formats veröffentlicht.

  6. 26. Oktober 2026
    Erneut breit aufgegriffen

    Mehrere Redaktionen machen die Abrechnung mit Bohlen zum Thema.

Spott über „Gottes dritte Garnitur“

Am härtesten traf es Bohlen in einem Satz, den Kretschmer als Beobachtung über die eigene Lage schilderte. Der Produzent sei vor allem „begeistert fürs Nicht-Talent“ gewesen, sagte er. Und Bohlen habe „auch gar keine Lust gehabt“, sich mit ihm zu verstehen.

„Da muss ich sagen, dachte ich, ich sitze einmal im Leben mit Gottes dritter Garnitur da.“
Guido Maria Kretschmer, Modedesigner und Ex-„Supertalent“-Juror

Der Satz von der „dritten Garnitur“ ist die schärfste Herabsetzung des Abends – und sie trifft den Mann, der die RTL-Show seit 2007 als Chefjuror prägte. Kretschmer ordnet sich damit über Bohlen ein: er als der Kreative, der Produzent als Restposten einer göttlichen Auswahl.

Der Antichrist und der Renitente

Seinen eigenen Platz in dieser Konstellation beschrieb Kretschmer mit einer Selbstauskunft, die zugleich eine Abwertung Bohlens ist – der Bericht von t-online über das Gespräch zitiert sie im Wortlaut.

„Ich bin der Antichrist für den. Ich bin schnell, amüsant, ich bin kultiviert, offen, warm.“
Guido Maria Kretschmer, Modedesigner und Ex-„Supertalent“-Juror

Mit dem Bild vom Antichrist dreht Kretschmer die Bewertung um: Nicht er sei das Problem gewesen, sondern die unterschiedliche kulturelle Grundhaltung beider Männer. Seine Selbstbeschreibung – schnell, amüsant, kultiviert, offen, warm – macht aus dem Kollegen den Gegenentwurf.

Warmherziger fiel sein Urteil über Bruce Darnell aus. „Der Bruce ist süß. […] Ich hab' den gern, aber der weint ganz schnell. Und dann das Renitente auf der anderen Seite“, sagte Kretschmer – gemeint war mit dem „Renitenten“ Bohlen.

„Das war gar nicht meine Welt“

Sein Fazit zur eigenen Zeit in der Show fiel selbstkritisch und selbstbewusst zugleich aus.

„Ich war da, um die Quote zu verbessern. Hat auch funktioniert. Aber ich konnte das gar nicht gut, das ist gar nicht meine Welt.“
Guido Maria Kretschmer, Modedesigner und Ex-„Supertalent“-Juror

Der Satz erklärt rückblickend, warum die Chemie nie stimmte: Kretschmer wollte Geschichten und Chancen, die Sendung lieferte Provokation und Quote. An der Fernseharbeit festhalten will er trotzdem – Guido Maria Kretschmers Pläne für Beruf und TV schließen einen Rückzug aus.

Der Ausstieg 2014 war kurz nach dem Finale öffentlich geworden. Die „Bild“-Zeitung berichtete damals über den Abschied, als Grund galten Spannungen im Jury-Quartett – unter anderem soll Bohlen Kretschmers Kleidungsstil veralbert haben. Die neuen Sätze legen nahe, dass die Sticheleien nur der sichtbare Teil einer tieferen Abneigung waren.

Privates und Politik am selben Abend

Kretschmer nutzte den Abend auch für andere Themen. Über seinen Ehemann Frank Mutters sagte er: „Der Frank ist die Endstufe. Der ist meine Rettung.“ Die beiden sind nach seinen Worten seit 41 Jahren zusammen. Außerdem erzählte er von seiner politisch geprägten Kindheit, in der er FDP-Aufkleber von Jürgen Möllemann bekam.

Bohlen steht nicht zum ersten Mal im Zentrum solcher Schilderungen: Mark Medlocks Bilanz der Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen beschreibt das einstige Traum-Duo als reine Geschäftsbeziehung.

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Eine erneute gemeinsame Jury mit Kretschmer gilt nach diesen Sätzen als praktisch ausgeschlossen. Offen ist, ob Bohlen selbst auf die Schilderungen aus der Distel antwortet – oder ob nach zwölf Jahren nur die Erinnerung an einen Jurytisch bleibt, an dem zwei Welten aufeinandertrafen.