Leichenteile im Rhein bei Stein – Toter hatte Bezug zu Asylheim
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Tötungsdelikt

Leichenteile im Rhein bei Stein – Toter hatte Bezug zu Asylheim

Drei Männer ziehen am Sonntagmorgen einen schwarzen Sack aus dem Rhein bei Stein AG – darin ein menschliches Bein. Die Polizei findet weitere Leichenteile, geht von einem Tötungsdelikt aus und prüft, ob der Tote der seit Freitag vermisste 27-jährige Bewohner des nahen Asylheims ist.

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Ein schwarzer Abfallsack, darin ein menschliches Bein: Was drei Männer am Sonntagmorgen aus dem Rhein ziehen, ist für die Kantonspolizei Aargau inzwischen ein Tötungsdelikt.

Kurz vor 7.30 Uhr entdecken die Männer den Sack am Schweizer Ufer in der Gemeinde Stein, wenige hundert Meter rheinabwärts der Fridolinsbrücke, die Stein mit dem deutschen Bad Säckingen verbindet. Sie alarmieren die Polizei, der Bericht über den Fund am Rheinufer schildert die Bergung. Polizei und Taucher durchsuchen den Fluss mit einem Boot und finden im Tagesverlauf weitere Säcke mit Leichenteilen.

Spuren führen zu einem Asylheim in der Nähe

Die Kantonspolizei bestätigt einen Bezug des Toten zu der Unterkunft – aber nicht, wer er ist. Ob der Mann dort wohnte und ob es sich um den seit Freitag vermissten 27-jährigen Bewohner aus Burundi handelt, lässt sie offen.

„Dass das Opfer ein Bewohner des Asylheims ist, kann ich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bestätigen.“
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau

Vermisst wird seit Freitagabend, 22 Uhr, ein 27-jähriger Bewohner aus Burundi, der in der Unterkunft lebte. Sein Zimmergenosse sah ihn zuletzt. Am Samstag suchten Freunde den Mann, unter anderem am Rheinufer, und meldeten ihn der Polizei.

Die Ermittler stehen vor einer schwierigen Ausgangslage

Am Montag teilt die Kantonspolizei mit, die Umstände deuteten auf ein Tötungsdelikt hin. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet, das Institut für Rechtsmedizin Aargau untersucht die Leiche. Sprecher Bernhard Graser sagt, warum der Fall die Ermittler fordert:

„Meistens ist bei Gewaltverbrechen schnell klar, wer Opfer und wer Täter ist. Hier haben wir eine sehr schwierige Ausgangslage, die die Ermittler umso mehr fordert.“
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau

Genau daran hängt der Fall: Ein bestätigter Name des Toten fehlt, ein Tathergang ist nicht benannt. Am Montag sind Ermittler der Kriminalpolizei erneut am Fundort. Zeugen, die am Rheinufer auf Schweizer oder deutscher Seite verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich unter [email protected] melden.

Ein Mitbewohner bittet um Polizeischutz

Einer der drei Finder ist selbst Bewohner des Asylheims: Faustin (36) aus Burundi. Er habe am Sonntag gegen 6 Uhr am Ufer nach dem Vermissten gesucht, Faustins Bericht vom Fund am Rheinufer schildert die Szene. Der Vermisste habe sich überwacht gefühlt und sich für Menschenrechte in Burundi eingesetzt. Faustin selbst bittet um Polizeischutz.

Ob diese Eindrücke mit dem Fund zusammenhängen, ist offen. Die Behörden haben bis Dienstag weder die Identität des Toten bestätigt noch einen Zusammenhang zwischen der Menschenrechtsarbeit und der Tat hergestellt.

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Die Identität des Toten bleibt offen

Am Dienstag ist weiterhin unklar, wer der Tote ist. Die Aargauer Staatsanwaltschaft will in den nächsten Tagen über die Identität informieren. Bis dahin steht die zentrale Frage offen: Ist es der 27-Jährige, der am Freitagabend das Asylheim verließ – und wer hat ihn getötet?