Trump nennt Obama nach Cheesecake-Witz einen miserablen Präsidenten
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Midterm-Wahlkampf

Trump nennt Obama nach Cheesecake-Witz einen miserablen Präsidenten

Obama vergleicht das Weiße Haus mit einer von Saddam Hussein eröffneten Cheesecake Factory. Trump kontert mit einer persönlichen Abrechnung und nennt seinen Vorgänger „keinen klugen Kerl“ – mitten im Endspurt vor den Midterms.

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Donald Trump hat Barack Obamas Witz über die Cheesecake Factory mit einer persönlichen Abrechnung beantwortet. Am Montag, 26. Oktober, sagte der US-Präsident vor Reportern auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews in Maryland, Obamas Spott über die Goldausstattung des Weißen Hauses zeige, warum sein Vorgänger ein miserabler Präsident gewesen sei.

Wenige Stunden später legte Trump bei einer Wahlkampf-Rally in der Crossroads Arena in Mississippi nach. Der Schlagabtausch fällt in die letzten Tage vor den Midterms am 3. November, bei denen die Kontrolle über beide Kongresskammern auf dem Spiel steht – und in denen Trump und Obama ohnehin um Aufmerksamkeit ringen.

„Für Sie zu sagen, es sei eine Cheesecake Factory, das zeigt nur, warum Sie ein miserabler Präsident waren.“
Donald Trump, US-Präsident

Obamas Witz in Cleveland

Auslöser war Obamas erster großer Wahlkampfauftritt in diesem Zyklus: Am Samstag, 24. Oktober, rechnete er im Cleveland Public Auditorium vor mehr als 10.000 Zuhörern mit Trumps zweiter Amtszeit ab – „zwei Jahre Chaos, Grausamkeit, Korruption und Inkompetenz“ – und kam auf dessen Bauleidenschaft zu sprechen.

Trump baue „einen Ballsaal, der größer ist als das Weiße Haus“, habe den Rosengarten zubetoniert und einen Hubschrauberlandeplatz auf den South Lawn gesetzt. Denselben Redetext trug Obama am selben Tag in Detroit an der Cass Technical High School vor, wo er für Abdul El-Sayed warb.

„Er hat das Weiße Haus aussehen lassen, als hätte Saddam Hussein eine Cheesecake Factory eröffnet. Überall nur Gold.“
Barack Obama, ehemaliger US-Präsident

Trumps Gegenangriff

Am Montag verteidigte Trump die Renovierung als Frage der Ordnung. Das Weiße Haus sei ein Symbol Amerikas, es müsse gestrichen werden, der Außenputz dürfe nicht von den Wänden fallen, die Verzierungen an den Fenstern nicht auf einer Seite sitzen und auf der anderen abfallen. Er brauche dafür „fünf Minuten am Tag, zehn Minuten am Tag“.

Für den Zustand des Hauses fand er Superlative: Es sei heute „in besserer Verfassung als 1792“, als es erbaut wurde, die Ausgaben nannte er „peanuts“. Dabei waren im Juli 2025 rund 200 Millionen Dollar veranschlagt, inzwischen ist von 400 bis 600 Millionen Dollar die Rede, für das Gesamtpaket von bis zu einer Milliarde. Obama sei „kein kluger Kerl“, sagte Trump; „nur ein dummer Mensch würde ein Land so führen“.

„Ich würde versuchen, das einem Mann wie Obama zu erklären, aber er würde es nicht verstehen. Er versteht nicht, dass das Weiße Haus sauber, makellos, schön sein muss. Es kann keine Risse in der Säule haben.“
Donald Trump, US-Präsident

Corinth und ein Menü aus dem Weißen Haus

Am Abend wiederholte Trump die Angriffe in der Crossroads Arena in Corinth, Mississippi. Als er Obamas Namen nannte, buhten seine Anhänger. „Ich repariere Dinge sehr gut“, sagte er; die Cheesecake Factory sei „ein sehr erfolgreiches Unternehmen – er mag keine erfolgreichen Unternehmen“. Solche Auftritte nutzt er regelmäßig für weitreichende Behauptungen, etwa für einen „kleinen Preis“ für Kalifornien.

Die Regierungszentrale trat die Flucht nach vorn an: Das offizielle Weiße-Haus-Konto auf X postete ein gefälschtes Cheesecake-Factory-Menü mit Posten wie „The American Energy Feast“ und dem Satz, das Einzige, was größer sei als die Speisekarte, sei die Liste der Erfolge Trumps. Finanzminister Scott Bessent aß bei einem Mittagessen in der Cheesecake Factory einen French Dip Cheeseburger für 22,95 Dollar – und verglich Obamas Presidential Center mit „Darth Vaders Grab“.

Der Klassismus-Vorwurf

Die eigentliche Schärfe liegt in der Frage, wen der Witz verletzt. Konservative deuteten Obamas Vergleich als Herablassung gegenüber einer Kette, in der rund 650.000 Amerikaner täglich essen. Fox-News-Moderatorin Martha MacCallum sagte, der Satz erkläre, „warum die Demokraten die Mittelschicht verloren haben“ – er sei eine Art „guns and religion“-Bemerkung.

Der Pod-Save-America-Moderator Jon Favreau hielt entgegen, wer die Cheesecake Factory für ein gehobenes Lokal halte, glaube deshalb noch nicht, dass der Präsident das Design kopieren sollte. Der Streit fällt in die letzten Tage vor der Wahl am 3. November: Umfragen sehen die Demokraten deutlich vorne, Obama zog in Cleveland mehr als 10.000 Menschen an, Trump in Port Huron rund 3.000. Ob die Gold-Debatte den Republikanern hilft, entscheidet sich in einer Woche.

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