Sophia Thiel spricht von mentalem Tiefpunkt und trainiert trotzdem
Bild: KI-generiert
Psychische Krisen

Sophia Thiel spricht von mentalem Tiefpunkt und trainiert trotzdem

Sophia Thiel (31) sagt vor rund 1,2 Millionen Followern, sie sei „mental mal wieder an einem absoluten Tiefpunkt“. Trotz null Motivation und Tränen geht sie trainieren – und wehrt sich zugleich gegen eine neue Diagnose.

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„Ich bin mental mal wieder an einem absoluten Tiefpunkt.“ Mit diesem Satz tritt Sophia Thiel (31) vor ihre rund 1,2 Millionen Follower – und geht noch am selben Abend ins Fitnessstudio. Die Fitness-Influencerin beschreibt damit einen Zustand, den sie selbst als Loch bezeichnet, aus dem sie sich mit Training herausziehen will.

Die Story stammt vom Montag, 26. Oktober 2026. Darin sagt Thiel, die vergangenen Wochen seien „richtig, richtig schwierig und scheiße“ gewesen. In so einem Loch könne sie „nicht einmal die kleinsten, einfachsten Aufgaben bewältigen“ – das steht in t-onlines Zusammenfassung der Instagram-Aussagen.

Der Abend selbst zeigt den Widerspruch. Thiel hatte nach eigenen Worten „0 Motivation“ und weinte kurz vor dem Training – ihre Einheit zog sie trotzdem durch, danach kochte sie sich etwas Gesundes. Genau diese Härte gegen sich selbst hat ihre Karriere getragen; jetzt beschreibt sie sie als Kraftakt, den sie sich abringt.

Tränen, dann Training

Ihr Fazit fällt zwiespältig aus: „Ich möchte jetzt einfach wieder ein bisschen reinkommen.“ Der Satz verrät, wie weit sie von ihrem früheren Pensum entfernt ist. Thiel geht nicht ins Studio, weil sie kann, sondern weil sie wieder anfangen will – der Besuch ist ein Neustart auf Probe, keine Selbstverständlichkeit.

„Am Anfang kurz geheult, aber durchgezogen.“
Sophia Thiel, Fitness-Influencerin

Was sie danach sagt, nimmt der Geschichte die Pointe vom glücklichen Comeback: „Es war trotzdem sehr zäh. Und ich glaube, die nächsten Tage werden auch noch ein bisschen schwierig.“ Für ihre Follower heißt das: Der Tiefpunkt ist mit dem einen Training nicht vorbei.

Ein Monat ohne Gym

Die Vorgeschichte beginnt Wochen vorher. Nach eigenen Angaben war Thiel rund einen Monat lang nicht im Gym, dazu kamen eine erneute Krankheit und eine Gewichtszunahme. Wer eine Fitness-Marke führt, legt damit offen, was sonst hinter Trainingsfotos verschwindet: dass Routinen wegbrechen können und Termine nicht halten.

Der Druck hat bei Thiel eine eigene Geschichte. Im August 2026 sprach sie über enormen Druck und Perfektionswahn: „Workouts sollten mein Aussehen verändern.“ Damals klang das nach einer Erklärung für ihr früheres Verhältnis zum eigenen Körper. Jetzt liest es sich wie die Beschreibung eines Maßstabs, an dem sie noch immer gemessen wird.

Von der TV-Show zurück in die Krise

  1. 2017
    Start der TV-Show „Fitness Diaries“

    In Berlin etabliert sich Thiel als eine der bekanntesten Fitness-Influencerinnen Deutschlands.

  2. 2019
    Kompletter Rückzug

    Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verschwindet sie überraschend aus der Öffentlichkeit.

  3. 2020/2021
    Comeback und Bulimie-Beichte

    Thiel kehrt mit neuer Ausrichtung zurück, macht ihre Bulimie öffentlich und spricht seither regelmäßig über mentale Gesundheit.

  4. 2024
    Essanfälle nach „Let's Dance“

    Nach der Teilnahme an der Tanzshow berichtet sie von erneuten Essanfällen und einer depressiven Phase.

  5. August 2026
    Druck und Perfektionswahn

    Sie sagt über ihre Trainings: „Workouts sollten mein Aussehen verändern.“

  6. 26. Oktober 2026
    Der neue Tiefpunkt

    In einer Instagram-Story sagt sie: „Ich bin mental mal wieder an einem absoluten Tiefpunkt.“

Therapie und die verweigerte Diagnose

Einen Tag später legte Thiel nach. In einer weiteren Story berichtete sie von einem einstündigen Therapiegespräch, das ihr „schon wirklich sehr geholfen“ habe; darin habe ihre Therapeutin ADHS angesprochen. Wie sie die erneute Krise einordnet, steht im Focus-Bericht über die erneute psychische Krise.

„Ich will nicht noch eine Diagnose.“
Sophia Thiel, Fitness-Influencerin

Offen bleibt, worauf die Ansprache der Therapeutin sich stützt. Thiel nennt keine Einzelheiten, keine Diagnose, keinen Behandlungsplan. Sie zieht eine Grenze zwischen dem, was in der Praxis besprochen wird, und dem, was sie öffentlich über sich sagen lässt – und bestimmt damit selbst, was über sie geschrieben wird.

Ihren Followern schickt sie zum Schluss einen Satz, der die Richtung vorgibt: „Ich hoffe, euch geht's dafür umso besser.“ Ob der Neustart im Gym trägt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen – Thiel selbst rechnet mit weiteren schwierigen Tagen. Ihr nächster Beitrag wird die Antwort liefern.