Epstein-Bericht der Demokraten belastet Trump kurz vor den Midterms
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US-Wahlkampf

Epstein-Bericht der Demokraten belastet Trump kurz vor den Midterms

Acht Tage vor den Midterms legen die Demokraten im US-Justizausschuss einen 53-seitigen Bericht vor, der Trump mit Epsteins Straftaten verknüpft. Raskin fordert einen Sonderermittler – genehmigen müsste ihn Justizminister Blanche, einst Trumps eigener Strafverteidiger.

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Acht Tage vor den Midterms in den USA liegt ein 53-seitiger Bericht der Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses vor, der Präsident Donald Trump mit den Straftaten Jeffrey Epsteins verknüpft. Jamie Raskin, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, veröffentlichte das Papier am 26. Oktober, mitten im Endspurt des Wahlkampfs.

Der Bericht trägt den Titel „We Have Certain Things in Common, Jeffrey“ und stützt sich nach Darstellung der Ausschuss-Demokraten auf konkrete Schilderungen von elf Frauen. Die Autoren sehen Hinweise auf mögliche Sexualstraftaten und werfen dem Justizministerium vor, die Aufklärung zu behindern. Forderungen und Vorwürfe fasst die Presseerklärung der Ausschuss-Demokraten zum Bericht zusammen.

Der Minister und das Maxwell-Interview

Kern der Vertuschungsvorwürfe ist ein Gefängnisinterview mit Ghislaine Maxwell. Justizminister Todd Blanche leitete im Juli 2025 persönlich das Gespräch und soll Maxwell mindestens dreimal daran gehindert haben, über die als „Jane“ bezeichnete Frau zu sprechen. Die Ausschuss-Demokraten erheben den Vorwurf, das Ministerium behindere die Aufklärung; als ihre Bewertung, nicht als festgestellte Tatsache, heißt es im Bericht:

„Trumps Justizministerium scheint diese Verbrechen zu vertuschen, um den Präsidenten zu schützen.“
Jamie Raskin, ranghöchster Demokrat im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses

Raskin erhebt den Vorwurf gegen einen Mann, den Trump selbst geholt hat: Blanche war zuvor Trumps persönlicher Strafverteidiger, seit dem 10. August 2026 ist er Justizminister. Die Demokraten fordern einen unabhängigen Sonderermittler gegen Trump, mögliche Mitverschwörer und das Ministerium – und räumen ein, dass Blanche das kaum zulassen wird.

Das Weiße Haus weist alles zurück

Sprecherin Lauren Bis wies am selben Tag jede Anschuldigung zurück. „Keine dieser Anschuldigungen entspricht der Wahrheit“, erklärte sie und nannte den Bericht „nichts weiter als einen verzweifelten Versuch durchgeknallter Demokraten, die Amerikaner von dem anschwellenden republikanischen Schwung abzulenken, den die historischen Erfolge von Präsident Trump ausgelöst haben“.

Am 3. November 2026 wählen die USA ihren Kongress, über den die Mehrheiten in beiden Kammern entschieden werden; die Republikaner halten dort derzeit knappe Mehrheiten. Der Bericht erscheint acht Tage zuvor – und trifft einen Präsidenten, dessen Partei beide Kammern nur knapp verteidigt.

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Eine Schweizerin und die Nacht im Plaza Hotel

Im Bericht geht es auch um Beatrice Keul, ein ehemaliges Model aus der Schweiz. Laut dem Papier soll Trump die damals 24-Jährige im November 1993 in einer Suite des Plaza Hotels in New York während des „American Dream Pageant“ vergewaltigt haben; Epstein habe sich ihr als „Dons bester Freund“ vorgestellt. Trump bestreitet den Vorwurf.

Erst am 27. Oktober trat Keul selbst an die Öffentlichkeit. Auf die Frage, ob sie den Vorwurf öffentlich erhebe, sagte sie „Öffentlich, ja“; der Blick-Bericht über ihre erstmalige öffentliche Bestätigung schildert das Gespräch.

Von der ersten Schilderung bis zur Wahl

  1. November 1993
    Vorwurf im Plaza Hotel

    Laut dem Bericht soll Trump das damals 24-jährige Model Beatrice Keul in einer Suite des Plaza Hotels in New York missbraucht haben; Epstein stellte sich ihr als „Dons bester Freund“ vor.

  2. 1997
    Jill Harth erhebt Vorwürfe in Mar-a-Lago

    Harth klagt, Trump habe sie bei einer Veranstaltung gegen ihren Willen geküsst und begrapscht; Epstein sei der einzige weitere anwesende Mann gewesen.

  3. 2009
    Anwalt dokumentiert ein Telefonat

    Der Epstein-Anwalt Jack Goldberger hält in einer E-Mail fest, Trump habe gesagt, Epstein sei „niemals gebeten worden zu gehen“ – im Widerspruch zu späteren Aussagen Trumps.

  4. Juli 2025
    Blanche befragt Maxwell im Gefängnis

    Der heutige Justizminister leitet persönlich das Interview und soll Maxwell mindestens dreimal am Thema „Jane“ gehindert haben.

  5. 10. August 2026
    Blanche wird Justizminister

    Der frühere persönliche Strafverteidiger Trumps übernimmt das Justizministerium.

  6. 26. Oktober 2026
    Raskin veröffentlicht den Bericht

    Der 53-seitige Mitarbeiterbericht erscheint, die Demokraten fordern einen unabhängigen Sonderermittler.

  7. 3. November 2026
    Midterms in den USA

    Gewählt wird der Kongress, der über die Mehrheiten in beiden Kammern entscheidet.

Was bis zum 3. November auf dem Spiel steht

Raskin zieht in dem Bericht eine Bilanz, die über den Fall Keul hinausreicht. Er zählt die Frauen, die Trump beschuldigen, und erhebt ihre Aussagen zum Kern seines Antrags auf einen unabhängigen Sonderermittler.

„Fünf Frauen haben Trump direkt der Vergewaltigung oder der sexuellen Nötigung beschuldigt, in Epsteins Begleitung oder Anwesenheit.“
Jamie Raskin, ranghöchster Demokrat im Justizausschuss

Eine strafrechtliche Verurteilung Trumps gibt es in keinem dieser Fälle; das Weiße Haus bestreitet alle Vorwürfe. Ob ein Sonderermittler eingesetzt wird, hängt an Blanche – also an dem Mann, dessen Ministerium der Bericht belastet. Vor dem 3. November ist mit einer Entscheidung kaum zu rechnen; danach entscheidet womöglich ein neu gewählter Kongress darüber.