Wolf verletzt Achtjährige im Wildpark Johannismühle schwer
Bild: KI-generiert
Tiergehege

Wolf verletzt Achtjährige im Wildpark Johannismühle schwer

Ein Wolf hat im Wildpark Johannismühle bei Baruth ein achtjähriges Mädchen schwer am Kopf verletzt. Die Polizei prüft Fahrlässigkeit; wie das Kind vor der regulären Öffnung in das Gehege gelangte, ist noch ungeklärt.

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Ein Wolf hat im Wildpark Johannismühle bei Baruth (Mark) ein acht Jahre altes Mädchen attackiert und schwer verletzt. Das Kind erlitt nach Angaben des rbb24 schwere Kopfverletzungen.

Der Angriff ereignete sich gegen 9.30 Uhr in einem Tiergehege des privat geführten Parks. Die Rettungsleitstelle informierte die Polizei, wenig später startete der Rettungshubschrauber „Christoph 31“ in Richtung Berlin. Mehrere Rettungskräfte waren vor Ort, der Wildpark wurde für Besucher sofort gesperrt.

Die Polizei spricht erst am Nachmittag vom Wolf

Stundenlang blieb offen, welches Tier die Achtjährige verletzt hatte. Die Polizei sprach zunächst von „einem oder mehreren Tieren“; zuerst berichtete die „Bild“-Zeitung über einen Wolf. Erst gegen 15.20 Uhr bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion West, dass der Angriff von einem Wolf ausging.

Gegen 14.30 Uhr hatte die Polizei bereits das Alter des Mädchens mit acht Jahren bestätigt. Offen blieb zu diesem Zeitpunkt, weshalb sich die Gruppe im Gehege aufhielt. Der Park öffnet regulär erst um 10 Uhr – der Angriff lag also vor der offiziellen Öffnungszeit. Der Hubschrauber brachte das Kind ins Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn.

Ein Schild an der Tür, keine Antworten

Am Vormittag blieb der Wildpark geschlossen. An der Eingangstür hing ein Schild mit der Aufschrift „Heute aus technischen Gründen geschlossen“. Eine Mitarbeiterin äußerte sich nicht zu den Gründen.

Gegen 16.30 Uhr teilte die Polizei mit, sie prüfe Fahrlässigkeit und befrage Zeugen. Der Betreiber erklärte, man kooperiere „in vollem Umfang“ mit den Behörden und bedauere den Vorfall sehr.

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55 Hektar, 500 Tiere – und eine Vorgeschichte

Der 1997 gegründete Park wird privat geführt und hält auf rund 55 Hektar etwa 500 Tiere aus rund 50 Arten, darunter Grau- und Polarwölfe, Braunbär und Luchs. Wölfe gehören dort zum festen Bestand.

Ganz neu ist die Erfahrung mit Raubtieren nicht: Im Sommer 2016 entkamen zwei Löwen aus ihrem Gehege und lösten einen Polizei-Großeinsatz im Landkreis Teltow-Fläming aus. Ende März 2026 wurde in Hamburg eine Frau verletzt, die einen jungen Wolf am Jungfernstieg befreien wollte – laut Bundesamt für Naturschutz der erste solche Fall seit 1998.

Geschlossen bis 2. November

Laut Park-Homepage bleibt der Wildpark bis zum 2. November 2026 geschlossen. Das gilt auch für die Fütterungsrunden, die der Park sonst täglich anbietet; die Regionalmeldung der Tagesschau zum Wildpark nennt keinen Termin für eine Wiedereröffnung.

Ungeklärt ist weiterhin, wie das Mädchen und seine Begleiter vor der regulären Öffnung um 10 Uhr in das Gehege gelangten. Ob die Prüfung der Fahrlässigkeit in einem Verfahren mündet, ist offen – der Betreiber will den Park bis zum 2. November geschlossen halten.