Patrick Stewart stirbt mit 86 an Alzheimer und Lewy-Demenz
Bild: KI-generiert
Star Trek

Patrick Stewart stirbt mit 86 an Alzheimer und Lewy-Demenz

Sir Patrick Stewart ist tot. Erst mit der Todesmitteilung wurde bekannt, dass der „Star Trek“- und „X-Men“-Star an Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz litt – Diagnosen, die er zu Lebzeiten nie öffentlich machte.

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Sir Patrick Stewart ist tot. Der Schauspieler starb am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in seinem Haus in Los Angeles im Alter von 86 Jahren. Seine langjährige Sprecherin Kelly Bush Novak bestätigte den Tod; die Mitteilung wurde über Stewarts eigene Kanäle verbreitet.

Darin heißt es, Stewart sei „in der liebevollen Obhut seiner geliebten Frau Sunny“ gestorben, umgeben von Live-Musik, Gebet, Tränen und Lachen. Die Familie schrieb von einer „kurzen und ergreifenden Reise“ – und nannte dabei zwei Krankheiten, von denen bis dahin niemand wusste.

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Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz: Beide Diagnosen waren zu Lebzeiten nicht öffentlich. Stewart, einer der bekanntesten britischen Schauspieler der Welt, hatte über seine Erkrankung nie gesprochen. Erst im Moment des Todes entschied sich die Familie, sie zu benennen – wie die BBC über den Tod des Schauspielers berichtet.

Was die Diagnose bedeutet

Lewy-Körperchen-Demenz tritt laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft bei rund fünf Prozent aller Demenzkranken auf. Sie verursacht neben Gedächtnisstörungen psychotische Symptome, Bewegungsstörungen und Schwankungen der Wachheit; die durchschnittliche Krankheitsdauer nach Diagnose liegt bei sieben bis acht Jahren.

Statt Blumen erbat die Familie Spenden an den Johns Hopkins Alzheimer's Disease Research Center Fund und die Alzheimer's Foundation of America. Die britische Alzheimer's Society nannte den Tod einen „herzzerreißenden Beleg dafür, wie verheerend Demenz Menschen und Familien auf der ganzen Welt trifft“ – so ihre Vorsitzende Michelle Dyson.

Vom Shakespeare-Ensemble auf die Brücke

Geboren am 13. Juli 1940 in Mirfield in West Yorkshire, verließ Stewart mit 15 die Schule, gewann mit 18 ein Stipendium an der Bristol Old Vic Theatre School und wurde 1966 Mitglied der Royal Shakespeare Company. Drei Olivier Awards, ein Grammy und eine Tony-Nominierung für seinen „Macbeth“ stehen in seiner Bilanz.

Als „Star Trek: The Next Generation“ 1987 startete, war der in den USA unbekannte Brite 47. Produzent Robert Justman hatte ihn Shakespeare lesen hören und gegen den Widerstand von Gene Roddenberry durchgesetzt. Stewart unterschrieb für sechs Jahre – die Serie lief sieben Staffeln, 178 Folgen und vier Kinofilme.

2000 folgte Professor Charles Xavier in „X-Men“, der Beginn einer zweiten Franchise. 2020 kehrte er für drei Staffeln „Star Trek: Picard“ zurück – unter der Bedingung, keine Uniform zu tragen und keine Nostalgie-Wiedervereinigung zu spielen.

Ein Leben zwischen Bühne und Raumschiff

  1. 1966
    Mitglied der Royal Shakespeare Company

    Mit 26 Jahren tritt Stewart dem Ensemble bei, dem er bis 1982 angehört.

  2. 1987
    Start von „Star Trek: The Next Generation“

    Als Captain Jean-Luc Picard wird der bis dahin in den USA unbekannte Brite weltberühmt.

  3. 1996
    Stern auf dem Hollywood Walk of Fame

    Im selben Jahr erhält er den Grammy für „Peter and the Wolf“.

  4. 2000
    Erster Auftritt als Professor X

    In „X-Men“ beginnt eine zweite Franchise, an der Seite von Ian McKellen als Magneto.

  5. 2010
    Knight Bachelor

    Queen Elizabeth II. schlägt ihn im Buckingham Palace zum Ritter.

  6. 28. Oktober 2026
    Tod in Los Angeles

    Stewart stirbt mit 86 Jahren an Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz.

Reaktionen von Yorkshire bis Marvel

Innerhalb von Stunden meldeten sich Weggefährten aus fünf Jahrzehnten. Hugh Jackman (58), sein Wolverine-Gegenspieler, schrieb in den gesammelten Würdigungen seiner Weggefährten, man habe „einen der Großen von Bühne und Leinwand“ verloren, „einen großartigen Freund und Menschen“.

Der persönlichste Nachruf kam von Ian McKellen (87). Er spielte Xaviers Widersacher Magneto und traute Stewart 2013 in einer Zeremonie. Yorkshire habe seinen Freund geprägt, schrieb McKellen, „man hörte es an seiner Stimme und an der strengen Ehrlichkeit, mit der er sagte, was er dachte und fühlte“.

„Er trug sein Herz auf der Zunge, was ihn zu einem Menschen machte, auf den man sich verlassen konnte, den man bewundern konnte – und in meinem Fall lieben.“
Ian McKellen, Schauspieler und langjähriger Freund

Dieser Satz wiegt in dieser Woche doppelt: McKellen verwies ausdrücklich darauf, dass beiden noch eine gemeinsame Abschiedsvorstellung bevorsteht. Auch William Shatner sprach von einer „herzzerreißenden Woche“ – wenige Tage zuvor war der frühere „Star-Trek“-Darsteller Walter Koenig mit 90 Jahren gestorben.

Die Royal Shakespeare Company nannte Stewart „einen Koloss der Bühne und der Leinwand“; sein Heimatverein Huddersfield Town würdigte ihn als „Terrier in jeder Hinsicht“. Marvel-Chef Kevin Feige erinnerte sich an den ersten Tag am „X-Men“-Set, Seth MacFarlane nannte ihn „so bescheiden, wie man nur sein kann“.

Ein letzter Auftritt im Dezember

Stewarts letzter Leinwandauftritt steht noch aus: In „Avengers: Doomsday“, der am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommt, spielt er ein letztes Mal Professor X – erneut an der Seite von McKellen. Der hatte in seiner Würdigung betont, diese Abschiedsvorstellung stehe noch aus.

Am Donnerstag wurden Blumen auf seinem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame niedergelegt, den er seit 1996 trägt. Er hinterlässt seine Ehefrau, die Jazzmusikerin Sunny Ozell, sowie die Kinder Daniel und Sophia Alexandra Stewart aus erster Ehe mit Sheila Falconer.

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