Ricarda Lang kontert Schroeder in der ZDF-Satire „Journal Deluxe“
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Fernsehkritik

Ricarda Lang kontert Schroeder in der ZDF-Satire „Journal Deluxe“

Schroeder wollte in seiner neuen ZDF-Satire Grüne und Linke vorführen. Schon in der ersten Folge drehte Ricarda Lang den Spieß um – und das Studio applaudierte ihr, nicht ihm. Die Rezensionen fielen fast geschlossen negativ aus.

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Die erste Ausgabe von „Journal Deluxe“ endete für Moderator Florian Schroeder mit einer Niederlage vor eigenem Publikum. Der Kabarettist wollte in der neuen ZDF-Satireshow vor allem Grüne und Linke vorführen – sein erster Gast Ricarda Lang erntete im Saal mehr Applaus als er.

Die Sendung startete am Donnerstag, 29. Oktober, um 18 Uhr in der ZDF-Mediathek, um 0.05 Uhr folgte die Ausstrahlung auf 3sat, im ZDF-Hauptprogramm läuft sie am 3. November um 0.45 Uhr. Neben der Grünen-Bundestagsabgeordneten Lang waren Welt-Moderatorin Dorothea Schupelius und SZ-Journalist Ronen Steinke geladen. Geplant sind zunächst vier Folgen.

Gezielt gegen Grüne und Linke

Angekündigt hatte Schroeder den Kurs vorab: Er wolle es vor allem mit Grünen und Linken aufnehmen. Eröffnet wurde die Show mit dem Satz „Liebe Linke, salam aleikum, ich küss' dein Herz, Bruder!“ und der ironischen Selbstbeschreibung, man mache sich „nur, wirklich nur über Linke und Grüne“ lustig.

Beim ersten Gast wurde es konkret. Schroeder fragte die 32-jährige frühere Grünen-Chefin, warum ihre Partei nur erfolgreich sei, „wenn sie sich schwarz anmalen“ – und ob das „eine Form des politischen Black-Facings“ sei. Lang drehte die Frage um, das Studio applaudierte. Ihre Antwort:

„Wenn ich in die Bundesregierung schaue, dann ist die Frage, ob Schwarz jetzt die Erfolgsfarbe ist – da könnte man doch ein relativ großes Fragezeichen dran machen.“
Ricarda Lang, Bundestagsabgeordnete Die Grünen

„Rote-Socken-Kampagne auf Crack“

Danach wurde Lang grundsätzlich. Sie warnte vor einer „Dämonisierung“ der Linkspartei und nannte die laufende Debatte über Koalitionen mit den Linken eine „Rote-Socken-Kampagne auf Crack“.

„Aber wenn mir jemand erzählt, dass er gezwungen ist, für Rechtsextreme zu stimmen oder mit denen zu koalieren, weil in Berlin mit den Linken geredet wird, da kann ich nur sagen: Verarschen kann ich mich auch alleine.“
Ricarda Lang, Bundestagsabgeordnete Die Grünen

Anschließend nahm sie das Studio in Schutz – und traf damit den wunden Punkt der Sendung: „Das Publikum wurde nicht gut gebrieft, was es für 'ne Sendung sein soll, oder?“ Schroeder stimmte zu: „Ich finde auch, das Publikum ist mir zu einseitig.“ Bei t-online heißt es zur Premiere knapp: Ricarda Lang führt Florian Schroeder vor.

Die Kritik fällt fast geschlossen negativ aus

Die Branche urteilte eindeutig: Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Welt, Freitag, Tagesspiegel, DWDL, SWR und BR24 bewerteten den Start überwiegend negativ. Der SWR nannte die Premiere eine „totale Pleite“ der neuen Show, der Deutschlandfunk sprach von einem „verpatzten Auftakt“.

Für das ZDF ist der Fehlstart heikel, weil die Show politisch aufgeladen ins Rennen ging. Schon im Vorfeld hatte sie für Wirbel gesorgt, als das ZDF die Einladung an Julian Reichelt zurückzog; der Nius-Chefredakteur war bereits als Gast angekündigt worden.

Vier Folgen, dann zählt die Quote

Vier Folgen sind zunächst angesetzt – ob es mehr werden, entscheiden Quoten und Reaktionen. Die nächste Bewährungsprobe ist die Ausstrahlung im ZDF-Hauptprogramm am 3. November um 0.45 Uhr, dann erreicht die Show ein Publikum, das die Mediathek-Fassung vom 29. Oktober nicht hatte.

Kurz nach der Premiere veröffentlichten Schroeder und Lang einen gemeinsamen Videoausschnitt, in dem beide die Frage nach einer künftigen Kanzlerin mit „Das ist auf jeden Fall nicht geplant“ beantworteten. Ob die Redaktion den Ton nachschärft oder den Moderator stützt, muss sie bis zur nächsten Ausgabe entscheiden.

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