Wolke Hegenbarth sagt öfter Nein und schützt ihren inneren Frieden
Die Schauspielerin schützt ihren inneren Frieden und lehnt öfter ab – ihr Mann wünscht sich „ein bisschen weniger unangepasst“. Ihr Sohn darf sogar eine Geburtstagsparty ausfallen lassen.
Wolke Hegenbarth (46) hat „no time for bullshit“ – und meint das als Programm, nicht als Spruch. Die Schauspielerin sagt in einem neuen Interview, sie schütze ihren inneren Frieden und sage dafür öfter Nein. Das Gespräch entstand nicht in einer Redaktion, sondern in der Interview-Ecke der Naturkosmetikmarke Logona in München.
Veröffentlicht wurde das Gespräch mit Wolke Hegenbarth bei BUNTE.de am 1. November 2026 um 18:59 Uhr. Es entstand am 16. Oktober beim ersten „Moments for myself Day & Award“ des Magazins myself im Sofitel Munich Bayerpost in der Münchner Bayerstraße – mehr als 500 Teilnehmende und über 25 Speakerinnen kamen zusammen.
Hegenbarth ist seit Juli 2026 Markenbotschafterin von Logona. Die Marke hatte sie als Gesicht einer Neuausrichtung vorgestellt, die unter dem Leitgedanken „Schönheit wächst“ bewusst gegen das Versprechen ewiger Jugend antritt und auf „Authentizität, Selbstbewusstsein und die Schönheit gelebter Erfahrungen“ setzt.
Warum ihr die Zeit heute zu knapp ist
Ihre Bilanz des Älterwerdens fällt positiv aus. „Mit 40 ist das Leben richtig cool“, sagt Hegenbarth und beschreibt sich als „mehr denn je bei sich angekommen“. Was ihr nicht guttue, lasse sie heute sein. Der Grund ist nicht Weltweisheit, sondern Zeitmangel.
Der Druck, Familie und Karriere gleichzeitig zu stemmen, ist das eigentliche Thema. „Du bist schon so unter Druck, weil du permanent versuchst, Familie und Karriere zu vereinen“, sagt sie. Wer beides gleichzeitig wolle, habe „sehr wenig freie Zeit übrig“ – und die wolle sie „so wertvoll wie möglich“ verbringen. Also fällt raus, was ihr diese Zeit stiehlt.
Ihr Ehemann wünscht sich weniger Unangepasstheit
Auf die Frage, welchen „Bullshit“ sie nicht mehr wiederholt, nennt sie den Versuch, „krampfhaft“ allen Leuten recht zu machen – und schränkt sofort ein: Das Ablehnen sei ihr „ehrlicherweise schon immer eher einfach gefallen“. „Ich wollte nie beliebt sein, ich wollte nicht von Hinz und Kunz gemocht werden.“
„Mein innerer Frieden ist mein wichtigstes Gut, den beschütze ich – koste, was es wolle. Und dazu gehört dann auch, ab und an Nein zu sagen.“
Wolke Hegenbarth, Schauspielerin
Der einzige formulierte Widerspruch in dem Gespräch kommt von ihrem Mann. Oliver Vaid, Marketing-Experte und seit 2019 mit ihr verheiratet, kontert ihren Hang zur Unangepasstheit mit dem Satz, „so ein bisschen weniger unangepasst wäre auch nicht schlecht“. Sie lacht dabei.
Sohn Avi lernt Nein zu sagen
Die praktische Konsequenz zieht sie in der Erziehung. Ihr Sohn Avi (7) könne „sehr gut“ Nein sagen, sagt sie – und sie ermutige ihn ausdrücklich darin. Wenn er zu einem Kindergeburtstag nicht wolle, müsse er da auch nicht hin.
„Ich ermutige ihn aber auch dazu. Wenn er zum Beispiel zu einem Kindergeburtstag eingeladen ist, zu dem er absolut nicht möchte, dann muss er da auch nicht hin – und zwar unabhängig von meiner eigenen Meinung.“
Wolke Hegenbarth, Schauspielerin
Sie akzeptiere auch ein Nein bei Dingen, die sie selbst nicht verstehe, sagt Hegenbarth. Wichtig sei ihr, dass der Junge seine Gefühle artikuliere und auf sein Bauchgefühl höre. Eine Grenze bleibt trotzdem.
Es gebe Dinge, die Mutter und Sohn nicht ausdiskutieren, „wo Mama dann einfach recht“ habe – „zum Beispiel, wenn es darum geht, bei Minusgraden eine dicke Jacke zu tragen“. Avi kam 2019 zur Welt. Zur Bedeutung seines Namens sagte sie damals: „Avi heißt Sonnenschein oder Sonne.“
Yoga im Schlafanzug, Sauna im Kalender
Fundament ihres inneren Friedens ist nach eigener Darstellung Yoga. „Ich starte in jeden Tag mit einer Einheit Yoga. Ich gehe einfach auf die Matte, das kann sogar noch im Schlafanzug sein, mache mir ein Youtube-Video an und lege los. Dabei geht es null um Performance“, sagt sie.
Sie ist ausgebildete Yogalehrerin und arbeitet neben der Schauspielerei als Coach, Moderatorin und Podcasterin. Zu den Neins will sie bewusst Ja sagen – zu „schönen Dingen“, zu allem, was ihr Freude macht. Eine Freundin lache jedes Mal über ihr häufiges Wort „schön“.
Für ein festes Sauna-Date mit einer engen Freundin aus Berlin hat sie vier Stunden im Kalender blockiert. „Anders geht es nicht, sonst fällt es doch wieder hinten runter“, sagt sie. Planbar muss es sein, sonst verliert die freie Zeit gegen die Termine.
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Seit Juli das Gesicht von Logona
Der Rahmen des Gesprächs ist kein Zufall. Logona hatte Hegenbarth im Juli 2026 als Gesicht einer Neuausrichtung vorgestellt. Die Marke setzt seither auf „Authentizität, Selbstbewusstsein und die Schönheit gelebter Erfahrungen“, wie die Ankündigung der neuen Logona-Kampagne festhält – ausdrücklich gegen das Versprechen ewiger Jugend.
Ihre Begründung von damals: „Wer hat eigentlich definiert, dass Schönheit gleich Jugend sein muss? Ich habe heute überhaupt keine Lust mehr, mich diesem Narrativ unterzuordnen.“
Auf dem Event selbst sprach Hegenbarth von 16:00 bis 16:20 Uhr im Logona-Talk „Schönheit, die wächst“ mit myself-Beauty-Director Yvonne Beeg. Gemeinsam mit Logocos-Geschäftsführerin Yvonne Risch überreichte sie den Award „Inspiration des Jahres“ an Moderatorin Milka Loff Fernandes.
Von der geheimen Hochzeit zur Markenbotschafterin
August 2019
Hochzeit mit Oliver Vaid in Berlin
Hegenbarth und der Marketing-Experte heiraten kurz vor der Geburt ihres Sohnes – zunächst geheim.
September 2019
Sohn Avi kommt zur Welt
Der Junge ist das einzige Kind des Paares; später erklärt sie, sein Name bedeute „Sonnenschein“.
2025
Die Ehe wird öffentlich
Erst Jahre nach der Hochzeit macht Hegenbarth die Verbindung mit Oliver Vaid publik.
22. Juli 2026
Logona stellt sie als Markenbotschafterin vor
Die Naturkosmetikmarke startet die Kampagne „Schönheit wächst“ – gegen das Versprechen ewiger Jugend.
16. Oktober 2026
Erster „Moments for myself Day“ in München
Hegenbarth spricht im Logona-Talk mit Yvonne Beeg und überreicht den Award an Milka Loff Fernandes.
1. November 2026
BUNTE.de veröffentlicht das Gespräch
Das Interview erscheint um 18:59 Uhr – es entstand in der Logona-Interviewecke in München.
Was das für ihren Beruf heißt, bleibt offen. Die 1980 in Meerbusch geborene Schauspielerin, die in Berlin-Friedrichshain lebt und zuletzt in „Toni, männlich, Hebamme“ zu sehen war, führt mit diesem Auftritt eine Debatte fort, die sie seit Jahren öffentlich führt – über Mütter, die arbeiten, und Frauen, die nicht mehr allen gefallen wollen. Nur der Ton hat sich geändert: keine Rechtfertigung mehr, sondern eine Bilanz mit 46.
Ob sie dieses Nein auch ihrer Branche entgegenhält, wenn der nächste Sender anruft, bleibt die offene Frage dieses Gesprächs.