Patrice Aminati verschweigt ihrer Tochter das Wort Krebs
Bild: KI-generiert
Terra Xplore

Patrice Aminati verschweigt ihrer Tochter das Wort Krebs

Patrice Aminati sagt ihrer vierjährigen Tochter nicht, dass sie Krebs hat – auch die Großeltern sprechen das Wort nie aus. Im ZDF-Gespräch mit Leon Windscheid erklärt die 31-Jährige, warum sie dem Kind stattdessen ein Pflaster aus der Klinik mitbringt.

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Patrice Aminati (31) sagt ihrer Tochter nicht, dass sie Krebs hat. In der ZDF-Folge „Terra Xplore: Im Kopf von Patrice Aminati“, die an diesem Montag ab 10 Uhr im Streamingportal des Senders abrufbar ist, erklärt die Influencerin, warum das Wort in ihrem Haus nicht vorkommt.

Ihre Tochter Charly Malika ist vier Jahre alt. Die Diagnose schwarzer Hautkrebs erhielt Aminati 2023, rund sieben Monate nach der Geburt des Kindes. Vorausgegangen war ein veränderter Leberfleck am Hals, den sie ein halbes Jahr lang nicht untersuchen ließ.

Seitdem bestimmt die Krankheit den Alltag. Wegen Hirnmetastasen darf sie nicht mehr Auto fahren, an manchen Tagen kann sie den Weg zur Toilette kaum selbst bewältigen. Mit ihrer Tochter lebt sie wieder bei ihren Eltern.

Ein Pflaster statt einer Diagnose

Über die Krankheit spricht sie mit dem Kind nicht. Stattdessen erzählt sie von einem neuen Pflaster aus der Klinik, das die Vierjährige abziehen darf. Eine kleine Handlung, die das Kind beschäftigt – und das Wort aus dem Gespräch heraushält.

Sie sei nie zur Kur gefahren, um für ihr Kind „immer sichtbar“ zu bleiben: „Auch wenn ich da mit der Heizdecke liege, aber Mama ist immer da, Mama ist immer sichtbar.“ Auch gegenüber ihren Eltern gilt diese Sprachregelung, nicht nur gegenüber dem Kind.

Warum sie die Aufklärung bewusst hinauszögert, begründet sie mit einer Regel, die für die ganze Familie gilt:

„Also das Wort ‚Krebs‘ fällt bei uns nie. […] Ich habe sie noch nicht darüber aufgeklärt, was im Raum steht. Auch mit den Eltern: Wir sagen das Wort nie.“
Patrice Aminati, Influencerin

Kinder spüren die Energie

Ganz verbergen lässt sich die Krankheit trotzdem nicht. „Kinder spüren die Energie. Sie spüren die Haltung“, sagt Aminati. Dass sich ihre Tochter deswegen zurücknehme, mache sie „unfassbar traurig“ und „wahnsinnig wütend“.

Angst benennt sie offen: „Es ist absolut beschissen, es ist grausam, es ist furchtbar und ich habe wahnsinnige Angst. Aber ich versuche mich auch ständig zu fragen: Was will ich für ein Mensch sein? Mit welcher Haltung will ich dadurch gehen?“

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Vom Leberfleck zur Hirnmetastase

2024 tastete Aminati Metastasen in Knochen, Lunge, Hirn, Augen und Leber. Zeitweise waren keine mehr nachweisbar, später kehrten sie zurück – ein Auf und Ab, das auch in den Berichten über den zwischenzeitlichen Erfolg in der Krebstherapie dokumentiert ist.

2025 galt die Erkrankung als unheilbar. Ein Arzt sagte ihr laut ZDF voraus, sie werde Weihnachten 2025 nicht mehr erleben. Diesen Termin hat sie inzwischen hinter sich.

Die Krankengeschichte von Patrice Aminati

  1. 2023
    Diagnose nach der Geburt

    Rund sieben Monate nach der Geburt von Charly Malika erhält Aminati die Diagnose schwarzer Hautkrebs.

  2. 2024
    Metastasen in mehreren Organen

    Knochen, Lunge, Hirn, Augen und Leber sind betroffen; zeitweise sind keine Metastasen nachweisbar, später kehren sie zurück.

  3. 2025
    Unheilbar – und eine düstere Prognose

    Ein Arzt sagt ihr laut ZDF voraus, sie werde Weihnachten 2025 nicht mehr erleben.

  4. 27. Oktober 2026
    ZDF kündigt die Folge an

    Der Sender informiert in einer Pressemitteilung über die neue Ausgabe des Formats mit Leon Windscheid.

  5. 2. November 2026
    Veröffentlichung im Streamingportal

    Ab 10 Uhr ist die 42-minütige Folge abrufbar; Medien greifen den Satz über das Wort Krebs am selben Tag auf.

42 Minuten Fahrt im Retro-Camper

Für das Gespräch ist der Psychologe und ZDF-Moderator Leon Windscheid (37) mit ihr im Retro-Camper zum Swister Turm nach Weilerswist in Nordrhein-Westfalen gefahren. Wie die Rheinische Post vorab über das Gespräch mit Leon Windscheid über Krebs berichtete, dauert die Folge 42 Minuten.

Das ZDF hatte die Ausgabe am 27. Oktober öffentlich gemacht – gemeinsam mit einer zweiten Folge des Formats. In der Mitteilung des Senders zur Ankündigung der beiden ZDF-Folgen steht Aminatis Name neben dem ihres Gesprächspartners.

Bis zur Ziellinie kriechen

Dass sie nicht aufgibt, hat sie öffentlich mehrfach betont – zuletzt mit dem Satz „Aufgeben ist keine Option“ für ihre Tochter. Im ZDF-Gespräch wird sie konkreter, worauf sich dieser Anspruch richtet:

„Ich habe die Verantwortung für dieses Kind – zumindest bis sie 18 ist. Und wenn ich auf allen Vieren über diese Ziellinie krieche. Denn kein Kind sollte ohne die Mama aufwachsen.“
Patrice Aminati, Influencerin

Wann Charly Malika erfährt, was mit ihrer Mutter los ist, lässt Aminati offen. Die Folge ist seit Montag abrufbar; eine Antwort darauf, wie lange das Schweigen in ihrem Haus noch hält, gibt sie darin nicht.