Paris Jackson verlangt 600 Millionen Dollar aus dem Nachlass
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Erbstreit

Paris Jackson verlangt 600 Millionen Dollar aus dem Nachlass

Paris Jackson fordert 600 Millionen US-Dollar für den Familientrust ihres Vaters – und wirft Nachlassverwalter John Branca vor, die Auszahlung seit Jahren zu blockieren. Der Nachlass verweist auf das offene IRS-Verfahren, verhandelt wird am 4. Dezember.

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Paris Jackson (28) will 600 Millionen US-Dollar aus dem Nachlass ihres Vaters – und wirft dem Verwalter vor, sie und ihre Brüder seit Jahren hinzuhalten. Der Familientrust, der die drei versorgen soll, sei „mehr als 17 Jahre nach seinem Tod noch immer nicht mit Kapital ausgestattet“.

Am 29. Oktober reichte die 28-Jährige eine Petition beim Los Angeles Superior Court ein, publik wurde sie am Abend des 2. November. Adressat ist John Branca, Anwalt, Chairman der Michael Jackson Company und seit 2009 Verwalter des Nachlasses. Paris Jackson wirft ihm einen „ehernen Griff“ über die Geschwister vor.

Der Trust ist seit 17 Jahren nicht ausgestattet

Die Petition verlangt, den Nachlass anzuweisen, dem Michael Jackson Family Trust vorläufig rund 600 Millionen Dollar zu überweisen – oder den Betrag, den das Gericht für angemessen hält, wie TheWrap über die Trust-Forderung berichtet.

Schon 2011 hätten die Verwalter dem Gericht erklärt, sie „erwägen und beabsichtigen“, einen eigenen Antrag auf vorläufige Ausschüttung zu stellen. „Fünfzehn Jahre später warten Michaels Begünstigte noch immer“, heißt es in dem Papier.

„Executors haben dem Gericht nie einen Plan vorgelegt, wie der Michael Jackson Family Trust finanziert werden soll. Das muss sich ändern.“
Paris Jackson, Tochter von Michael Jackson

Nach Darstellung der Petition bestimmte Michael Jackson, dass seine Kinder ab dem 21. Geburtstag Einkünfte aus ihren Trust-Anteilen erhalten sollten – „diese Daten sind alle längst verstrichen“. Mit 30 sollte jedes Kind ein Drittel des Trust-Vermögens bekommen, mit 35 die Hälfte des verbleibenden Anteils, der Rest mit 40.

Prince wird in rund vier Monaten 30, Paris im April 29, Bigi im Februar 25. Statt der vorgesehenen Einkünfte bekämen die Geschwister „geringere Beträge, die der verbleibende Verwalter festlegt“, so der Vorwurf.

Woher die 600 Millionen kommen sollen

Die Antragsschrift rechnet vor, dass der Nachlass mehr als genug Geld hat, um den Trust zu füllen und zugleich offene Verpflichtungen zu bedienen. Drei Transaktionen brachten zusammen mehr als eine Milliarde US-Dollar vor Steuern und Kosten.

Diese drei Verkäufe brachten dem Nachlass über eine Milliarde Dollar

Erlöse in Millionen US-Dollar, vor Steuern und Kosten

Quelle: Angaben aus Paris Jacksons Petition

Zum Stand Dezember 2024 hielt der Nachlass rund 850 Millionen Dollar in Bargeld und bargeldnahen Werten. Die Verwalter hatten ihn mit zwei bis drei Milliarden Dollar bewertet, die Bruttoeinnahmen seit 2009 mit über 2,5 Milliarden Dollar beziffert. Nach Abzug möglicher Verbindlichkeiten blieben rund 600 Millionen Dollar ausschüttbar.

Der eiserne Griff des Verwalters

Der Vorwurf der Petition: Branca kontrolliere, wann und ob die Geschwister Geld aus dem Nachlass erhalten, und nutze diese Kontrolle, um Fragen zu seiner Verwaltung zu unterbinden.

Als Paris Jackson im Vorjahr begann, die Verwaltung anzugreifen – darunter aus ihrer Sicht „nicht vertraglich vereinbarte Geschenke“ Brancas an Kollegen –, seien ihre Einwände mit „verbrannte-Erde“-Prozessführung, öffentlichen Angriffen und einer Kürzung der Zahlungen um Millionen beantwortet worden. „Diese Verhaltens- und Verwaltungspraxis sollte nicht fortgesetzt werden.“

Im November 2025 hatte sie Branca und seinem damaligen Mitverwalter John McClain vorgeworfen, ihre Arbeit – darunter die inzwischen veröffentlichte Biografie „Michael“ – diene der eigenen Bereicherung; im Film spielt Miles Teller den Verwalter. McClain starb im Mai 2026, seither führt Branca den Nachlass allein.

Zwei Tage vor der 600-Millionen-Petition beantragte Paris Jackson, Brancas Managementvergütung von 15 auf 10 Prozent der Unterhaltungseinnahmen zu senken – rückwirkend für 2023 und 2024. Anlass war ein Vergütungsantrag von mehr als 109 Millionen Dollar, den sie „besonders anstößig“ nannte und der Nachlass als „unsinnig“ und „absurd“ zurückwies, Bericht von Billboard.

Der Streit in sechs Stationen

  1. 25. Juni 2009
    Michael Jackson stirbt mit 50 Jahren

    Sein Testament setzt den Michael Jackson Family Trust als alleinigen Begünstigten ein. Branca wird Verwalter und Trustee.

  2. 2011
    Verwalter kündigen eigenen Antrag an

    Vor Gericht erklären sie, sie erwägen und beabsichtigen eine vorläufige Ausschüttung. Eingereicht wird sie nach Darstellung der Petition nie.

  3. November 2025
    Paris Jackson greift die Verwalter an

    Sie nennt die Arbeit an der Biografie „Michael“ Selbstdarstellung. Die Verwalter sprechen später von Verschwendung von Zeit und Nachlassgeld.

  4. Mai 2026
    Gericht kippt Bonuszahlungen

    625.000 Dollar an drei externe Kanzleien aus dem Jahr 2018 müssen zurückfließen. Im selben Monat stirbt Co-Verwalter John McClain.

  5. 28. Oktober 2026
    Antrag auf niedrigere Vergütung

    Paris Jackson will Brancas Managementgebühr von 15 auf 10 Prozent senken – Anlass ist ein Vergütungsantrag über 109 Millionen Dollar.

  6. 29. Oktober 2026
    Petition über 600 Millionen Dollar

    Eingereicht beim Los Angeles Superior Court, publik geworden am 2. November. Anhörung ist am 4. Dezember.

Der Nachlass widerspricht energisch

Ein Sprecher erklärte, die Klägerin und ihre Anwälte wüssten genau, dass Stiftung und Trusts erst dann vollständig ausgestattet werden könnten, wenn mehrere rechtliche Hürden beseitigt seien – „insbesondere das laufende IRS-Verfahren, in dem die Steuerbehörde 700 Millionen US-Dollar an Steuern und Strafen vom Nachlass verlangte“.

Man habe eine Entscheidung errungen, die diesen Betrag erheblich reduziere, doch die Sache sei nicht abgeschlossen und könne sich noch ändern. Die Behauptung, der Verwalter habe Zahlungen zurückgehalten oder gekürzt, sei „eine völlige Erfindung“.

Mehr als 200 Millionen US-Dollar seien bereits an Paris und die anderen Begünstigten oder zu deren Gunsten ausgeschüttet worden. Zudem stellte der Nachlass klar: „Keines seiner Kinder erhält Ausschüttungen, bevor es in den Dreißigern ist.“

Paris Jacksons Sprecher konterte: „Der Nachlass lenkt erneut von seiner eigenen Unfähigkeit ab. Paris hat eine teilweise Ausstattung des Trusts verlangt – etwas, wozu Herr Branca längst die Möglichkeit und die Pflicht gehabt hätte.“ Nach Jahren der Verzögerung habe sie keine andere Wahl gehabt, als selbst einzuschreiten.

Am 4. Dezember wird verhandelt

Rechtlich stützt sich die Petition auf kalifornisches Erbrecht, das eine möglichst frühe Verteilung an die Begünstigten verlangt, solange Gläubiger und andere Beteiligte nicht gefährdet werden.

Fast alle bedeutenden Gläubigerforderungen und Verfahren seien erledigt oder zu Gunsten des Nachlasses ausgegangen, heißt es weiter. Ausstehende Steuerfragen und Prozesse rechtfertigten es nicht, das gesamte Vermögen weiter zurückzuhalten. Für Restrisiken schlägt die Petition Rückzahlungsvereinbarungen mit dem Trustee vor.

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Paris Jackson verlangt überdies die Erstattung ihrer Anwaltskosten aus dem Nachlassvermögen. Michael Jackson starb am 25. Juni 2009 mit 50 Jahren; sein Testament setzt den Familientrust als alleinigen Begünstigten ein, Branca ist zugleich dessen Trustee. Am 4. Dezember wird in Los Angeles über die 600 Millionen Dollar verhandelt.