Cathy Hummels entdeckt 40 fremde Flugbuchungen auf ihrer Kreditkarte
Rund 40 Flugbuchungen soll Cathy Hummels nie gemacht haben – eine davon läuft auf den Namen von Joel Beckenbauer, Sohn der Fußballlegende. Ihr Kreditkartenanbieter mahnt die Rechnung trotzdem an.
Rund 40 Flugbuchungen will Cathy Hummels (38) nie gemacht haben – sie stehen trotzdem auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Die Moderatorin schätzt den möglichen Schaden auf etwa 40.000 Euro.
In einem der Posten steckt ein Name, der den Fall dieser Tage bundesweit bekannt macht: Joel Maximilian Beckenbauer (26), Sohn der im Januar 2024 verstorbenen Fußballlegende Franz Beckenbauer. Abgerechnet wurde ein First-Class-Flug nach Chicago über Houston – für 7.146,28 Euro.
Der Streit dreht sich jetzt um eine Frage: Wer haftet für die Summe? Die Karte ist gesperrt, die Buchungen laufen durch die Prüfung – und der Anbieter mahnt die Rechnung trotzdem an. Das schildert Hummels in einem Interview mit der „Bild“, das am 2. November erschien.
Ein First-Class-Flug, den sie nie buchte
Laut den Abrechnungsdokumenten wurde der Flug am 8. Oktober gebucht, als Name ist dort „Joel Maximilian Beckenbauer“ vermerkt. Für Hummels war der Posten zunächst unfassbar.
„Ich dachte, dass das ein schlechter Scherz ist, den sich jemand da gemacht hat. Joel Beckenbauer fliegt Erste Klasse auf meine Kosten?“
Cathy Hummels, Moderatorin und Unternehmerin
Die Prüfung durch American Express ergab, dass Beckenbauer an diesem Tag tatsächlich geflogen ist – sein Ticket aber selbst bezahlt hat. Warum sein Name auf Hummels' Abrechnung erschien, ist bis heute ungeklärt.
Der Sohn der Fußballlegende reagierte auf eine Anfrage nicht. Der Kreditkartenanbieter bestätigte lediglich, man stehe „zu dem Vorgang mit der Karteninhaberin in Kontakt“, und verwies auf den Datenschutz – der Bericht über den 40.000-Euro-Betrug hält diese Antwort fest.
American Express mahnt weiter an
Mitte Oktober hatte Hummels in ihrer Instagram-Story eine Abrechnung über 77.621,06 Euro gezeigt, auf der eine Zahlung als überfällig markiert war. Dazu schrieb sie: „Geil. Mal wieder Fraud bei mir. Weil es so viel Spaß macht, ständig Menschen anzuzeigen.“
Gegenüber dem Anbieter wird sie deutlicher: „Die haben gefragt, warum ich meine Rechnung nicht bezahle. Da habe ich gefragt: Wollt ihr mich eigentlich veräppeln? Es handelt sich hier um hochkarätigen Betrug, und ich bin das Opfer.“
Umfrage
Lädt
Erst 80.000 Euro, dann 40.000 Euro
Am 23. Oktober nannte Hummels gegenüber Merkur.de eine Schadensgröße von rund 80.000 Euro, sprach von „aufs Übelste missbraucht“ und sagte, die Behörden ermittelten. Zehn Tage später beziffert sie den möglichen Schaden auf rund 40.000 Euro – die Hälfte.
Eine Erklärung für die Differenz ist bislang nicht bekannt. Den Verlauf des Falls dokumentieren dagegen die Stationen seit dem 8. Oktober:
Chronologie des Falls
8. Oktober 2026
First-Class-Flug abgerechnet
Laut Abrechnungsdokumenten wird ein Flug nach Chicago via Houston für 7.146,28 Euro unter dem Namen Joel Maximilian Beckenbauer gebucht.
Mitte Oktober 2026
Screenshot über 77.621,06 Euro
Hummels zeigt eine Abrechnung, auf der eine Zahlung als überfällig markiert ist, und schreibt: „Geil. Mal wieder Fraud bei mir.“
21. Oktober 2026
Auftritt beim „Blauen Panther“
Hummels erscheint beim Branchenpreis, während der Betrugsfall bereits läuft.
23. Oktober 2026
Rund 80.000 Euro im Gespräch
Im Interview mit Merkur.de spricht sie von „aufs Übelste missbraucht“, nennt rund 80.000 Euro Schaden und berichtet von Ermittlungen der Behörden.
2. November 2026
Rund 40 Flüge, rund 40.000 Euro
Im Interview nennt sie rund 40 nie gebuchte Flüge und etwa 40.000 Euro Schaden; die Karte ist gesperrt, die Rechnung wird dennoch angemahnt.
3. November 2026
Anbieter bestätigt Kontakt
American Express verweist auf den Datenschutz, Joel Beckenbauer äußert sich auf Anfragen nicht.
Ein Experte sieht zwei Zahlungen für ein Ticket
Hugo Godschalk, Experte für Zahlungsverkehr, sieht in dem Fall das Ergebnis einer Entwicklung: Betrugsmaschen würden durch künstliche Intelligenz raffinierter. „Durch die KI haben die Betrüger mehr Möglichkeiten; es ist zum Teil sehr raffiniert, was da passiert“, sagt er.
„Im Fall von Cathy Hummels ist es besonders kurios, denn es sieht ja sehr danach aus, dass der Flug zweimal bezahlt worden ist. Das hätte dem Fluganbieter auffallen müssen, wenn der Zahlungsempfänger in beiden Fällen der Fluganbieter war.“
Hugo Godschalk, Experte für Zahlungsverkehr
Godschalk lenkt den Blick damit auf die Fluggesellschaft. Gingen zwei Zahlungen für dasselbe Ticket ein, hätte das auffallen müssen – damit steht neben dem Täter auch die Abwicklung des Flugs in der Kritik.
Hummels zweifelt an der Sicherheitsprüfung
Die Moderatorin stellt die Sicherheitsvorkehrungen ihres Anbieters infrage: „Für was habe ich so eine Karte mit einer Sicherheits-Authentifizierung und allem Drumherum?“ Aus ihrer Sicht hätte die Technik den Missbrauch verhindern müssen. Öffentlich ist sie sonst mit anderen Themen präsent, etwa mit ihrem Wandel vom Spielerfrau-Look zur Fashion-Ikone.
Offen ist, wie es weitergeht. Ob American Express die Forderung aussetzt, ob der Fluganbieter eine doppelte Zahlung erstattet und ob Beckenbauer sich erklärt – zu keiner dieser Fragen gibt es bislang eine Antwort. Die Prüfung läuft.