Felipe VI. verzichtet auf das Erbe seines Vaters Juan Carlos
Der spanische König bricht mit seinem Vater: Felipe VI. verzichtet auf das Erbe von Juan Carlos – und der Altkönig verliert zugleich seine Bezüge aus dem Hofetat. Hinter dem Schritt stehen die Affären um die Elefantenjagd 2012 und ein tief zerstrittenes Königshaus.
Felipe VI. (58) verzichtet auf das Erbe seines Vaters. Der spanische König nimmt nach Angaben des Palastes nichts von dem Vermögen Juan Carlos' (88) an – auch Königin Letizia (54) profitiert nicht. Im spanischen Original ist von der Erbschaft die Rede, die ihm „personalmente“ zustehen könnte, also persönlich.
Zur Begründung heißt es, die Entscheidung stehe im Zeichen der „conducta ejemplar“ – des vorbildlichen Verhaltens, das Felipe in seiner Proklamationsrede versprochen hatte. Der Verzicht ist dem Palast zufolge eine gemeinsame Entscheidung des Königs mit dem Königshaus.
Der Bruch mit dem Vater
Mit dem Schritt kappt Felipe die Verbindung zu seinem Vater auch finanziell. Zugleich gab das Königshaus bekannt, dass Juan Carlos die jährlichen Bezüge aus dem Hofetat gestrichen werden. Der Altkönig verliert damit die regelmäßige Zahlung, die ihm der Hof bisher überwies.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ wertet den Schritt als Versuch der Schadensbegrenzung: Felipe bricht mit seinem Vater – und verzichtet auf sein Erbe. Die Streichung der Bezüge begründete der Hof damit, Glaubwürdigkeit und Integrität der Monarchie wahren zu wollen.
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Elefantenjagd, Sturz, Abdankung
Den Hintergrund bilden die Affären aus der Regierungszeit des Altkönigs. Besonders heftig war die Empörung im Jahr 2012, als Juan Carlos mitten in der spanischen Wirtschaftskrise zur Elefantenjagd nach Botswana flog. Die Reise kam nur ans Licht, weil er stürzte, sich die Hüfte brach und in Madrid operiert werden musste.
An seiner Seite war damals Corinna zu Sayn-Wittgenstein, mit der ihn Berichten zufolge eine Liebesbeziehung verband – obwohl er noch immer mit Königin Sofia verheiratet ist. Er bat öffentlich um Verzeihung. 2014 dankte er zugunsten seines Sohnes ab, Felipe wurde König.
Von der Elefantenjagd zum Erbverzicht
2012
Jagdreise nach Botswana
Juan Carlos bricht sich bei der Elefantenjagd die Hüfte – die Reise wird öffentlich, der König bittet um Verzeihung.
2014
Abdankung
Juan Carlos dankt zugunsten seines Sohnes Felipe ab, Felipe wird König.
Anfang Oktober 2026
Buch „Sucesión“ erscheint
Royalexpertin Pilar Eyre schildert das angespannte Verhältnis zwischen Letizia und Juan Carlos.
2. November 2026
Verzicht auf das Erbe
Felipe verzichtet auf alle Ansprüche aus dem Nachlass, Juan Carlos verliert die Bezüge aus dem Hofetat.
Wie viel Juan Carlos wirklich besitzt
Da Juan Carlos noch lebt, liegt kein Erbfall vor; die spätere Aufteilung ist offen. Wie viel der Altkönig besitzt, ist offiziell nicht bestätigt. Eine ältere Schätzung nennt etwa 1,8 Milliarden Euro, das Magazin „¡HOLA!“ bezifferte die Erbschaft, auf die Felipe verzichtet, auf mehr als 58 Millionen Dollar. Die Royalexpertin Pilar Eyre blickt auf die Erbinnen:
„Wenn Juan Carlos stirbt, werden seine Töchter zwei der reichsten Frauen Europas sein.“
Pilar Eyre, Royalexpertin
Eyre sagte das gegenüber El País und spricht von den Töchtern des Altkönigs. Laut dem Magazin Lecturas könnten Prinzessin Elena und Prinzessin Cristina das Geld einst unter sich teilen; belegt ist das nicht.
Letizia und die Schwägerinnen
Wie angespannt das Verhältnis zwischen Letizia und Juan Carlos war, schildert Pilar Eyre in ihrem Buch „Sucesión“. Dem Buch zufolge musste die frühere Fernsehmoderatorin hart um ihren Platz ringen, auch Elena und Cristina hätten sich gegen ihre Aufnahme gesperrt. Beim Empfang im Madrider Palacio Real verweigerte im Oktober Irans Botschafter Letizia den Handschlag.
Was der Verzicht nicht klärt
Der Verzicht ist eine gemeinsame Entscheidung Felipes mit dem Königshaus. Er soll die Distanzierung abschließen, die 2014 mit der Abdankung begann und mit der Streichung der Hofbezüge fortgesetzt wurde. Ob die Regelung tatsächlich so vollzogen wird, hängt von der künftigen Nachlassregelung ab; bis dahin ist offen, wer welchen Teil des Vermögens des Altkönigs erhält.