Su-57 brennt in Achtubinsk aus – Kiew meldet vierten Verlust
Bild: KI-generiert
Kampfflugzeuge

Su-57 brennt in Achtubinsk aus – Kiew meldet vierten Verlust

Eine Su-57 ist am 29. Oktober beim Triebwerksstart auf dem Militärflugplatz Achtubinsk vollständig ausgebrannt. Der ukrainische Geheimdienst bestätigt den Verlust erst Tage später und nennt Treibstoff schlechter Qualität als mögliche Ursache – Moskau schweigt weiter.

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Ein Triebwerksstart hat Russland eines seiner modernsten Kampfflugzeuge gekostet. Auf dem Militärflugplatz Achtubinsk in der Oblast Astrachan geriet am 29. Oktober eine Su-57 in Brand und brannte vollständig aus. Nach vorläufigen Berichten kam die Maschine von der Rollbahn ab, Gras fing Feuer.

Bestätigt wurde der Verlust erst vier Tage später: Am 2. November meldete der ukrainische Militärgeheimdienst HUR den Totalverlust. Als mögliche Ursache nannte er Treibstoff unzureichender Qualität – Triebwerke vom Typ AL-41F1 („Izdeliye 117“) seien dadurch „explodiert oder katastrophal zerstört“ worden, heißt es in dem Bericht über die HUR-Bestätigung des Su-57-Verlusts.

Einen direkten Zusammenhang mit importiertem Kerosin stellte der Geheimdienst nicht her. Die Ursache bleibt damit offen – belegt ist bislang nur der Verlust der Maschine selbst.

Ausgebrannt zwischen den Rollwegen

Bilder vom Zustand des Flugzeugs lieferten erst Satellitenaufnahmen. Der OSINT-Kanal „Absolutely Reliable Source“ veröffentlichte sie am 30. Oktober; sie zeigen eine ausgebrannte Zelle zwischen den Rollwegen. Wegen der starken Zerstörung deuten Beobachter den Typ nur anhand von Lackierung und Rumpfform als Su-57.

Die Kyiv Post überprüfte den Ort des Wracks, nicht aber Datum und Typ; Moskaus Verteidigungsministerium hat den Vorfall bis heute nicht bestätigt. Der Verlust wiegt schwer, weil die Flotte klein ist: Das International Institute for Strategic Studies bezifferte den Su-57-Bestand Anfang 2026 auf rund 21 Maschinen, der HUR schätzte etwa 20, das „National Interest“ rund 32 inklusive Prototypen. Geplant waren 76.

Wie viele Su-57 Russland hat – Schätzungen und Plan

Einsatzbestand Anfang 2026 im Vergleich zum ursprünglichen Beschaffungsziel

Quelle: IISS, HUR, National Interest

Der vierte Fall in einem Jahr

Es ist bereits der vierte Verlust- oder Schadensfall des Jahres. Am 25. April trafen ukrainische Drohnen auf dem Flugplatz Schagol in der Oblast Tscheljabinsk nach ukrainischen Angaben zwei Su-57 und eine Su-34; die Region meldete keine Schäden an Flugzeugen.

Am 23. Juli stürzte eine Su-57 bei Swenigorod in der Oblast Moskau während eines Trainingsflugs ab. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz, das Verteidigungsministerium bestätigte den Verlust einer Trainingsmaschine. Defence24 zählte den Brand von Achtubinsk als elften Verlust eines neueren russischen Kampfflugzeugs allein im Oktober 2026.

Achtubinsk ist dabei kein gewöhnlicher Stützpunkt: Dort sitzt das 929. Staatliche Flugtestzentrum der russischen Luftstreitkräfte. Schon im Juni 2024 hatten ukrainische Drohnen dort erstmals eine Su-57 beschädigt – Splitterschäden, die ein russischer Militärkanal bestätigte.

Die Su-57-Verluste seit 2024

  1. 8. Juni 2024
    Erste Su-57 in Achtubinsk beschädigt

    Ukrainische Drohnen beschädigen nach HUR-Angaben erstmals eine Su-57 auf dem Flugplatz; ein russischer Militärkanal bestätigt Splitterschäden.

  2. 25. April 2026
    Drohnenangriff auf Schagol

    Nach ukrainischen Angaben werden zwei Su-57 und eine Su-34 getroffen; die Region meldet keine Schäden an Flugzeugen.

  3. 23. Juli 2026
    Absturz bei Moskau

    Eine Su-57 stürzt bei Swenigorod während eines Trainingsflugs ab, der Pilot rettet sich mit dem Schleudersitz.

  4. 29. Oktober 2026
    Brand beim Triebwerksstart

    In Achtubinsk gerät eine Su-57 beim Triebwerksstart in Brand und brennt vollständig aus.

  5. 2. November 2026
    HUR bestätigt den Verlust

    Der ukrainische Geheimdienst nennt Treibstoff unzureichender Qualität als mögliche Ursache.

Was die Bilder nicht klären

Unklar bleibt, ob verunreinigter Treibstoff, ein technischer Defekt oder eine andere Ursache das Feuer auslöste. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) berichtete am 2. November über die HUR-Meldung. Newsweek, Kyiv Independent, United24 Media und FOCUS online berichteten in den Folgetagen.

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Für die Flotte bleibt der Ausfall empfindlich: Statt der geplanten 76 Maschinen stehen nach vorliegenden Schätzungen rund 20 im Dienst, und der vierte Verlust des Jahres ist von russischer Seite nicht eingeräumt. Ob Ersatz aus der laufenden Produktion kommt oder aus dem Testbestand, ist offen – und damit auch, wie viele Su-57 in einem Jahr noch fliegen.