Amira Aly (34) hat bei der Geburt ihres zweiten Sohnes nach eigener Schilderung um ihr Leben gebangt. In der Nacht zum 27. Dezember 2020 riss ihre Gebärmutterwand auf – eine Uterusruptur, die nur eine sofort angeordnete Notoperation beheben konnte.
Die Moderatorin spricht darüber in einer neuen Folge ihres Podcasts „Amira +1“. Darin geht es mit dem Gynäkologen Dr. Konstantin Wagner um Mythen rund um Schwangerschaft und Geburt – und um die Frage, ob ihre Schmerzen damals ernst genug genommen wurden.
Vier Stunden allein im Klinikbett
Zunächst hielt Aly die Schmerzen vier Stunden lang allein im Bett aus. „Ich habe wirklich in meinem Leben noch nie solche Schmerzen gespürt“, sagt sie über diese Zeit. Danach fuhr sie in eine Klinik.
Dort gingen Schwester und Ärzte von normalen Wehen aus. Eine Schwester gab ihr ein Zäpfchen und ließ sie am Wehenschreiber, dem CTG, allein. Wie sie diese Nacht erlebte, steht in der Schilderung der heftigen Komplikationen bei der Geburt.
„Ich habe zu der Schwester gesagt: „Sie können mir nicht erzählen, dass das normale Wehen sind. Keine Frau hält so etwas 20, 30 Stunden aus.““
Aly wirft der Klinik vor, ihre Schmerzen nicht ernst genommen zu haben. „Ich konnte nicht einmal mehr schreien, ich konnte nicht einmal mehr atmen. Alles hat wehgetan“, beschreibt sie ihren Zustand vor der Operation.
Ein Riss, der in Minuten lebensgefährlich wird
Der mitdiskutierende Gynäkologe Wagner erklärt in der Folge, warum eine Uterusruptur so schnell kritisch wird: Durch die Gebärmutter flössen pro Minute rund 500 Milliliter Blut. Reiße sie auf, sei das eine „absolut lebensbedrohliche Situation“ – für das Kind und für die Mutter.
„Für alle, die sich nichts vorstellen können: Dir reißt ein inneres Organ einfach auf“, sagt Wagner. Ein solcher Riss blute wahnsinnig und zähle zu dem Heftigsten, was einer Gebärenden passieren könne.
Wie knapp es war, erfuhr Aly erst danach. Sie zitiert die Ärzte mit den Worten, es sei schon „kurz vor knapp“ gewesen: „Gut, dass sie noch mal hereingekommen sind.“
Nach 24 Stunden zurück nach Hause
Die Klinik verließ Aly nach eigenen Angaben bereits nach 24 Stunden – obwohl die Ärzte ihr davon abrieten. Der Bericht über die lebensbedrohliche Geburt ihres Sohnes schildert, dass sie viel Blut verloren hatte und eine Woche lang „kreidebleich“ war.
„Mein Ex-Mann hatte keinen Bock, noch eine zweite Nacht dort zu schlafen. Ich hatte aber so viel Blut verloren und ich war wirklich kreidebleich eine Woche lang.“
Warum es zu dem Riss kam, erklärt sie sich mit der Vorgeschichte: Ihr erster Sohn kam im November 2019 per Kaiserschnitt zur Welt, dazwischen lag kaum ein Jahr. Ihre Zweifel in der zweiten Schwangerschaft hatte sie zuvor schon öffentlich gemacht.
Die Tochter kam per geplantem Kaiserschnitt
Ende Oktober 2026 kam ihre Tochter zur Welt – das dritte Kind und das erste gemeinsame mit Partner Christian Düren (36). Der Eingriff war ein vorsorglich vorgezogener, geplanter Kaiserschnitt und verlief ohne Komplikationen. Geburt des dritten Kindes hatte sie anschließend selbst verkündet.
„Das sollte jetzt nicht nochmal passieren, deswegen müssen wir die kleine Maus natürlich ein bisschen früher holen“, sagt Aly über die Entscheidung für den früheren Termin. Diesmal stand der Geburtstermin vorher fest, statt von einer spontanen Notlage abzuhängen.
Von der Notoperation zur geplanten Geburt
- November 2019Erster Sohn kommt per Kaiserschnitt zur Welt
Damit beginnt die Vorgeschichte, die Aly später mit der Uterusruptur in Verbindung bringt.
- Juni 2020Aly verkündet ihre zweite Schwangerschaft im TV
Zwischen dem ersten Kaiserschnitt und der neuen Schwangerschaft liegt nur gut ein halbes Jahr.
- 27. Dezember 2020Vier Stunden Schmerzen, dann Notoperation
Aly hält die Schmerzen zunächst allein im Bett aus, fährt in eine Klinik, wo normale Wehen vermutet werden. Kurz darauf wird die Uterusruptur operiert.
- 28. Dezember 2020Entlassung gegen ärztlichen Rat
Nach 24 Stunden verlässt Aly die Klinik, obwohl sie viel Blut verloren hat und eine Woche lang kreidebleich ist.
- Ende Oktober 2026Tochter kommt per geplantem Kaiserschnitt
Das dritte Kind und erste gemeinsame Kind mit Christian Düren wird vorsorglich früher geholt – ohne Komplikationen.
- 3. November 2026Podcast-Folge wird bekannt
Medien berichten über Alys Schilderung und ihre Kritik, in der Klinik nicht ernst genommen worden zu sein.
Ob Aly rechtliche Schritte gegen die damalige Klinik prüft, ist nicht bekannt. In der Folge geht es ihr nach eigener Darstellung um etwas anderes: dass Schmerzäußerungen von Gebärenden nicht als Übertreibung abgetan werden.
