John Frieda stirbt mit 75 Jahren in London
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Beauty-Branche

John Frieda stirbt mit 75 Jahren in London

Der Starfriseur, der Prinzessin Diana frisierte und mit Frizz-Ease eine Weltmarke schuf, ist tot. Sein Londoner Salon meldete den Tod am Abend des 3. November – eine Ursache nennt niemand.

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John Frieda (75) ist tot. Der Friseur, dessen Name in Drogerieregalen auf der ganzen Welt steht, starb am Abend des 3. November 2026 in London, wie die Todesmeldung des Telegraph berichtet. Sein Salon teilte auf dem offiziellen Instagram-Account mit, Frieda sei „friedlich im Kreise seiner Familie“ gestorben – unterlegt mit einem Schwarz-Weiß-Porträt.

Eine Todesursache nannte der Salon nicht. Freunde erklärten, Frieda sei zuvor längere Zeit unwohl gewesen. Die Londoner Star-Coloristin Nicola Clarke, die unter anderem Cate Blanchett und Madonna betreut, schrieb in ihrem Kondolenzpost, er sei „nach einem tapferen Kampf gegen eine Krankheit“ gestorben, umgeben von seiner Familie. Was ihn zuletzt schwächte, blieb öffentlich.

Automatische Übersetzung · Englisch

Mit schweren Herzen teilen wir die Nachricht, dass unser lieber John friedlich verstorben ist ….umgeben von seiner Familie. John war mehr als ein Mentor für uns; er war eine wahre Ikone der Haarindustrie. Er war die Person, die uns alles beigebracht hat, die an uns glaubte und uns besser machte. Sein Talent und seine Leidenschaft haben so viele berührt, und sein Vermächtnis wird in jedem Einzelnen von uns weiterleben. Wir werden weiterhin dafür sorgen, dass er stolz auf uns ist. Unsere Gedanken sind bei Johns Familie und allen, die ihn liebten. Ruhe in Frieden, John. Du wirst für immer in unseren Herzen sein. 🤍

Instagram · @johnfriedasalon

Vom Assistenten im Salon des Vaters zur Weltmarke

Geboren wurde er 1951 als Alan Howard Frieda in Kenton im Nordwesten Londons, als Sohn eines aus Polen stammenden Vaters und einer irischen Mutter; der Vater betrieb einen Salon in Ealing. Mit 16 begann er nach schwachen Prüfungen die Ausbildung, sein Vater schickte ihn ins „House of Leonard“. Dort wurde aus Alan „John“: Im Salon werde man beim Vornamen gerufen, ein zweiter Alan sei nicht möglich gewesen.

1976 gelang ihm der Durchbruch: Für Joanna Lumley schnitt er den „Purdey“-Topfschnitt für „The New Avengers“, der in Großbritannien zum Massentrend wurde. Im selben Jahr eröffnete er seinen ersten Salon, 1980 folgte der namensgebende in London. 1981 verantwortete er Dianas blondes Kurzhaar im Verlobungsporträt für den „British Vogue“; später kamen Jackie Kennedy Onassis, Mick Jagger und Madonna.

Stationen eines Friseurlebens

  1. 1951
    Geburt in Kenton

    Alan Howard Frieda kommt im Nordwesten Londons zur Welt; sein Vater führt einen Salon in Ealing.

  2. 1976
    Purdey-Schnitt und erster Salon

    Der Topfschnitt für Joanna Lumley wird zum Britain-Trend; Frieda eröffnet einen eigenen Salon und heiratet Lulu.

  3. 1981
    Dianas Verlobungsporträt

    Frieda stylt das blonde Kurzhaar der Prinzessin für den „British Vogue“.

  4. 1988
    Frizz-Ease kommt auf den Markt

    Das Anti-Frizz-Serum, entwickelt mit der US-Managerin Gail Federici, macht ihn weltbekannt.

  5. 2002
    Verkauf an Kao

    Das Haarpflegegeschäft geht für 450 Millionen US-Dollar an den japanischen Konzern; die Salons behält er.

  6. 2019
    Hochzeit mit Frances Avery Agnelli

    Er heiratet die Witwe des Fiat-Erben Giovanni Alberto Agnelli.

  7. 2026-11-03
    Tod in London

    Der Salon meldet am Abend, Frieda sei mit 75 Jahren friedlich im Kreis seiner Familie gestorben.

Das Serum, das aus dem Friseur einen Konzern machte

Zum Weltstar außerhalb der Salons wurde er durch Haarpflege. Mit Gail Federici entwickelte er Ende der 1980er eine eigene Linie; 1988 kam Frizz-Ease auf den Markt, später die Blondinen-Serie Sheer Blonde. Die Idee dahinter: Haartypen nach Farbe unterscheiden statt alle gleich zu behandeln. Zu Spitzenzeiten setzte die Marke nach Angaben aus seinem Umfeld umgerechnet rund 150 Millionen Pfund pro Jahr um.

2002 verkaufte Frieda das Haarpflegegeschäft für 450 Millionen US-Dollar – rund 260 Millionen Pfund – an den japanischen Kao-Konzern. Seine Salons behielt er: zwei in London, zwei in New York, einer in Los Angeles. Noch 2025 führte ihn eine Rangliste der reichsten Führungspersönlichkeiten der britischen Beauty-Industrie auf Platz vier. Der Name auf den Shampooflaschen gehört seither einem Konzern, die Salons blieben seine.

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Zwei Ehen, vier Kinder, ein öffentliches Privatleben

Sein Privatleben war selbst Teil der Schlagzeilen. Im Oktober 1976 heiratete er die schottische Sängerin Lulu; Ringo Starr, Elton John und Tom Jones sollen bei der Hochzeit zu Gast gewesen sein. Anfang der 1990er Jahre wurde die Ehe geschieden, aus ihr stammt Sohn Jordan, der Schauspieler wurde. Lulu sprach später von einer „sehr schmerzhaften Zeit“. Frieda sagte über sie, er habe nie aufgehört, sie zu lieben.

„Sie ist ein unglaublicher Mensch. Und wenn ich nicht so verkrampft und paranoid gewesen wäre und nicht befürchtet hätte, ‚Mr. Lulu‘ zu sein … Aber ich war ein junger Kerl. Was auch immer passiert ist, man hört nie auf, diesen Menschen zu lieben. Sie ist die Mutter meines Sohnes.“
John Frieda, Starfriseur und Unternehmer

Nach der Trennung zog er nach New York und entwickelte mit der Hollywood-Stylistin Sally Hershberger Produkte für unterschiedliche Haarfarben. 2019 heiratete er Frances Avery Agnelli, die Witwe des Fiat-Erben Giovanni Alberto Agnelli, die er schon 2002 kennengelernt hatte. Mit ihr bekam er zwei weitere Kinder, Jackson und Leyla, und wurde Stiefvater von Asia Agnelli. Er hinterlässt seine Frau, vier Kinder und zwei Enkelkinder.

„Der beste Mann, den es je gab“

Die Trauerbekundungen kamen am 4. November aus der gesamten Branche. Stieftochter Asia Agnelli verabschiedete sich mit einer Fotoreihe – Kindheitsbild, Familienurlaub, ihre Hochzeit – und schrieb, man habe „den besten Mann verloren, den es je gab“. Das Model Jo Wood erinnerte sich, Frieda habe ihr mit 16 die Haare gemacht, als er noch Assistent war. Die Unternehmerin Trinny Woodall schickte allen ganz viel Liebe. Cetera Lamb, Kreativdirektorin des Mayfair-Salons, formulierte, was der Verlust für das Haus bedeutet.

„Die Branche hat eine wahre Legende verloren, einen echten Querdenker der Friseurkunst. 50 Jahre lang hat er unseren wundervollen Salon geführt und ein unglaubliches Erbe an Leidenschaft, Kreativität, Vision und herausragender Friseurkunst hinterlassen.“
Cetera Lamb, Kreativdirektorin des John-Frieda-Salons Mayfair

Mary Rector vom Fachmagazin „Behindthechair“ beschrieb ihn als einen, der trotz Weltruhm „mit dem Herzen immer bei den Friseuren“ blieb – wie sein Vorbild Vidal Sassoon, dessen Gedenkfeier Frieda 2012 in der St Paul’s Cathedral besuchte. Weniger bekannt war sein Engagement für HAIRraising, das Geld für Kinderkliniken in London und Boston sammelte; mit fünf Jahren hatte er ein Jahr im Krankenhaus verbracht. Offen ist, wie es mit seinen fünf Salons weitergeht.