27-Jähriger führt Polizei in Lokstedt zur Leiche einer 70-Jährigen
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Tötungsdelikt

27-Jähriger führt Polizei in Lokstedt zur Leiche einer 70-Jährigen

Ein 27-Jähriger meldet in Hamburg-Lokstedt eine Körperverletzung und führt die Polizei dann zu einer toten 70-Jährigen. Er sitzt wegen dringenden Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft – Medienberichte über eine Enthauptung weist die Polizei als falsch zurück.

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Die Polizei Hamburg hat Berichte mehrerer Medien zurückgewiesen, die Frau sei in einer Wohnung in Lokstedt enthauptet worden. Das treffe nicht zu, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Bestätigt sind bislang nur tödliche Verletzungen.

Ein 27-jähriger gambischer Staatsangehöriger sitzt seit Mittwoch wegen dringenden Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung – verurteilt ist er nicht.

Was in der Wohnung am Grandweg geschah, rekonstruieren zwei Behörden: die Mordkommission des Landeskriminalamts (LKA 41) und die Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft.

Ein 27-Jähriger führt die Polizei zur Toten

Gegen 15.30 Uhr erschien der Mann auf dem Polizeikommissariat 23 in der Troplowitzstraße und zeigte eine Körperverletzung an. Kurz darauf berichtete er auf dem Weg zum Grandweg von einer toten Person in einer Wohnung.

Polizisten fuhren mit ihm zu dem siebenstöckigen Mehrfamilienhaus. Im zweiten Obergeschoss fanden sie die Leiche einer Frau mit tödlichen Verletzungen. Der 27-Jährige wurde noch am Nachmittag vorläufig festgenommen und zur Polizeidienststelle gebracht.

Am Abend des 3. November bestätigte die Polizei den Fund öffentlich – mehr als den Leichenfund und eine Mordkommission gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.

„In einer Wohnung wurde eine tote Frau entdeckt. Eine Mordkommission ist auf dem Weg zum Tatort.“
Sören Zimbal, Pressesprecher der Polizei Hamburg

Mehr als diese Worte hatte der Sprecher am Dienstagabend nicht zu bieten – es war der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich Öffentlichkeit und Ermittler zu diesem Zeitpunkt verständigen konnten. Erst am Mittwoch kamen weitere Details hinzu.

Was die Ermittler über das Verhältnis sagen

Bei der Toten handelt es sich um eine 70-Jährige. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einem Bekanntenverhältnis aus, wie der NDR über die getötete 70-Jährige in Lokstedt berichtet.

Zudem liegen nach Erkenntnissen der Polizei Hinweise vor, dass der 27-Jährige psychisch erkrankt ist. Bereits am Abend des 3. November hatte die Polizei die erste offizielle Meldung zum Tötungsdelikt veröffentlicht.

Der Streit um die Tatortdetails

Der Leichnam wies nach MOPO-Informationen massive Schnittverletzungen am Hals auf. BILD berichtete von massiven Kopfverletzungen und einem blutigen Tatort. Die Polizei trat den Enthauptungsberichten am Mittwoch entgegen, ohne eigene Angaben zur Art der Verletzungen nachzuliefern.

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Spurensicherung arbeitet bis in die Abendstunden

Der Fundort liegt im zweiten Obergeschoss eines siebenstöckigen Mehrfamilienhauses am Grandweg. Lokstedt gehört zum Bezirk Eimsbüttel. Fahnder der Mordkommission sicherten Spuren in der Wohnung, die Spurensicherung untersuchte den Tatort am Abend des 3. November über Stunden.

Offen ist, wann die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt und ob die Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Beschuldigten im Verfahren eine Rolle spielen – etwa durch ein Gutachten zur Schuldfähigkeit.