Janosch stirbt mit 95 – seine Kindheit war „totale Zerstörung“
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Kinderbuch-Legende

Janosch stirbt mit 95 – seine Kindheit war „totale Zerstörung“

Er wurde 95 Jahre alt und schuf mit Tiger und Bär ein Weltpanorama der Freundschaft. Doch Janoschs eigene Kindheit war nach seinen Worten „die totale Zerstörung meiner Person“ – dieser Widerspruch prägte sein Werk bis zuletzt.

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Seine Kindheit war „die totale Zerstörung meiner Person“ – daraus machte er das Glück für Millionen. Janosch (95) ist am Dienstag auf Teneriffa gestorben, wie der Bericht der Tagesschau über Janoschs Tod bestätigt. Verleger Bernhard Feil gab den Tod im Auftrag von Janoschs Frau Ines bekannt.

Der 1931 im oberschlesischen Zabrze geborene Zeichner schuf mehr als 150 Bücher, die in rund 40 Sprachen übersetzt wurden und sich millionenfach verkauften. Mit Tiger, Bär und der Tigerente wurden seine Figuren zu einer weltweit lizenzierten Marke.

Der Durchbruch mit Panama

1978 erschien „Oh, wie schön ist Panama“ im Beltz-Verlag – und wurde zum Welterfolg. Das Buch erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis und machte Janosch endgültig berühmt.

In den 1980er-Jahren zog Janosch mit seiner Frau Ines auf die Kanareninsel Teneriffa, wo er mehr als vier Jahrzehnte lebte. 2010 kündigte er an, keine weiteren Bücher mehr zu schreiben, und widmete sich ganz der Malerei.

Janoschs Leben in Stationen

  1. 11. März 1931
    Geburt in Oberschlesien

    Horst Eckert, später Janosch, wird in Zabrze (damals Hindenburg) geboren.

  2. 1978
    Durchbruch mit Panama

    „Oh, wie schön ist Panama“ erscheint und wird mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

  3. 1980er-Jahre
    Rückzug nach Teneriffa

    Janosch zieht mit seiner Frau Ines auf die Kanareninsel und lebt dort mehr als vier Jahrzehnte.

  4. 2010
    Abschied vom Schreiben

    Janosch kündigt an, keine weiteren Bücher mehr zu schreiben, und widmet sich der Malerei.

  5. 3. November 2026
    Tod mit 95 Jahren

    Janosch stirbt auf Teneriffa. Am Tag darauf gibt Verleger Bernhard Feil den Tod bekannt.

Ein Leben gegen die zerstörte Kindheit

Janoschs frühe Jahre in Oberschlesien und der Neuanfang in Oldenburg nach 1945 prägten ihn. Verleger Bernhard Feil beschrieb seinen Antrieb so: „Er wollte den Menschen seine verpasste Kindheit zurückgeben – auf eine Weise, die spielerisch und verständlich ist. Und das ist ihm gelungen.“

Die gesammelten Reaktionen auf Janoschs Tod reichen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bis zum Beltz-Verlag. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte, Janosch habe gezeigt, „dass das wahre Glück im Leben oft im vermeintlich Kleinen und eigentlich ganz Großen liegt, in Freundschaft und in Freiheit“.

„Lebensbegleiter wie nur wenige andere Autoren und Zeichner – für ungezählte Kinder, für ungezählte Erwachsene, die mit Kindern leben, und für alle, die nicht verlernt haben, zu staunen und sich zu wundern.“
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Was bleibt: Tigerente und Wondrak

Seit 2013 kommentiert Janoschs Alter Ego Herr Wondrak im „Zeit“-Magazin das Zeitgeschehen. SWR-Intendant Kai Gniffke würdigte die Tigerente als Teil des kollektiven Gedächtnisses: „Janoschs Tigerente ist Teil unseres kollektiven Gedächtnisses – und sie hat mit dem ‚Tigerenten Club‘ im Kinderfernsehen des SWR und der ARD ihren festen Platz gefunden.“ Der Sender änderte sein Abendprogramm und zeigte die Dokumentation „Da wo ich bin, ist Panama“.

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Bis zum 17. Mai zeigte das Neue Kunstmuseum Tübingen die Ausstellung „95 Jahre Janosch“. Feil nannte den Tod einen herben Verlust, sagte aber: „Was bleibt, sind seine Romane, seine Kindergeschichten, dieser wunderbare Kosmos von Tieren, den er geschaffen hat.“ Ob der SWR dauerhaft einen Janosch-Schwerpunkt einrichtet, ist offen.