Ray Nicholson kämpft gegen den Schatten seines Vaters Jack
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Hollywood-Nachwuchs

Ray Nicholson kämpft gegen den Schatten seines Vaters Jack

Ray Nicholson (34) spielt in „The Mosquito Bowl“ eine seiner bislang größten Rollen – und muss dabei gegen ein Gesicht anarbeiten, das alle an Jack Nicholson erinnert. Ab 25. November läuft der Film weltweit bei Netflix.

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Ray Nicholson (34) wird oft mit seinem Vater Jack Nicholson verglichen – und kämpft genau deshalb um Anerkennung. Seit seiner ersten kleinen Filmrolle 2006 in „The Benchwarmers“ gilt er vielen vor allem als Sohn von Jack Nicholson (89).

Nun bekommt er eine seiner bislang größten Rollen. In „The Mosquito Bowl“ spielt Nicholson den Footballstar Tony Butkovich; das 127 Minuten lange Kriegsdrama läuft seit dem 30. Oktober in ausgewählten US-Kinos und startet am 25. November weltweit bei Netflix.

Regisseur Peter Berg benennt das Problem seines Hauptdarstellers ohne Umschweife: Es sei das Gesicht, das Nicholson nicht loswerde.

„Es ist unmöglich, in Rays Gesicht, seinem Lächeln und seinen Augen seinen Vater nicht zu sehen. Das ist eine schwere Bürde, oder? Er kommt da nicht heraus.“
Peter Berg, Regisseur

Ein zweiseitiger Brief an Peter Berg

Um die Rolle zu bekommen, griff Nicholson zu einem ungewöhnlichen Mittel. Während der Feuer in Los Angeles im Januar 2025 schrieb er Berg einen zweiseitigen handgeschriebenen Brief – und erhielt den Part.

Für Nicholson schließt sich damit ein Kreis: Er hat selbst Football gespielt, wie USA TODAY über Nicholsons Football-Vergangenheit berichtet.

„Football hat mein Leben gerettet.“
Ray Nicholson, Schauspieler

Die Dreharbeiten zu dem Film nennt er lebensverändernd. Für einen Schauspieler, der zwei Jahrzehnte lang vor allem in Nebenrollen auftauchte, ist das eine ungewohnt große Bühne.

Der Vater, der nicht mehr dreht

Jack Nicholson hat sich aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Sein letzter Film war die Komödie „Woher weißt du, dass es Liebe ist“, die 2010 in die Kinos kam – seitdem ist es still um den dreifachen Oscar-Preisträger geworden.

Michael Douglas (82) bestätigte das Ende im Oktober mit klaren Worten: „Er arbeitet nicht mehr. Ihm geht es gut. Er ist verschwunden. Ich weiß das“, sagte er über seinen Kollegen. Ein neuer Film ist seitdem nicht angekündigt.

Öffentlich zu sehen war der 89-Jährige zuletzt im Februar 2026, bei der 50-Jahr-Sendung von „Saturday Night Live“ – einer seiner letzten Auftritte.

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Vier Footballstars und ein Antikriegsfilm

Im Zentrum stehen vier Footballstars: Neben Nicholson spielen Nicholas Galitzine, Bill Skarsgård und Tom Francis. Vorlage ist das Sachbuch „The Mosquito Bowl“ von Buzz Bissinger aus dem Jahr 2022.

Bissingers Buch trägt den Untertitel „Ein Spiel von Leben und Tod im Zweiten Weltkrieg“. Es beschreibt das gleichnamige Spiel, das am 24. Dezember 1944 auf der Pazifikinsel Guadalcanal ausgetragen wurde.

Berg will daraus keine Heldenverehrung machen. Auf einem Podium am 4. November sagte er, neben ihm Hauptdarstellerin Jennifer Garner: „Ich weiß nicht, wie ein vernünftiger Mensch einen kriegsbefürwortenden Film machen könnte. Das hier ist definitiv ein Antikriegsfilm.“

Was der 25. November entscheidet

Ende Oktober, nach der Weltpremiere beim AFI Fest im Chinese Theatre in Hollywood, wurde Nicholson deutlich. Er habe lange gezweifelt, ob er überhaupt Schauspieler werden wolle, sagte er – und sprach im Hollywood-Reporter-Gespräch über seinen Kampf um Anerkennung: „Ich kämpfe ständig um Legitimität.“

Die Fachpresse nimmt ihn inzwischen anders wahr: Variety setzte ihn im Oktober auf die Liste „10 Actors to Watch“, die Schauspielerinnen und Schauspieler mit besonderem Potenzial hervorhebt.

Nicholson zitiert einen Satz, den sein Vater oft sagt.

„Mein Vater sagt immer, Anspannung ist Talent – und ich habe eine Menge Anspannung.“
Ray Nicholson, Schauspieler

Ob die Rechnung aufgeht, entscheiden die Zuschauerzahlen: Am 25. November startet „The Mosquito Bowl“ weltweit bei Netflix. Dann zeigt sich, ob das Publikum in Ray Nicholson den Schauspieler sieht – oder weiter nur das Grinsen seines Vaters.