Tamme Hankens Ehering hängt seit zehn Jahren an einer Kette
Zum zehnten Todestag von Tamme Hanken spricht Witwe Carmen Hanken über den Anruf aus der Klinik, den Ehering, den sie nie abgelegt hat – und warum sie sich gegen Kritik am Verkauf der Tiere verteidigt.
Ihren eigenen Ehering hat Carmen Hanken seit dem 10. Oktober 2016 nicht mehr abgelegt. Zehn Jahre nach dem plötzlichen Tod von Tamme Hanken (†56) lebt sie weiter auf dem Hankenhof in Filsum – und wehrt sich gegen Kritik an dem, was sie nach seinem Tod verkauft hat.
Anlass ist der zehnte Todestag am 10. Oktober. Für das Interview zum zehnten Todestag hat Carmen Hanken Journalisten auf den Hof im ostfriesischen Filsum empfangen; einen Tag später griffen weitere Medien das Gespräch auf.
Am Abend des 10. Oktober 2016 erwartet sie ihren Mann zu Hause. Statt seiner kommt ein Anruf aus der Klinik. Zwei Stunden lang versuchen Ärzte, ihn wiederzubeleben – vergebens, Tamme Hanken stirbt an Herzversagen.
„Das war schon so, als würde man den Fußboden unter den Füßen weggezogen bekommen.“
Carmen Hanken, Witwe von Tamme Hanken
Der Ring hängt an einer Kette
Ihren eigenen Ring trägt sie weiter, seiner passt nicht über ihre Finger: Tammes Ehering hängt an einer Kette um ihren Hals. „Da passt ein Zwei-Euro-Stück rein, so dick waren seine Finger“, sagt sie über die Hand eines Mannes, der 2,06 Meter groß war.
Ein Schmuckstück kann ein ganzes Bekenntnis sein. Wie öffentlich solche Stücke gedeutet werden, zeigt auch, dass Cathy Hummels die Diamantkette von Mats beim Blauen Panther trägt und damit eine Aussage über ihre gescheiterte Ehe trifft.
Zwölf Jahre waren die beiden verheiratet, 14 Jahre ein Paar. Kennengelernt haben sie sich 2002, als der „Knochenbrecher“ in der Talkshow von Johannes B. Kerner saß und Carmen ihn dort zum ersten Mal sah: „Da hab ich ihn das erste Mal gesehen! Den Pullover hatte er auch bei unserem ersten Treffen an.“
Kritik am Verkauf der Tiere
Nach Tammes Tod verkleinerte sie den Reha-Hof. 50 Pferde, 18 Rinder, 17 Schafe und elf Schweine verkaufte sie – für diese Entscheidung wurde sie öffentlich kritisiert.
Ihre Antwort darauf: „Ich musste viel verkaufen, dafür wurde ich kritisiert. Aber wie, bitte, sollte ich mich um 50 Pferde kümmern?“ Der Satz trifft den Kern des Streits. Für ihre Kritiker war der Hof sein Vermächtnis, für sie war er ohne ihn nicht zu halten.
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Was aus dem Hankenhof wurde
Der Hof misst rund 9.000 Quadratmeter. Zwischen 2010 und 2012 sanierten die Hankens ihn aufwendig – neues Dach, modernisierte Gebäude. 2020 verkaufte Carmen Hanken knapp die Hälfte an einen privaten Investor; auf rund 8.000 Quadratmetern sollen Wohnungen entstehen, wie ein Bericht darüber, was aus dem Hankenhof in Filsum wurde, zeigt.
Tammes Wohnung im Obergeschoss blieb erhalten, mit den Möbeln, die er selbst ausgesucht hat, und einer Dusche, die auf seine 2,06 Meter zugeschnitten ist. Heute übernachten dort Feriengäste. „Ich denke, so ist Tamme happy, dass der Hof noch da ist. Wir haben ihn ja beide geliebt.“
Vom ersten Fernsehbild bis zum Verkauf
27. März 2002
Erste Begegnung im Fernsehen
Carmen sieht Tamme Hanken in der Talkshow von Johannes B. Kerner – kurz darauf lernen sich die beiden persönlich kennen.
2008
Start der Doku-Soap
Die NDR-Doku-Soap „Der XXL-Ostfriese“ macht Tamme Hanken deutschlandweit bekannt.
2010 – 2012
Sanierung des Hankenhofs
Das Paar saniert den rund 9.000 Quadratmeter großen Hof in Filsum: neues Dach, modernisierte Gebäude.
10. Oktober 2016
Tod mit 56 Jahren
Tamme Hanken stirbt an Herzversagen. Zwei Stunden Reanimation bleiben erfolglos, Carmen Hanken erfährt es durch einen Anruf aus der Klinik.
2020
Verkauf von knapp der Hälfte
Carmen Hanken verkauft knapp die Hälfte des Hofes an einen privaten Investor; auf rund 8.000 Quadratmetern sollen Wohnungen entstehen.
Kein Platz für einen Neuen
Ob sie sich eine neue Partnerschaft vorstellen könne, beantwortet sie knapp und ohne Bedauern:
„Das findet in meiner Lebensrealität nicht statt. Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich sage nicht nie, aber es ist mir nicht wichtig.“
Carmen Hanken, Witwe von Tamme Hanken
Einsam fühlt sie sich nach eigener Schilderung nicht, sie genießt ihre Unabhängigkeit. An ihn denkt sie trotzdem jeden Tag: „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an ihn denke.“
Zehn Jahre nach dem Anruf aus der Klinik ist der Hankenhof ihr Zuhause, Tammes Wohnung eine Ferienwohnung, sein Ring an einer Kette um ihren Hals. Was aus dem Hof wird, wenn sie ihn nicht mehr selbst führen kann – diese Frage lässt das Interview offen.