Jahrelang hielt sich die Öffentlichkeit mit Spekulationen zurück. Nach der pompösen kirchlichen Trauung 2016 auf dem Petersberg bei Bonn hieß es beschwichtigend, die standesamtliche Eheschließung folge „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“. Jetzt, fast ein Jahrzehnt später, macht Daniela Katzenberger reinen Tisch: Sie und Lucas Cordalis haben nie vor dem Standesamt geheiratet. Rechtlich sind sie bis heute ledig.
Die 39-Jährige bestätigte dies in einem Interview mit der Zeitschrift Das neue Blatt. Schon kurz nach der Trauung hatte sie widersprüchliche Angaben gemacht – mal war vom verschobenen Termin die Rede, mal von reiner „Bürokratie“. Erst 2026 räumte sie gegenüber der Neuen Post endgültig ein: Es gab nie einen Gang zum Standesamt.
Eine Kindheit voller Trennungen
Ihre Ablehnung der staatlichen Ehe begründet Katzenberger mit den Erfahrungen ihrer eigenen Jugend. Ihre Mutter Iris war mehrfach verheiratet und geschieden, die Familie musste ständig umziehen. „Meine Mutter war ständig neu verliebt, verheiratet oder wieder geschieden. Wir mussten dauernd umziehen. Als ich so alt war wie meine Tochter heute, hatte ich schon zum achten Mal die Schule gewechselt“, erzählt sie.
Weil ich gesehen habe, was Heiraten und Scheidungen anrichten können. Für mich zählt nicht der Stempel vom Amt, sondern ob man zusammenhält. Lucas und ich hatten unsere kirchliche Hochzeit, die war uns emotional wichtig.Daniela Katzenberger
Diese Erlebnisse hätten sie zu einem radikalen Entschluss geführt: Sie ließ sich sterilisieren, um nicht das Muster ihrer Mutter zu wiederholen. „Drei Kinder von drei Vätern, das war etwas, von dem ich früh wusste, dass es sich in meinem Leben nie wiederholen soll. Ich wollte eine Tochter, ein schönes Zuhause und einfach Ruhe.“
Kirchliche Trauung trotz fehlender Zivilehe
Dass die beiden Katholiken überhaupt ohne standesamtliche Eheschließung kirchlich heiraten konnten, ist einer Gesetzesänderung von 2009 zu verdanken. Seitdem darf die Kirche in Ausnahmefällen auch ohne vorherige Zivilehe den Segen spenden. Pfarrer Norbert Fink, der die Zeremonie auf dem Petersberg leitete, betonte damals: „Wir fühlen uns nicht verheiratet, wenn wir nicht in der Kirche mit einem Priester und dem Segen Gottes für unsere Beziehung heiraten.“ So wurde die emotional aufgeladene Feier möglich, die live im Fernsehen übertragen wurde.
Cordalis, der in seiner Jugend Messdiener war und sogar über einen Ordenseintritt nachgedacht hatte, unterstrich den geistlichen Anspruch. Für das Paar zählte allein der Bund vor Gott – der „Stempel vom Amt“ blieb ihnen fremd.
Las Vegas 2024: Ein weiteres Bekenntnis ohne Rechtskraft
Im Oktober 2024 erneuerte das Paar sein Eheversprechen in Las Vegas – mit Elvis-Imitator und jeder Menge Tränen, aber erneut ohne rechtliche Bindung. Katzenberger nannte es in ihrer Doku-Soap ein „sehr emotionales Bekenntnis“ – mehr nicht. Die Zeremonie war für sie Ausdruck ihrer Verbundenheit, nicht der Wunsch nach einem amtlichen Siegel.
Die Frage, ob das Paar jemals den Schritt zum Standesamt wagen wird, bleibt offen. Katzenberger jedenfalls scheint mit ihrem Lebensmodell im Reinen: „Für mich zählt, ob man zusammenhält.“





