„Was, wenn mir ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?"
KI-Bild
PromisEskalation im Fall Ulmen

„Was, wenn mir ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?"

Collien Fernandes sieht sich nach Gewaltvorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen massiven Bedrohungen ausgesetzt. Im Tagesspiegel spricht sie über ihre konkrete Angst vor einem Mordanschlag – und erhebt schwere Vorwürfe gegen Ulmen.

Angst vor radikalen Fans

Collien Fernandes lebt in konkreter Furcht. „Was ist denn, wenn mir irgendwann so ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?", fragte die 44-Jährige in einem Podiumsgespräch mit dem „Tagesspiegel" im Deutschen Theater. Seit sie ihren Ex-Mann öffentlich der digitalen und häuslichen Gewalt bezichtigt, wird die Moderatorin mit einer Welle von Hassnachrichten und Morddrohungen überzogen.

Was ist denn, wenn mir irgendwann so ein Christian-Ulmen-Ultra eine Kugel in den Kopf jagt?
Collien Fernandes (Schauspielerin und Moderatorin)

Chronik der Vorwürfe

Die Eskalation hat eine Vorgeschichte. Im März 2026 warf Fernandes Ulmen erstmals öffentlich vor, über Jahre Fake-Profile mit ihrem Namen erstellt und darüber sexualisierte Chats mit Männern geführt zu haben. Zudem soll er gefälschte intime Aufnahmen verbreitet haben. Ein von ihr angezeigter Vorfall körperlicher Gewalt auf Mallorca 2023 führte zu Ermittlungen, die Ende Mai 2026 von der Staatsanwaltschaft Potsdam auch wegen des Verdachts der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt aufgenommen wurden. Ulmen bestreitet die Anschuldigungen.

Neue Welle nach Gerichtsentscheidung

Besonders nach einem Teilerfolg Ulmens vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht, das dem „Spiegel" zwei Aussagen über Deepfake-Videos untersagte, nahmen die Drohungen zu. Fernandes sieht darin eine kalkulierte Strategie: Durch das Bestreiten von Nebenaspekten werde der Eindruck erweckt, ihre gesamten Vorwürfe seien widerlegt. Sie spricht von einer „Täterstrategie", die die Gefahr für ihr Leben bewusst in Kauf nehme. „Es sollte auch bei ihm angekommen sein, dass ich Morddrohungen bekomme", so Fernandes.

Die Schauspielerin betonte, dass die Grenzen zwischen virtueller und realer Gewalt verschwimmen. „Das alles findet eben nicht nur hinter einem Computer statt, sondern hinter diesem Computer sitzen Menschen." Bei öffentlichen Auftritten trug sie zeitweise eine kugelsichere Weste, eine geplante Demo-Teilnahme in Hamburg musste sie aus Sicherheitsgründen absagen.

Mittlerweile hat Fernandes wieder direkten Kontakt zu Ulmen, berichtet jedoch: „Ich bin wirklich erstaunt darüber, wie wenig man das sehen kann, was man getan hat." Sie fordert eine gesellschaftliche Neuausrichtung und eine „nationale Strategie gegen männliche und digitale Gewalt". Ihr Resümee: „Wir müssen ein neues Selbstverständnis erlernen, dass nicht das Opfer die Familie zerstört, sondern der Täter."

Mehr aus

Promis