Der riskante Eingriff in der Türkei
Im Sommer 2023 reiste Gina-Lisa Lohfink in die Türkei, um sich einem sogenannten Brazilian Butt Lift (BBL) zu unterziehen. Dabei wird Fett abgesaugt und in das Gesäß injiziert – einer der riskantesten Schönheitseingriffe weltweit. Experten schätzen die Sterblichkeitsrate auf 1 zu 3.000.
Kurz nach dem Eingriff verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. Mit 40 Grad Fieber lag sie eine Woche im Bett und sagte später: „Ich bin fast gestorben! So viel Angst hatte ich noch nie.“ Unter Schmerzmitteln reiste sie zurück nach Deutschland, wo ihr Hausarzt sie mit Infusionen versorgte. Doch die Beschwerden blieben.
Gel wandert und verursacht schwere Entzündungen
Das eingespritzte Material – laut Lohfink ein Gel – verhielt sich nicht wie vorgesehen. Es migrierte aus dem Gesäß in ihre Oberschenkel und löste dort heftige Entzündungen aus. In einem RTL-Interview klagte sie: „Ich habe so starke Schmerzen, das kann ich gar nicht in Worte fassen.“ Aus ihrem Bein läuft kontinuierlich Flüssigkeit ab – nach eigenen Angaben eine Mischung aus Eiter und Blut.
Arzt: Gel nie vollständig entfernbar
Der plastische Chirurg Dr. Andreas Dorow übernahm die Behandlung. Bei einer mehrstündigen Operation entfernte er entzündetes Gewebe. Bereits im Januar 2026 holte er nach eigenem Bekunden etwa 95 Prozent des Fremdmaterials heraus. Fünf Wochen vor Ende Mai 2026 wurde sie erneut am linken Bein operiert. Doch im rechten Bein befindet sich weiterhin ein Loch mit Gelresten, aus dem „viel Eiter“ läuft.
„Wahrscheinlich wird die arme Gina damit ihr Leben lang zu kämpfen haben, weil es wahrscheinlich nie ganz restlos zu entfernen ist.“Andreas Dorow (Arzt)
Das verbliebene Kunststoffgel ist mit Bakterien durchsetzt, die von Antibiotika nicht vollständig erreicht werden. Es verursacht immer wieder neue Entzündungen. Schlimmstenfalls könne es zu einer Sepsis kommen, die selbst unter medizinischer Betreuung lebensbedrohlich sei. Lohfink selbst gestand: „Ich habe Angst, mein Bein zu verlieren!“
Keine weitere OP – neuer Lebensansatz
Ursprünglich plante Lohfink eine weitere Operation Anfang 2026 in der Schweiz. Doch im Juni 2026 schlug sie einen anderen Weg ein. Nachdem sie im Fitnessstudio eine Frau mit einem durchtrainierten Körper sah, verkündete sie: „Ich werde keine weitere Po-OP machen. Ich werde meinen Arsch trainieren.“ Durch Sport und die Abnehmspritze Ozempic nahm sie innerhalb kurzer Zeit acht Kilo ab und wiegt nun zwischen 51 und 53 Kilo.
„Seid vorsichtig und lasst euch gar nichts irgendwo, weder ins Gesicht noch sonst wo einspritzen, was nicht hundert“Andreas Dorow (Arzt)
Den Appell ihres Arztes unterstreicht Lohfink mit einer eigenen Warnung: „Ich kann damit Frauen, Mädchen, Männern – egal wem – zeigen, was passieren kann, und sie schützen.“ Der Fall zeigt die potenziell lebenslangen physischen und psychischen Folgen einer verpfuschten Schönheitsoperation.
Ob die 39-Jährige jemals beschwerdefrei leben wird, bleibt ungewiss. Die chronischen Entzündungen und das drohende Sepsis-Risiko belasten ihren Alltag massiv. Für viele Betroffene solcher Eingriffe bleibt die Hoffnung auf vollständige Heilung ein Wunschtraum.





