30 Monate Haft: Netflix-Regisseur verprasste Millionen für Luxus und Dogecoin
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30 Monate Haft: Netflix-Regisseur verprasste Millionen für Luxus und Dogecoin

Carl Rinsch kassierte elf Millionen für eine Sci-Fi-Serie, die nie gedreht wurde, und finanzierte sich ein Luxusleben. Jetzt muss er ins Gefängnis – Keanu Reeves bat vergeblich um Milde.

30 Monate Haft für Netflix-Betrüger

Am 29. Juni 2026 verurteilte ein Bundesgericht in New York den Hollywood-Regisseur Carl Erik Rinsch zu 30 Monaten Gefängnis, wie die BBC berichtet. Eine Jury hatte ihn bereits im Dezember 2025 des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche schuldig gesprochen. Der Fall erschütterte die Filmbranche: Rinsch hatte Netflix um rund 11 Millionen Dollar betrogen, die für eine ambitionierte Sci-Fi-Serie bestimmt waren.

Rinsch, bekannt durch den Fantasyfilm „47 Ronin" mit Keanu Reeves, bekam vom Streamingdienst insgesamt 55 Millionen Dollar für die Entwicklung der Serie „White Horse" (später „Conquest"). Als die Produktion stockte, forderte er 2020 weitere elf Millionen an – vorgeblich zur Fertigstellung der ersten Staffel. Doch keine einzige Episode wurde je gedreht.

Luxusautos und Dogecoin-Zockerei

Statt in die Postproduktion zu fließen, landete das Geld auf Rinschs privatem Brokerkonto. Er verlor zunächst mehr als die Hälfte durch spekulative Optionsgeschäfte mit Biotech-Aktien und einem S&P-ETF. Den Rest steckte er in Kryptowährungen – vor allem Dogecoin – und erzielte zeitweise hohe Gewinne. „Grazie, Gott sei Dank", kommentierte er die Rallye.

Das veruntreute Geld finanzierte einen exzessiven Lebensstil: Fünf Rolls-Royce, ein Ferrari, Antiquitäten, Designermöbel und zwei Matratzen für 638.000 Dollar. Während Netflix-Manager auf die Fertigstellung der Serie drängten, gab Rinsch die Millionen für persönliche Extravaganzen aus.

Richter: Vorsätzlich gelogen

Vor Gericht führte die Verteidigung Rinschs psychische Erkrankungen ins Feld. Er leide an Autismus und ADHS und habe sich während der Dreharbeiten in einer Psychose befunden. Freunde berichteten, er habe geglaubt, Blitzeinschläge und Vulkanausbrüche vorhersagen zu können. Rinsch selbst gab an, er habe irrtümlich gedacht, das Geld sei für den Produktionserhalt während der Pandemie bestimmt.

US-Bezirksrichter Jed Rakoff zeigte zwar Verständnis, blieb aber bei seiner harten Bewertung: „Die psychischen Probleme mögen einige der Exzesse erklären, aber sie ändern nichts an der Schlussfolgerung des Gerichts, dass er entschlossen war, zu lügen, um erhebliches Geld von Netflix zu bekommen, und zu lügen, um es zu vertuschen." Neben der Haftstrafe ordnete Rakoff drei Jahre Bewährung, 11 Millionen Dollar Schadensersatz und eine Geldstrafe von 700 Dollar an.

Das Strafmaß fiel deutlich milder aus als die von der Staatsanwaltschaft geforderten fünf bis zehn Jahre. Grund war auch ein Brief von Keanu Reeves, der das Gericht um Milde bat. Der Schauspieler beschrieb Rinsch als kreativ und fürsorglich, räumte aber ein, dieser neige dazu, „Umfang und Ausmaß dessen, was ausgehandelt wurde, zu überschätzen und sich so selbst zu sabotieren".

Rinsch zeigte sich im Prozess reuevoll: „Dieser Prozess hat mich gezwungen, mich mit Dingen in Bezug auf meine Gesundheit, mein Urteilsvermögen und mein Leben auseinanderzusetzen." Sein Anwalt kündigte Berufung an. Rinsch muss seine Strafe im September 2026 antreten. Der Fall könnte Signalwirkung für die milliardenschwere Streamingindustrie haben, in der gewaltige Budgets ohne ausreichende Kontrollen vergeben werden.

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