17.604 Firmenpleiten 2025 – höchster Stand seit 20 Jahren
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WirtschaftRekord-Pleitewelle

17.604 Firmenpleiten 2025 – höchster Stand seit 20 Jahren

Deutschlands Unternehmen gehen in Scharen pleite: 2025 meldeten 17.604 Betriebe Insolvenz an – mehr als während der Finanzkrise 2009. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet sogar mit 24.000 Fällen und Forderungsausfällen von 57 Milliarden Euro. Besonders hart trifft es Gastgewerbe, Bau und Einzelhandel.

Pleitewelle 2025 übertrifft selbst die Finanzkrise 2009

17.604 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 – das ist der höchste Wert seit 20 Jahren. Wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet, übertrifft die Schreckenszahl sogar jene aus der internationalen Finanzkrise 2009. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Auch Anfang 2026 steigen die Zahlen weiter.

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet die Insolvenzen für 2025 sogar auf 24.000 hoch und beziffert die Forderungsausfälle auf 57 Milliarden Euro. Der Trend werde sich nicht ändern, solange die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend verbessert würden, warnen die Experten.

Gastgewerbe und Baugewerbe trifft es am härtesten

Laut Statistischem Bundesamt registrierten die Amtsgerichte im Januar 2026 insgesamt 1.919 beantragte Unternehmensinsolvenzen – 4,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mit 9,1 Fällen je 10.000 Unternehmen war das Gastgewerbe am stärksten betroffen, gefolgt von Verkehr und Lagerei mit 8,6 sowie dem Baugewerbe mit 7,8 Insolvenzen.

Auch der Standort Deutschland ist eine Belastung für die Unternehmen an sich, vor allem aufgrund hoher Energiepreise und in Zukunft steigender Kosten für CO₂-Zertifikate.
Focus Online, Wirtschaftsressort

Neben konjunkturellen Schwankungen machen den Firmen vor allem strukturelle Probleme zu schaffen: die Kosten der Bürokratie, die hohen und weiter steigenden Energiepreise sowie die Steuerlast für den Mittelstand. Tiefgreifende strukturelle Probleme sind mittlerweile die Hauptursache – nicht mehr nur die Rezession allein.

Insolvenzhäufigkeit nach Branchen – Januar 2026

Fälle je 10.000 Unternehmen

Quelle: Statistisches Bundesamt, April 2026

170.000 Jobs vernichtet – bekannte Namen verschwinden

Für 170.000 Beschäftigte bedeutete die Insolvenz ihres Arbeitgebers 2025 den Gang zum Jobcenter. Zahlreiche bekannte Marken sind aus dem Straßenbild verschwunden: der Schuhhändler Görtz, der Modehersteller Gerry Weber, der Herrenausstatter Wormland, die Modekette Esprit und der Zoohändler Zajac. Der Dekoriese Depot bekam gerade noch die Kurve, und Galeria Karstadt Kaufhof steckt erneut in der Umstrukturierung.

Zunehmend betroffen sind auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen – vier Fünftel der deutschen Kliniken schreiben bereits rote Zahlen. In der Chemieindustrie sind die Produktionsanlagen nur noch zu 70 Prozent ausgelastet, und die Automobilzulieferer leiden unter Werksschließungen und Kurzarbeit.

Investoren kehren Deutschland den Rücken

Die Düsseldorfer Unternehmensberatung Falkensteg meldet, dass immer mehr Investoren grundsätzlich nicht mehr in Deutschland investieren wollen. Die kumulierten Belastungen am Standort seien zu groß. Ohne einen Befreiungsschlag bei Bürokratie, Energiekosten und Steuern, so warnen Wirtschaftsforscher, drohe die Rezession in eine echte Depression zu münden.

Im Februar 2026 registrierten die Amtsgerichte weitere 2.053 Unternehmensinsolvenzen – ein minimaler Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber immer noch auf extrem hohem Niveau. Ob die Bundesregierung rechtzeitig gegensteuert, bleibt offen – sicher ist nur: Die nächsten Monate werden für Deutschlands Mittelstand zur Zitterpartie.

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