47,7 Prozent: Diese vier Jahrgänge bekommen die niedrigste Rente aller Zeiten
KI-Bild
WirtschaftRentenniveau

47,7 Prozent: Diese vier Jahrgänge bekommen die niedrigste Rente aller Zeiten

Das Rentenniveau fiel 2015 auf einen historischen Tiefstwert von 47,7 Prozent. Für die Geburtsjahrgänge 1948, 1949, 1950 und 1952 bedeutete das den Eintritt in die Altersrente auf Rekordtief.

Das deutsche Rentenniveau erreichte 2015 mit 47,7 Prozent einen historischen Tiefstand. Vier Geburtsjahrgänge, die in dieser Zeit in Rente gingen, bekommen dadurch im statistischen Vergleich die niedrigsten Altersbezüge aller Generationen.

Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis der Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst zum Durchschnittseinkommen. In den 1970er-Jahren lag dieser Wert noch bei über 55 Prozent, 1977 sogar bei 59,8 Prozent.

Historischer Tiefststand trifft vier Jahrgänge

Betroffen sind die Jahrgänge 1948 (Renteneintritt 2014, Niveau 48,1 Prozent), 1949 (2015, 47,7 Prozent), 1950 (2016, 48,1 Prozent) und 1952 (2018, 48,1 Prozent). Der Jahrgang 1951 fällt heraus, weil sein Renteneintritt 2017 mit einem Niveau von 48,3 Prozent etwas höher lag.

Die Betroffenen – geboren Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre – mussten zahlreiche Rentenreformen verkraften, darunter die Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors 2005, der die Rente an die Demografie koppelt. Hinzu kamen steigende Beitragssätze und vor allem in Ostdeutschland massive Brüche in den Erwerbsbiografien nach der Wiedervereinigung.

Garantie: Keine nominalen Rentenkürzungen

Trotz des niedrigen Niveaus sind die tatsächlich gezahlten Renten nicht gesunken. Die Deutsche Rentenversicherung betont, dass die gesetzliche Rentengarantie Kürzungen ausschließt. Das Rentenniveau zeigt lediglich, dass die Renten langsamer stiegen als die Löhne.

Konkrete Durchschnittsrenten für einzelne Jahrgänge veröffentlicht die Rentenversicherung nicht. Die Analyse stützt sich daher auf das relative Rentenniveau. Auch die absolute Zahl der betroffenen Rentner wird in keiner offiziellen Statistik beziffert.

Ausblick: 2026 steigen die Renten um 4,24 Prozent

Zum 1. Juli 2026 steigen die Renten um 4,24 Prozent. Die Standardrente erhöht sich dann auf 1.913,40 Euro. Das ist das vierte Mal in fünf Jahren mit einer Anpassung von über vier Prozent.

Die Rentenanpassung zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent ist eine gute Nachricht für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Damit erfüllen wir erneut ein zentrales Leistungsversprechen der gesetzlichen Rentenversicherung: Die Renten folgen den Löhnen.
Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund

Die Haltelinie von 48 Prozent wurde mit dem Rentenpaket 2025 bis 2031 verlängert. Die Rentenanpassungen folgen dieser Vorgabe.

Umfrage
Lädt
Mehr aus

Wirtschaft