Israelische Warnung vor konkretem Mordkomplott
Die israelische Regierung hat die USA in dieser Woche vor einem neuen iranischen Plan zur Ermordung von Präsident Donald Trump gewarnt. Das berichten das Wall Street Journal und CNN unter Berufung auf informierte Kreise. Demnach handelte es sich um frische Geheimdienstinformationen, die auf ein spezifisches Komplott hindeuteten – und nicht nur um das allgemeine Bedrohungsniveau, das US-Dienste ohnehin schon registrierten.
Details zu dem angeblichen Plan blieben zunächst unklar. Die israelische Botschaft in Washington lehnte einen Kommentar ab, und die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen reagierte nicht auf Anfragen. Das Weiße Haus verwies auf Trumps eigene Äußerungen vom 8. Juli auf dem NATO-Gipfel in Ankara.
Trump selbst hatte dort gesagt: „Sie wollen den US-Anführer ausschalten – mich. Ich stehe auf jeder Liste. Ich habe heute Morgen gesehen, ich stehe auf jeder einzelnen ihrer Listen. Und bisher hatte ich wohl ein bisschen Glück, aber das hält vielleicht nicht sehr lange an. Das sind böse, kranke Menschen.“ In Mashhad im Iran skandierten Trauernde zeitgleich beim Trauerzug für den getöteten früheren Obersten Führer Ali Khamenei Parolen wie „Trump, wir werden dich töten!“ und hielten Schilder mit der Aufschrift „Kill Trump“ hoch.
US-Beamte: Kein konkreter Operationsplan
Doch nur einen Tag später zog CNN die Substanz der Warnung in Zweifel. Zwei mit der Angelegenheit vertraute US-Quellen erklärten, die israelischen Hinweise spiegelten eher einen allgemeinen Wunsch von Teilen der iranischen Hardliner-Führung wider, Trump ins Visier zu nehmen, als einen konkreten, detaillierten Operationsplan. Als Triebfeder wurde der neue Kommandeur der Revolutionsgarden, Ahmad Vahidi, genannt.
Gegenüber Channel 12 äußerten zwei US-Beamte zudem die Einschätzung, Israel habe die Informationen übermittelt, um die Beziehungen zwischen Premierminister Benjamin Netanyahu und Trump zu verbessern und die US-Politik gegenüber Iran zu beeinflussen. Die Informationen bezögen sich auf einen allgemeinen Dialog iranischer Funktionäre, nicht auf einen konkreten Plan.
Trump selbst spielte die Bedeutung der israelischen Geheimdienstinformationen in einem Interview mit der New York Post herunter: „Israel hat nichts geliefert.“ Er sei „seit Langem“ Irans „Ziel Nummer eins“. Als Sicherheitsvorkehrung nutzte er auf dem Rückflug aus der Türkei eine ältere Air Force One.
Angespannte Lage und offene Fragen
Die angespannte Lage zwischen den USA und Iran hatte sich zuletzt durch gegenseitige Drohungen und Angriffe in der Straße von Hormus verschärft. Eine 60-tägige Waffenruhe war zerbrochen, doch im Hintergrund liefen diplomatische Bemühungen weiter. Iran droht den USA offen mit Vergeltung, seit Washington 2020 General Qassem Soleimani tötete.
Ob es tatsächlich einen neuen, konkreten Anschlagsplan gibt oder Israel lediglich eine diplomatische Botschaft senden wollte, bleibt offen. Die widersprüchlichen Bewertungen der Geheimdienste verschärfen die Unsicherheit – und die Gefahr einer Eskalation bleibt real.
Die israelische Warnung und ihre unterschiedliche Interpretation durch US-Behörden werfen ein Schlaglicht auf die brüchige Sicherheitslage im Nahen Osten und das Misstrauen selbst unter Verbündeten. Welche Konsequenzen Washington zieht, ist noch unklar. Frühere Berichte zu den Spannungen zwischen den USA und Iran zeigen, dass die Situation jederzeit eskalieren kann.









