Keine Distanzierung von Angriffen: „Widersetzen“ gibt rechten Medien die Schuld
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Keine Distanzierung von Angriffen: „Widersetzen“ gibt rechten Medien die Schuld

Nach den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt weigert sich das Bündnis, Gewalt gegen Journalisten zu verurteilen. Ein Sprecher nennt eine mögliche AfD-Regierung zudem „illegitim, egal wie viel Prozent sie bekommen hat“.

Blockade gescheitert, Tausende auf der Straße

Es war das erklärte Ziel des Aktionsbündnisses „Widersetzen“: den AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt mit Massenblockaden zu verhindern. Doch trotz der Sperrung von Autobahnauffahrten und Bundesstraßen blieb das Messegelände für die Delegierten erreichbar. Der Parteitag begann pünktlich – das Bündnis war mit seiner Kernforderung gescheitert. Nach Polizeiangaben beteiligten sich rund 31.000 Menschen an den Protesten, die Veranstalter sprachen von bis zu 50.000 Teilnehmenden.

Gewalt gegen Reporter, keine Distanzierung

Am Rande der Demonstrationen kam es zu mehreren Übergriffen auf Journalisten. Drei Reporter des Online-Portals „Apollo News“ wurden verfolgt und körperlich attackiert. Einem Vertreter der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ wurde das Handy geraubt, zudem wurde er geschlagen und bedrängt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Vor laufender Kamera fiel der Satz: „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten.“

Sie wollen eine Distanzierung von mir, die kann ich Ihnen aber nicht liefern, weil die Leute, die sich haben provozieren lassen, ebenfalls zur antifaschistischen Bewegung gehören.
Suraj Mailitafi, Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“

Im Interview mit dem Stern verweigerte „Widersetzen“-Sprecher Suraj Mailitafi daraufhin jede Distanzierung von der Gewalt. Die betroffenen Journalisten seien mit der Absicht gekommen, „zu provozieren und diese Bilder zu erzeugen, um sie danach propagandistisch auszuschlachten“. Co-Sprecher Noa Sander nannte die Reporter von „Apollo News“ im „Freitag“ „rechte Provokateure, die gezielt Hetze betreiben“.

AfD-Regierung „illegitim“ – Widerstand soll weitergehen

Noch radikaler positionierte sich Mailitafi zur Legitimität der Partei. Er sagte: „Eine AfD-Regierung ist illegitim, egal wie viel Prozent sie bekommen hat.“ Zur Begründung führte er an, dass viele von den Plänen der Partei Betroffene gar nicht wahlberechtigt seien. Das Bündnis hatte bereits zuvor die gerichtliche Zurückstufung der AfD zum rechtsextremen Verdachtsfall als „lächerlich“ kritisiert.

Eine AfD-Regierung ist illegitim, egal wie viel Prozent sie bekommen hat.
Suraj Mailitafi, Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“

Das Scheitern in Erfurt räumte Mailitafi ein: „So ehrlich müssen wir sein, uns ist nicht gelungen, weshalb wir nach Erfurt gekommen sind.“ Dennoch wertete er jede Erschwernis für AfD-Mitglieder als Erfolg. Der Protest werde weitergehen, kündigte „Widersetzen“ an. In Magdeburg soll nun über Strategien beraten werden, um eine absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt zu verhindern.

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