Nach gescheiterter Blockade: Explizite Drohung an CDU und BSW
Nach dem Scheitern der Massenblockade gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt hat das linksextreme Bündnis »Widersetzen« eine unverhohlene Drohung an CDU und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ausgesprochen. Auf einer Pressekonferenz am Sonntag warnte Sprecherin Noa Sander: Sollten diese Parteien den „FaschistInnen an die Macht“ helfen, würden sie zum nächsten Aktionsziel. Wie die Welt berichtet, richtet sich die Warnung unmittelbar auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026.
Der AfD-Parteitag am 4. und 5. Juli in der Erfurter Messehalle war von massiven Protesten begleitet. Laut Polizei beteiligten sich rund 31.000 Menschen an Demonstrationen und Blockaden, das Bündnis selbst sprach von 17.000 Teilnehmern allein an Sitzblockaden – die größten, die »Widersetzen« je organisiert habe. Trotzdem erreichten die meisten AfD-Delegierten bereits ab 4 Uhr morgens das Gelände, der Parteitag begann pünktlich. Die Wiederwahl von Alice Weidel (81 Prozent) und Tino Chrupalla (70 Prozent) als Parteivorsitzende verlief ungestört.
Drohung zielt auf Koalitionsdebatte in Magdeburg
Die Drohung steht im Zusammenhang mit den politischen Verhältnissen in Sachsen-Anhalt. CDU-Spitzenkandidat und Landesvorsitzender Sven Schulze schließt eine Koalition mit der AfD öffentlich aus, doch die AfD liegt in Umfragen dicht hinter der CDU. Sander begründete die Warnung mit der Befürchtung, dass „erstmals seit 1945 wieder die Gefahr besteht, dass Faschisten in eine deutsche Landesregierung kommen“. Die Machtübernahme der AfD müsse gestoppt werden.
Auch die übrigen demokratischen Parteien nahm Sander ins Visier: „Wir müssen genauso die Steigbügelhalter und rückgratlosen Politiker in allen anderen Parteien stoppen, die mit ihrer Politik jeden Tag die Würde von Millionen Menschen mit Füßen treten.“ Der Faschismus beginne nicht erst, wenn Faschisten regierten, sondern wenn regierende Parteien AfD-Forderungen übernähmen.
An alle Parteien, insbesondere CDU und BSW, das hier ist unsere explizite Warnung. Wenn ihr es wagt, den FaschistInnen an die Macht zu helfen, macht ihr euch zu unserem nächsten Aktionsziel.Noa Sander, Sprecherin des Bündnisses »Widersetzen«
Wagenknecht wirft Aktivisten Doppelmoral vor
Sahra Wagenknecht, Gründerin des BSW, kritisierte das Vorgehen scharf. Auf X warf sie den Aktivisten Doppelmoral vor und nannte es „zutiefst undemokratisch“ sowie „brandgefährlich und kontraproduktiv“, demokratische Parteien mit Blockaden und Drohungen ins Visier zu nehmen. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla spottete über die gescheiterte Blockade: „Der frühe Vogel fängt den Wurm (...) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“
Unterdessen rechtfertigte das Bündnis Übergriffe auf Journalisten rechter Medien. Sander erklärte, „Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen.“ Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Wie bekannt wurde, griffen Aktivisten Reporter von „Apollo News“ und der „Jungen Freiheit“ an.
Nächste Aktionen in Schwerin und Magdeburg geplant
Trotz der Niederlage wertete »Widersetzen« die Proteste als Teilerfolg. Jeder Fall, bei dem einem AfD-Mitglied der Weg erschwert worden sei, sei „ein Erfolg“ gewesen. Das Bündnis rief dazu auf, bereits am 18. August 2026 Aktionen gegen einen Aufmarsch der AfD-Jugend in Schwerin zu organisieren. Ende Juli ist zudem ein Planungstreffen für den Herbst in Magdeburg vorgesehen. „Wir mobilisieren jetzt nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Sander.
Das Bündnis versteht sich als bundesweiter antifaschistischer Zusammenschluss und ruft zu massenhaftem zivilem Ungehorsam auf. Es erhielt für die Erfurter Proteste Unterstützung von Organisationen wie Fridays for Future und den Jusos. Noa Sander erklärte abschließend: „An alle, die jetzt schon in Angst leben, wir lassen euch nicht allein.“





