High Court weist Harrys Datenschutzklage ab – Richter rügt Beweisführung
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High Court weist Harrys Datenschutzklage ab – Richter rügt Beweisführung

Das Londoner Gericht weist sämtliche Vorwürfe illegaler Recherche gegen den Daily-Mail-Verlag zurück. Prinz Harry und Baroness Lawrence sprechen von einer „Weißwäscherei“.

Der Londoner High Court hat Prinz Harry eine herbe juristische Niederlage bereitet. Gemeinsam mit sechs weiteren prominenten Persönlichkeiten – darunter Baroness Doreen Lawrence und Sir Elton John – hatte der 41-Jährige gegen den Daily-Mail-Verlag Associated Newspapers geklagt. Sie warfen den Boulevardblättern jahrelange illegale Informationsbeschaffung vor. Wie die BBC berichtet, wies Richter Justice Nicklin die Klage am Montag vollständig ab.

Die Kläger hatten versucht, das Gericht zu dem Schluss zu bewegen, dass Artikel allein deshalb unrechtmäßig recherchiert sein müssten, weil sie private Details enthielten und der Verlag die genaue Quellenherkunft nicht beweisen könne. Nicklin nannte dies in seiner 436-seitigen Urteilsbegründung einen „unzulässigen Ansatz“.

In substance, the claimants’ case invites the Court to conclude that, because the information was private and because Associated cannot positively explain how it was sourced, the article must have been unlawfully sourced. That is not a permissible approach.
Richter Nicklin

„Komplette und offensichtliche Weißwäscherei“

Prinz Harry und Baroness Doreen Lawrence reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung empört auf das Urteil. „Wir kamen vor Gericht, um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu erhalten. Wir haben beides nicht bekommen“, hieß es darin.

Es ist eine komplette und offensichtliche Weißwäscherei, aber leider keine Überraschung.
Prinz Harry und Baroness Doreen Lawrence

Der Verlag Associated Newspapers begrüßte das Urteil als „überwältigenden Sieg“. Ein Sprecher nannte die Anschuldigungen „reißerisch und absurd“ und Teil einer Kampagne, die freie Presse zu knebeln. Ex-Chefredakteur Paul Dacre sprach von einer „Verschwörung, um eine Zeitung zu zerstören“.

38-Millionen-Pfund-Prozess ohne Erfolg

Das Verfahren galt mit geschätzten Kosten von bis zu 38 Millionen Pfund als eines der teuersten in der britischen Justizgeschichte. Insgesamt 97 Einzelvorwürfe hatte das Gericht zu prüfen – alle wurden abgewiesen. Für Prinz Harry war es der letzte einer Reihe von Prozessen gegen Boulevardmedien. Zuvor hatte er Vergleiche mit dem Verlag der Sun und der Mirror-Gruppe erzielt, die ihm Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe und Entschuldigungen einbrachten. Die Reform der britischen Medienlandschaft hatte er zu seinem „Lebenswerk“ erklärt.

Das Urteil fiel ausgerechnet auf den ersten Tag eines einwöchigen Besuchs von Harry in London. Am Abend zuvor hatte er noch eine Filmpremiere besucht, am Montag stand eine Invictus-Veranstaltung auf dem Programm. Auf Reporterfragen zum Richterspruch reagierte er nicht. Ob Harry und seine Mitkläger in Berufung gehen, ließen sie zunächst offen. Für den Prinzen endet der Kampf gegen die Boulevardpresse vorerst mit einer schallenden Niederlage.

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