Abschiebung in der Nacht: Rapper 18 Karat aus Haft nach Portugal ausgeflogen
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Abschiebung in der Nacht: Rapper 18 Karat aus Haft nach Portugal ausgeflogen

Das OVG Münster wies seine Beschwerde zurück, Stunden später wurde der Musiker aus der JVA Dortmund abgeschoben. Seine Anwältin spricht von einem „rechtsstaatlichen Armutszeugnis”.

Entscheidung des OVG Münster

Nur Stunden nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster seine Beschwerde zurückgewiesen hatte, wurde der Gangsta-Rapper 18 Karat in der Nacht zum 8. Juli 2026 aus der Justizvollzugsanstalt Dortmund abgeschoben. Die Ausländerbehörde Dortmund hatte ihm zuvor das EU-Freizügigkeitsrecht entzogen und die Abschiebung nach Portugal angeordnet.

Das Gericht sah keine Anhaltspunkte für einen grundlegenden Wesenswandel des Verurteilten, wie die Zeit berichtet. Weil der Rapper nicht aus dem kriminellen Milieu ausgestiegen sei und weiterhin eine akute Gefahr für die öffentliche Ordnung bestehe, wog die Richter auch seine familiären Bindungen – Ehefrau und ein kleines Kind in Dortmund – nicht schwer genug.

Kritik der Anwältin

Die sofortige Vollstreckung der Abschiebung noch in derselben Nacht stößt auf scharfe Kritik. Seine Anwältin Lisa Grüter erklärte, der Rapper sei festgehalten und ohne Gelegenheit für einen Abschied von der Familie ausgeflogen worden. Statt eines geplanten Besuchs bei Frau und Kind kam es zur Zwangsausreise.

Die Umsetzung der OVG-Entscheidung in Form der sofortigen Abschiebung meines Mandanten Ivo Vieira Silva aus der Haft ist ein rechtsstaatliches Armutszeugnis.
Lisa Grüter, Anwältin von 18 Karat

Hintergrund: Drogenhandel und ein Baby im Gefängnis

18 Karat, bürgerlich Ivo Vieira Silva, war im Dezember 2022 vom Landgericht Dortmund wegen schwerer Betäubungsmittelstraftaten zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Gemeinsam mit Komplizen soll er kiloweise Marihuana – laut Gericht bis zu 17 Kilogramm, teils auch 48 Kilogramm – aus dem Ausland nach Deutschland geschmuggelt und damit gehandelt haben.

Nach Haftantritt heiratete er seine Verlobte Maya in der JVA Dortmund. Das Paar zeugte im Langzeitbesuchsraum ein Mädchen, das um den 40. Geburtstag des Rappers am 21. September herum zur Welt kam. Die Familie hatte ursprünglich nach der Entlassung freiwillig nach Portugal auswandern wollen, wehrte sich aber gegen die behördliche Abschiebung, die jeden weiteren Kontakt unterband.

In Portugal ist der Musiker nun ein freier Mann, da die Staatsanwaltschaft Dortmund auf die weitere Vollstreckung der Reststrafe verzichtete. Sollte er jedoch erneut nach Deutschland einreisen, droht die sofortige Festnahme und das Absitzen der verbleibenden Haftzeit.

Der Rapper stand seit 2016 bei Farid Bangs Label Banger Musik unter Vertrag und prägte den deutschen Gangsta-Rap mit Alben wie „FSK 18 Brutal” und Hits wie „Verliebt in einen Gangster 2”. Seine stets mit goldener Maske gedrehten Videos erzielten millionenfache Aufrufe.

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