Nur 35 Prozent der Deutschen wollen Habeck-Comeback
KI-Bild
PolitikHabeck-Umfrage

Nur 35 Prozent der Deutschen wollen Habeck-Comeback

Eine Forsa-Umfrage zeigt: Nur eine Minderheit begrüßt eine politische Rückkehr des Ex-Vizekanzlers. Besonders zwischen den Parteianhängern klaffen die Meinungen weit auseinander.

Knapp zwei Wochen nach seinem Rücktritt aus dem Bundestag erlebt Robert Habeck eine ernüchternde Botschaft: Nur etwas mehr als jeder dritte Deutsche (35 Prozent) – so das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“ – würde ein politisches Comeback des Grünen-Politikers in einigen Jahren begrüßen. Mit 55 Prozent lehnt eine deutliche Mehrheit eine Rückkehr in die aktive Bundespolitik ab. Die Umfrage unter 1.004 Befragten wurde Ende August 2025 durchgeführt, unmittelbar nachdem Habeck seinen sofortigen Mandatsverzicht bekannt gegeben hatte.

Zustimmung vor allem bei Grünen und Linken

Die größte Zustimmung für ein Comeback erhält Habeck naturgemäß von den eigenen Anhängern: 90 Prozent der Grünen-Wähler sähen ihn gern wieder in der Politik. Aber auch unter den Anhängern der Linken findet eine Rückkehr mit 53 Prozent eine Mehrheit. Bei den SPD-Wählern befürworten 45 Prozent eine politische Heimkehr Habecks. Dagegen sprechen sich die Anhänger der Union mehrheitlich (61 Prozent) dagegen aus, nur 28 Prozent wären dafür. Am geringsten ist die Zustimmung bei AfD-Wählern: Gerade einmal 3 Prozent begrüßen ein Comeback des Ex-Vizekanzlers.

Frauen sehen Habeck positiver als Männer

Ein auffälliger Unterschied zeigt sich nach Geschlecht: Während 42 Prozent der Frauen eine Rückkehr Habecks gutheißen, sind es bei den Männern nur 28 Prozent. Damit stützt sich die Befürwortung eines möglichen Comebacks überproportional auf weibliche Wählerschichten. Der Grund für diese Diskrepanz geht aus der Umfrage nicht hervor.

Mir geht es darum, Abstand zu dem zu engen Korsett des Berliner Politikbetriebs zu gewinnen und nicht mehr nur zu senden, sondern wieder zu empfangen. Im kommenden Jahr werde ich ins Ausland gehen und an verschiedenen Forschungs- und Bildungseinrichtungen lehren, lernen und forschen.
Robert Habeck bei seiner Rücktrittsankündigung

Habeck selbst hatte eine Rückkehr in die Politik nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Bei seiner Ankündigung am 25. August betonte er, sich weiterhin am politischen Diskurs beteiligen zu wollen. Der 56-Jährige war bei der Bundestagswahl 2025 als Kanzlerkandidat der Grünen angetreten; die Partei erreichte 11,6 Prozent und ging in die Opposition. Wenige Tage nach der Wahl legte er sein Mandat nieder.

Die Umfrage verdeutlicht die tiefe Spaltung der deutschen Wählerschaft in der Bewertung des Grünen-Politikers. Während seine Anhängerschaft geschlossen hinter ihm steht und auch linke Wähler mehrheitlich positiv gestimmt sind, bleibt eine breite Mehrheit der Bevölkerung skeptisch. Ob Habeck diese Kluft in den kommenden Jahren überbrücken kann, ist offen.

Mehr aus

Politik