Zwei Stunden im Stau, dann die Rettung zu Fuß
Es sollte sein großer Auftritt als TV-Experte der ARD werden. Doch Bastian Schweinsteiger kam nie pünktlich an. Der Weltmeister von 2014 steckte am Abend des 9. Juli 2026 auf dem Weg zum WM-Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko in einem derart massiven Stau fest, dass er den Sendebeginn um 21 Uhr verpasste – und schließlich joggend die letzten Kilometer zum Gillette Stadium in Foxborough zurücklegte.
Die Stadt Foxborough hatte bereits im Vorfeld vor „heavier traffic, longer travel times“ gewarnt. Die einzige direkte Zufahrt zum Stadion, die Route 1, ist bei Großveranstaltungen chronisch verstopft. An diesem Tag fiel der Anstoß um 4 p.m. Ortszeit zudem mit der abendlichen Rush Hour zusammen – ein Verkehrsinfarkt war programmiert. Schweinsteiger, der eigenen Aussage zufolge „früh genug losgefahren“ war, stand über zwei Stunden im Stau.
Es tut mir leid, ich stecke im Voll-Voll-Vollstau. So was habe ich noch nie in meinem Leben erlebt. Ich bin natürlich früh genug losgefahren und stecke seit zwei Stunden im Verkehr. Es zeigt immer noch 50 Minuten bis zum Stadion.Bastian Schweinsteiger in einer Videobotschaft an Moderatorin Esther Sedlaczek
Bei der ARD musste kurzfristig umdisponiert werden. Kommentator Philipp Sohmer nahm auf dem Expertenstuhl neben Esther Sedlaczek Platz. Die Moderatorin erklärte den Zuschauern: „Es läuft halt nicht immer alles nach Plan.“
Schweinsteiger gab derweil nicht auf. Ein weiteres von der ARD eingespieltes Video zeigte ihn, wie er bei über 30 Grad joggend an der stehenden Autokolonne vorbeizog. Völlig verschwitzt und mit hochrotem Kopf erreichte er um 21:08 Uhr das Studio.
Ich möchte dich nicht umarmen! Aber ich freue mich trotzdem sehr, dass du da bist.Esther Sedlaczek, als Schweinsteiger durchgeschwitzt Platz nehmen will
Der 41-Jährige nahm die Situation mit Humor – und zielte auf die bei vielen Fans umstrittenen Trinkpausen während der WM: „Die Laufbereitschaft für ein Viertelfinale war auf jeden Fall da. Und ich verstehe jetzt auch, liebe Fifa, die Trinkpause macht schon Sinn.“
Die Laufbereitschaft für ein Viertelfinale war auf jeden Fall da. Und ich verstehe jetzt auch, liebe Fifa, die Trinkpause macht schon Sinn.Bastian Schweinsteiger nach seiner schweißtreibenden Ankunft
Weder die ARD noch Schweinsteiger äußerten sich später zu möglichen Konsequenzen. Der Sender integrierte den Experten nach seiner verspäteten Ankunft nahtlos in die laufende Übertragung. Frankreich gewann das Viertelfinale und zog ins Halbfinale der WM 2026 ein.
Der Tag dürfte Schweinsteiger dennoch in Erinnerung bleiben – als der Moment, in dem der Experte zur Not selbst in die Beine kam und selbst eine Trinkpause verdient gehabt hätte.





