Emotionale Worte nach der Abschiebung
In der Nacht auf den 8. Juli 2026 wurde Ivo Vieira Silva, besser bekannt als Rapper 18 Karat, aus der Justizvollzugsanstalt Dortmund direkt in ein Flugzeug nach Portugal gesetzt. Das Oberverwaltungsgericht NRW hatte nur Stunden zuvor seine Beschwerde gegen die Abschiebung zurückgewiesen. Der 40‑Jährige, der als Kleinkind nach Deutschland gekommen war und hier 33 Jahre lang lebte, saß wegen schwerer Drogendelikte eine sechsjährige Haftstrafe ab, von der er knapp vier Jahre verbüßt hatte. Rechtsanwältin Lisa Grüter nannte die sofortige Abschiebung ein „rechtsstaatliches Armutszeugnis“.
Nach mehrtägiger Funkstille äußerte sich 18 Karat am 13. Juli erstmals auf Instagram zu Wort. Er postete ein Bild mit seiner kleinen Tochter an einer portugiesischen Küste und schrieb: „33 Jahre habe ich Deutschland mein Zuhause genannt. Dort bin ich aufgewachsen, dort habe ich mein Leben aufgebaut, dort ist meine Familie. Und trotzdem wurde ich abgeschoben. Das ist meine Realität.“
In einer Instagram-Story am gleichen Tag legte er nach. Er teilte einen Medienbericht über umstrittene Polizisten‑Äußerungen und kommentierte wütend: „Genau das ist, was in Deutschland gerade abgeht!!! Und solche Menschen wie mich schiebt ihr ab. Eine Schande ist das deutsche System.“
Richter, Staatsanwälte, Ausländerbehörde – größte Versager Deutschlands.18 Karat (Rapper, bürgerlich Ivo Vieira Silva)
Familie zurückgelassen
Besonders bitter: Der Rapper musste seine Familie zurücklassen. Er hatte während der Haft seine Partnerin Maya geheiratet; die gemeinsame Tochter wurde im Gefängnis geboren. Maya ist derzeit hochschwanger und erwartet das zweite Kind – die letzten Wochen vor der Geburt muss sie ohne ihren Mann verbringen. Für 18 Karat gilt eine Einreisesperre von mindestens fünf Jahren.
Trotz allem: Musik und Buch geplant
18 Karat will die Abschiebung nicht als Ende sehen. Seinen Fans kündigte er ein neues Album an und stellte eine Biographie sowie einen Instagram‑Livestream in Aussicht, in dem er „die Lügen von Gerichten und Medien“ richtigstellen will. „Man kann einen Menschen aus einem Land bringen. Aber nicht seine Geschichte auslöschen“, schrieb er. Für ihn beginne „der Anfang eines neuen Kapitels“.





