Infantino lobt Trump und macht den Fußball »magisch« – für 80 Dollar Eintritt
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Infantinos bizarre Show

Infantino lobt Trump und macht den Fußball »magisch« – für 80 Dollar Eintritt

Zwei Tage vor dem WM-Finale verwandelte FIFA-Chef Gianni Infantino die Abschluss-Pressekonferenz in eine kommerzielle Show mit Cheerleadern und Popstars – und fand überschwängliche Worte für den US-Präsidenten.

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Am Freitag, dem 17. Juli 2026, nur zwei Tage vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Argentinien und Spanien, absolvierte FIFA-Präsident Gianni Infantino in New York City einen ebenso umtriebigen wie bizarren Medientag. Der Auftritt gipfelte in einer als Abschluss-Pressekonferenz der Finalisten angekündigten Show, die jegliche traditionellen Konventionen des Sports sprengte.

Seriöser Start bei den Vereinten Nationen

Der Tag begann mit einem offiziellen Anstrich: Infantino sprach bei der UNO im Rahmen einer Sitzung über Jugendpsychische Gesundheit. Einen echten WM-Spielball in der Hand haltend, nannte er diesen ein »magisches Objekt, das die Macht hat, die Welt zu vereinen«. Zudem verwies er auf ausverkaufte Stadien und hohe TV-Einschaltquoten als Beleg für die größte WM aller Zeiten.

Trump-Lob im Trump Tower

Anschließend folgte ein Empfang im Trump Tower in Manhattan, bei dem US-Präsident persönlich Gastgeber für Infantino und internationale Fußballstars war. Dort steigerte sich der FIFA-Chef in höchste Lobeshymnen: »Sie brauchen keine Komplimente, Mr. President, aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie nicht so ein unglaublicher Erfolg gewesen.« Trump selbst nannte die WM »eines der größten Sportereignisse aller Zeiten« und wünschte beiden Finalisten Glück.

Der US-Präsident hatte bereits während des Turniers direkt in FIFA-Entscheidungen eingegriffen, etwa als er persönlich bei Infantino anrief, um die Sperre von Folarin Balogun aufzuheben. Die politische Nähe zwischen Trump und der FIFA-Spitze wurde bei dem Empfang einmal mehr deutlich.

80 Dollar Eintritt für die Pressekonferenz

Der spektakuläre und befremdliche Höhepunkt des Tages fand am Abend im Rahmen des Fanatics FanFest im Kongresszentrum in Manhattan statt. Was offiziell als Abschluss-Pressekonferenz der WM-Finalisten deklariert war, entpuppte sich als grelle Glitzershow, die mit Fußball nur noch wenig zu tun hatte. Cheerleader tanzten zu ohrenbetäubendem Bass über die Bühne, eine Lichtshow blendete das Publikum, und eine Anheizerin koordinierte Sprechchöre. Für die Teilnahme an dieser »Pressekonferenz« mussten Fans erstmals 80 US-Dollar Eintritt zahlen; ein Foto mit Moderator und Ex-Profi Rio Ferdinand kostete sogar 170 Dollar.

Auf der Bühne erschienen schließlich die Fußball-Weltstars Lionel Messi – der nur zwei Tage später im Finale auf das einstige Babymodel Lamine Yamal traf –, Rodri und Emiliano Martínez. Sie posierten gemeinsam mit Sportikonen jenseits des Fußballs wie dem ehemaligen NFL-Quarterback Tom Brady, Tennis-Superstar Novak Djokovic und Basketball-Profi Kevin Durant. Auch Rapper Travis Scott mischte sich unter die illustre Runde. Während im Hintergrund Blink-182s »All the Small Things« von 1999 lief, wurde hinter einem schwarzen Tuch der WM-Pokal enthüllt.

Infantino selbst setzte dem Schauspiel die Krone auf. In einem völlig entrückten Moment deklamierte der FIFA-Chef: »Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Von nun an ist alles anders. Von nun an ist alles magisch.« In der Berichterstattung wurde die Veranstaltung als »Gianni-isierung« des Fußballs kommentiert – eine Show, in der sich der FIFA-Präsident als Herrscher über eine reine Entertainment-Maschinerie inszenierte und jeglichen sportlichen Kern im grellen Kommerz ertränkte.

Dass ausgerechnet am Vorabend des größten Fußballspiels der Welt keine einzige sportliche Frage gestellt wurde und stattdessen Popkultur, Politik und Profit den Ton angaben, wirft die Frage auf, ob der Fußball unter Infantino endgültig seine Seele verkauft hat – oder ob eine solche Inszenierung für die FIFA längst zum neuen Normal geworden ist.

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