Es war ein Tag der Kehrtwenden. Zuerst meldeten Sky und „Bild“ am Nachmittag des 19. Juli 2026 eine Einigung zwischen Jürgen Klopp, Red Bull und dem DFB. Kurz darauf dementierte Klopps Berater Marc Kosicke gegenüber dem SID. Dann, wenige Stunden vor dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien, ergriff der 59-Jährige selbst das Wort – und bestätigte den Deal.
Klopp schafft Klarheit am Finaltag
Bei MagentaTV verkündete Klopp: „Ich habe eine Einigung mit RB gefunden, eine großzügige Regelung.“ Er fügte hinzu: „Es ist nichts final, aber die Gespräche liefen und alles geht in die richtige Richtung.“ Auf die voreiligen Medienberichte angesprochen, sagte er: „Wenn es so weit ist, dann werden wir das auch selbst machen, da brauchen wir keine anderen, die ständig zu früh schießen.“ Die Sätze stammten von einem Mann, der sichtlich genervt war von dem tagelangen Informationswirrwarr.
„Ich habe eine Einigung mit RB gefunden, eine großzügige Regelung.“
Noch wenige Stunden zuvor hatten Sky und die „Bild“-Zeitung übereinstimmend berichtet, dass eine Einigung zwischen Klopp, Red Bull und dem DFB erzielt worden sei. Wenig später dementierte Berater Kosicke diese Meldungen auf SID-Anfrage. Klopp selbst war es schließlich, der das stundenlange Auf und Ab beendete.
Der Red-Bull-Deal: Keine Ablöse, keine Bedingungen
Klopp stand seit Januar 2025 als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull unter Vertrag – mit einer Laufzeit bis 2029. Bei einem persönlichen Treffen mit Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff am 18. Juli in New York wurden die letzten Details geklärt. Laut „Bild“ stellt Red Bull keinerlei Forderungen an den DFB: Weder eine finanzielle Ablöse noch eine Weiterbeschäftigung Klopps als Markenbotschafter oder Berater. Ursprünglich war über eine Millionen-Ablöse spekuliert worden, doch nun ist der Weg frei.
Details zum Gespräch mit Mintzlaff nannte Klopp bei MagentaTV nicht. Sein bis 2029 datierter Vertrag als weltweiter Fußball-Chef beim Getränkekonzern hat dem Vernehmen nach aber keine Gültigkeit mehr, sodass er zum DFB wechseln kann.
Fahrplan bis zur Präsentation
Bereits am 11. Juli hatten sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Stellvertreter Hans-Joachim Watzke in New York mit Klopp und dessen Berater getroffen. Dabei wurde eine prinzipielle Einigung – vorbehaltlich der Gespräche mit Red Bull und Sponsorenfragen – über einen Vertrag bis zur WM 2030 erzielt. Am 14. Juli traf Neuendorf in München auf Mintzlaff, um die letzten Hindernisse auszuräumen.
Am 15. Juli informierten Neuendorf und DFB-Generalsekretär Holger Blask in einer digitalen Sitzung Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung über den Stand. Die Gremien müssen der Personalie noch zustimmen – das gilt als Formsache. Bei idealem Verlauf ist die Präsentation Klopps als 13. Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Freitag, dem 24. Juli, in Frankfurt am Main geplant.
„Der Nationaltrainer ist dafür verantwortlich, dass die Spieler, die er zur Verfügung hat, das maximale Ergebnis rausholen. Für die Ausbildung der Spieler kann der DFB natürlich gewisse Leitplanken vorgeben. Aber letztendlich sind wir als Vereine dafür verantwortlich und in der Pflicht, die Spieler so auszubilden, dass sie auch bei einer Weltmeisterschaft den Unterschied machen.“
Der neue Trainerstab und das erste Spiel
Als Co-Trainer werden Klopps langjährige Vertraute Peter Krawietz und Pepijn Lijnders zum DFB wechseln. Ein dritter Assistent ist im Gespräch. Gehaltlich soll Klopp etwas mehr als die sieben Millionen Euro erhalten, die Vorgänger Julian Nagelsmann bezog.
Das erste Länderspiel unter dem neuen Bundestrainer ist für den 24. September 2026 in Amsterdam angesetzt – Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande. Weitere Gruppengegner bis zum Jahresende sind Griechenland und Serbien. Klopp hätte damit ausreichend Zeit, mit potenziellen Stützen des Neustarts wie DFB-Kapitän Joshua Kimmich zu sprechen.
Borussia Dortmunds Sportchef Lars Ricken nannte Klopp ein „Rundum-Problemlöser-Paket“, warnte aber: Der künftige Bundestrainer könne allein nicht der Heilsbringer des deutschen Fußballs sein – die Vereine seien in der Pflicht, Spieler auszubilden, die auf WM-Niveau den Unterschied machen.
Die offizielle Bestätigung durch den DFB steht noch aus. Doch Klopps Worte lassen kaum Zweifel: „In den nächsten Tagen sollte es so weit sein. Es steht eigentlich nichts mehr im Wege – nur, es ist noch nicht offiziell.“





