59.960.593,68 Euro – so viel gab die Bundesregierung 2025 für Informationskampagnen, Anzeigen und Online-Werbung aus. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6939). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um rund ein Drittel: 2024 waren es noch etwa 90 Millionen Euro. Doch ein Ministerium hat seine Ausgaben kräftig erhöht.
Verteidigungsministerium: 41,8 Millionen für Personalwerbung
Allein das Bundesverteidigungsministerium unter Boris Pistorius (SPD) verantwortet mit 41,79 Millionen Euro den Großteil der Kosten. Hinzu kommen 2,85 Millionen Euro für die Kampagne zum Veteranentag 2025. Die Summe floss fast vollständig in die personalwerblichen Kampagnen der Bundeswehr – Plakate, Social-Media-Spots und Online-Anzeigen sollen junge Menschen für den Dienst an der Waffe begeistern. Gegenüber 2024 stiegen die Werbeausgaben des Ministeriums damit um rund zehn Millionen Euro. Die Bundeswehr soll unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) zur „konventionell stärksten Armee in Europa“ werden. Deutschland meldete der Nato zuletzt Rekord-Verteidigungsausgaben von 124,7 Milliarden Euro.
Die Personalkampagne läuft unter Slogans wie „Von Zielen träumen. Und sie erreichen.“ und setzt stark auf Online-Plattformen. Laut Regierungsangaben gab das Ministerium die höchsten Summen für Kampagnen in den sozialen Medien aus. Deutschlands Militärausgaben stiegen 2025 insgesamt um 24 Prozent.
Weitere teure Kampagnen: Familie, Gesundheit, queere Themen
Neben der Bundeswehr gaben auch andere Ressorts Millionen aus. Das Familienministerium unter Lisa Paus (Grüne) investierte 5,34 Millionen Euro – unter anderem in die Kampagne „Pflege kann was“ (2,59 Millionen) und die „Allianz gegen Einsamkeit“ (912.183 Euro). 305.528 Euro flossen in eine Kampagne des Queerbeauftragten der vorherigen Legislaturperiode. Die AfD kritisiert solche Ausgaben regelmäßig als ideologiegetrieben. Zuletzt finanzierte die Organisation Campact drei Millionen Euro gegen die AfD.
Das Gesundheitsministerium (Karl Lauterbach, SPD) gab 3,85 Millionen Euro aus, vor allem für die Kampagnen „Krankenhaus mit Zukunft“ (1,6 Millionen) und Werbung für die elektronische Patientenakte (knapp 850.000 Euro). Das Landwirtschaftsministerium (Cem Özdemir, Grüne) ließ sich „Torffrei gärtnern“ (380.000 Euro) und die Jodsalz-Kampagne (261.000 Euro) jeweils sechsstellige Beträge kosten. Insgesamt summieren sich die Schaltkosten auf knapp 60 Millionen Euro, hinzu kommen Agenturhonorare und Kreationskosten in teils ähnlicher Höhe.
Influencer und bezahlte Social-Media-Kanäle
Die Bundesregierung setzte 2025 auch auf Influencer. Insgesamt waren es 45 Kooperationen in verschiedenen Ministerien. Die Kosten bleiben weitgehend im Dunkeln: Die Regierung beruft sich auf Geschäftsgeheimnisse und nennt keine Einzelbeträge. Bekannt ist lediglich, dass mindestens 250.000 Euro an Influencer gezahlt wurden. Für eine Inklusionskampagne des Entwicklungsministeriums („Sorry, I can't. But together we can.“) erhielt etwa die TikTok-Bekanntheit Gina Antonia Rühl – die „einarmige Prinzessin“ – einen Teil der knapp 80.000 Euro.
„Staatliche Öffentlichkeitsarbeit muss transparent, nachvollziehbar und auf das notwendige Maß begrenzt bleiben. Jeder eingesetzte Steuereuro braucht einen klaren Zweck und eine überprüfbare Wirkung.“
Die AfD-Bundestagsabgeordnete Nieland hatte die Zahlen bereits am 18. Juli auf Instagram veröffentlicht und kritisiert, dass die Regierung innerhalb der kurzen Frist nicht alle Daten habe liefern können. „Umfassende Recherchen wurden nicht durchgeführt“, heißt es in der Antwort.
Im Vergleich zu den Pandemiejahren mit Spitzen von über 190 Millionen Euro sind die Ausgaben zwar gesunken. Dennoch bleibt die Summe beachtlich. In großen Medien fand das Thema bisher keine Resonanz – lediglich die der AfD nahestehenden Publikationen Junge Freiheit und NIUS berichteten.





