Die erlösende Nachricht nach monatelangem Bangen
Achterbahnfahrt der Gefühle für Thomas Gottschalk: Nach monatelanger Ungewissheit und einem harten Kampf gegen den Krebs vermeldet der Entertainer am Samstag, 19. Juli 2026, die ersehnte Nachricht: »Ich bin momentan krebsfrei«. In einem emotionalen Instagram-Video und einem exklusiven BILD-Interview gibt der 76-Jährige das Update, auf das Fans und Wegbegleiter seit seiner Schockdiagnose im November 2025 gewartet haben.
Die PET-Untersuchung, die letzte entscheidende Kontrolle, brachte die Gewissheit: Keine einzige Krebszelle mehr in seinem Körper. »Das ist eine gute Nachricht, und ich bin natürlich entsprechend froh, dass ich diese Auskunft geben kann«, sagt Gottschalk. Doch der Weg dorthin war eine Tortur – zwei mehrstündige Operationen, bei denen Teile des Harnleiters und der Blase entfernt wurden, sowie 33 Bestrahlungen. Drei Wochen Reha an den Osterseen rundeten die Behandlung ab. »Ich kam als kaputter Mensch und bin als gesunder Mensch wieder gegangen«, zieht er Bilanz.
„Nach zwei Operationen, 33 Bestrahlungen und drei Wochen Reha bin ich im Moment krebsfrei.“
Karinas unerschütterlicher Einsatz
Dass Gottschalk heute lebt und die Krebsfreiheit feiern kann, verdankt er vor allem einer Person: seiner Ehefrau Karina (64), die er 2024 geheiratet hatte. Sie war es, die im Juli 2025 seine zunehmende Blässe, die ungewohnte Stille und die häufigen Toilettengänge als Alarmzeichen erkannte – und gegen seinen Widerstand einen Arzttermin in einer Münchner Klinik durchsetzte. »Gott sei Dank ist Thomas' Krebs so früh erkannt worden. Wenn wir ein halbes Jahr gewartet hätten […] Mein Gott, ich weiß gar nicht, ob Thomas heute noch am Leben wäre«, erzählt Karina.
Während der gesamten Behandlung wich sie nicht von seiner Seite. Bei jedem Arzttermin, jeder Bestrahlung war sie dabei. »Ich habe ihn nie allein gelassen, keine Sekunde«, betont sie. Mit einer berührenden Metapher gab sie ihm Kraft: »Schatz, der Krebs, der kennt mich nicht. Ich mache jetzt mit meinen Händen ein Körbchen. Du setzt dich da rein, und ich trage dich durch diese Krankheit hindurch. Du musst nur mitmachen und darfst nie aufgeben. Du wirst sehen, wir schaffen das.«
„Aber ganz ehrlich, ohne meine Frau Karina hätte ich das alles nicht gepackt. Ich frage mich heute noch, woher sie die ganze Energie nimmt und mich dazu noch bei Laune hält, was auch nicht so einfach ist.“
Experimental-Impfung als Hoffnungsträger
Obwohl der PET-Scan Entwarnung gibt, bleibt Gottschalk vorsichtig: »Das kann sich jederzeit ändern«. Deshalb nimmt er an einer Versuchsreihe der Universität Greifswald teil – eine spezielle Impfung gegen das epitheloide Angiosarkom, die ursprünglich für Kinder entwickelt wurde und ihnen oft die Chemotherapie erspart. Acht von zwölf Impfungen hat er bereits erhalten. Karina erklärt: »Was Kindern hilft, hilft vielleicht auch Thomas. Deswegen probieren wir das aus«. Herkömmliche Medikamente nimmt er momentan keine.
Alle drei Monate muss Gottschalk zur Kontrolluntersuchung. Seine Ärzte wagen nach eigenen Angaben keine Prognose mehr über ein mögliches Rezidiv – zu außergewöhnlich ist der bisherige Verlauf. Karina: »Thomas' Ärzte sagen heute, es ist ohnehin ein Wunder, wie er sich entwickelt hat. Sie wagen gar keine Prognose mehr.«
Neuer Alltag mit Krafttraining und Demut
Der 76-Jährige hat seinen Lebensstil radikal umgestellt. Zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining mit einem Personal Trainer, ausgedehnte Spaziergänge mit Karina und Schwimmen im eigenen Pool gehören zum Programm. Selbst das Zähneputzen mit der linken Hand dient der Koordination. Im Instagram-Video zeigt er Bilder vom Gärtnern im eigenen Garten und von einem Paris-Trip mit Karina, wo sie sich das Ballett „Die Kameliendame“ ansahen. Seinen 76. Geburtstag feierte er im Mai im Familienkreis am Lago Maggiore.
Am Sonntagabend meldete sich Gottschalk noch einmal zu Wort – überwältigt von der Resonanz auf sein Update: »Ich bin total überwältigt. Mein Update hat innerhalb kürzester Zeit unglaublich viele Menschen erreicht«, schrieb er. Er bedankte sich für die Wärme und Anteilnahme und kündigte an: »In den nächsten Monaten werde ich mich weiter erholen und es etwas ruhiger angehen lassen. Aber natürlich melde ich mich hier wieder bei euch.«
Dass es überhaupt so weit kam, hatte sich lange angedeutet. Bei der Bambi-Verleihung in München und der Romy-Gala in Kitzbühel wirkte Gottschalk fahrig, unkonzentriert – verursacht durch Nebenwirkungen starker Schmerzmittel. Wenige Tage nach der öffentlichen Krebsdiagnose verabschiedete er sich mit der letzten Ausgabe seiner RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ von der TV-Bühne. Nun, acht Monate später, ist der Moment der Hoffnung da – und eine Ehefrau, die ihn im Körbchen durch die Krise trug. Wie es weitergeht? Gottschalk selbst bleibt zurückhaltend: »Danach schauen wir mal, was die Gesundheit macht.«
Brautmodendesigner Uwe Herrmann erfährt derzeit eine ähnliche Achterbahn der Gefühle mit seiner Krebserkrankung. Auch er bezeichnet sich als krebsfrei, muss aber mit bleibenden Ängsten leben.





