Er lebt seit 25 Jahren in Deutschland, hat hier Familie und Freunde – und trotzdem bleibt Rea Garvey bei einem klaren Bekenntnis: „Ich fühle mich zu Hause hier. Aber ich sehe mich trotzdem als Gast und verhalte mich so.“ Das sagte der 53-Jährige im Interview mit BUNTE und dem Kölner Express.
Anlass des Gesprächs ist die zweite Staffel der ZDF-Dokureihe „Song Trip“, für die Garvey ins Sápmi-Gebiet im Norden Norwegens und Finnlands reiste. Gemeinsam mit der Joik-Sängerin Hildá Länsman nahm er seinen Hit „Halo“ neu auf – auf einem schneebedeckten Berg, was er als vielleicht kälteste Session seiner Karriere bezeichnet.
Vom Roadie zum Superstar – und die Sprache als Schlüssel
Garvey kam einst als Roadie und T-Shirt-Verkäufer nach Deutschland. „Ich habe mich in das Land verliebt“, erinnert er sich. Von Anfang an sei für ihn Respekt selbstverständlich gewesen – und das zeigte sich auch im Erlernen der deutschen Sprache: „Ich habe mir Mühe gegeben, weil das mehr Türen aufmacht, gerade in den Anfängen am Bodensee, wo noch wenig Menschen Englisch gesprochen haben.“
Heute habe er in Deutschland einen großen Freundeskreis, seine Familie lebe hier – „also es ist schon Heimat für mich“. Dennoch bleibe er sich seiner Rolle bewusst.
Abenteuer bei den Sámi: „Koexistenz mit der Natur bewundert“
Für „Song Trip“ wählte Garvey bewusst das indigene Volk der Sámi aus. „Deren Joik-Gesang ist eine der ältesten Volksmusiken Europas. Deshalb war es mein Wunsch, dorthin zu gehen“, erklärte er prisma.de. Tief beeindruckt zeigt er sich von der Lebensweise: „Bewundert und geliebt habe ich die Koexistenz der Menschen mit der Natur, wie sie ihre Kultur leben und nicht nur präsentieren.“
„Bewundert und geliebt habe ich die Koexistenz der Menschen mit der Natur, wie sie ihre Kultur leben und nicht nur präsentieren.“
Die Sendung wird am 24. Juli 2026 um 23:30 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Garveys Trip ins Eisige zeigt, wie weit er für seine Kunst zu gehen bereit ist.
Ehe, Supergirl und der Respekt vor Frauen
Mit seiner Frau Josephine ist Garvey seit über 25 Jahren liiert. Ihre Stimme am Telefon habe ihn damals verzaubert – „das war so Pre-Social-Media-Zeit. Da musste man sich dann halt treffen.“ Sie inspirierte den Hit „Supergirl“ und managt heute seine Karriere. Die gemeinsame Tochter Aamor (20) singt ebenfalls und befindet sich laut Garvey in einer „Findungsphase“.
„Ich glaube, derjenige, der denkt, dass er Frauen versteht, versteht gar nichts, ehrlich gesagt. Weil jede Frau anders ist.“
Aufgewachsen mit sieben Schwestern, ist Gleichberechtigung für ihn selbstverständlich: „Equality ist für mich normal.“
Tinnitus und Weihnachtspläne
Seinen Tinnitus nimmt Garvey gelassen: „Der Tinnitus ist immer dabei. Aber ich kann gut damit leben.“ Im Winter 2026 geht er erneut auf „Christmas Calling“-Tournee durch mehrere deutsche Städte – Weihnachten sei „absolut meine Zeit“.
„Wir sind Gefühlswesen, und es gibt nichts Besseres als Musik, um Gefühle freizulegen und größer zu machen.“
Für Garvey bleibt Musik der beste Weg, Emotionen zu leben – ob in frostiger Fremde oder in der vertrauten Heimat.





