Gründung in Herne
Die Initiative „Eltern gegen Rechts“ gewinnt an Boden: Nachdem die Bewegung Anfang 2024 in Berlin gestartet war, formiert sich nun eine Ortsgruppe in Herne. Kerstin Brosius und eine Mitstreiterin namens Caro treten als Gesichter der Gruppe auf. Ihr Ziel: die Demokratie gegen Rechtspopulismus und -extremismus verteidigen – für die Zukunft ihrer Kinder.
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtete zuerst über die Gründung und zeigte ein Foto der beiden Frauen. Weitere Einzelheiten zu Aktionen in Herne sind noch nicht bekannt. Doch die Bewegung wächst bundesweit.
Vorbild Omas gegen Rechts
Die Eltern gegen Rechts verstehen sich als jüngeres Pendant zu den Omas gegen Rechts. In ihrer Grundsatzerklärung betonen sie die bewusste Namenswahl: „Der Begriff ‚rechts‘ ist untrennbar mit Populismus und Extremismus konnotiert. Man muss deutlich unterscheiden zwischen ‚rechts‘ und ‚konservativ‘. Konservative Menschen sind bei uns willkommen.“ Diese Klarstellung soll eine Brandmauer gegen Rechtsextremismus ziehen, ohne konservative Demokraten auszugrenzen.
Sonya Weber, Sprecherin der Berliner Kerngruppe, brachte die Sorge vieler Eltern auf einer Kundgebung auf den Punkt: „Wir Eltern sind zutiefst besorgt. Wir sind besorgt um die Zukunft unserer Demokratie und damit um die Zukunft unserer Kinder.“ Man müsse die eigene Ohnmacht überwinden, so Weber.
Bundesweites Netzwerk und Forderungen
Die Eltern gegen Rechts haben mit einem Online-Appell „Für unsere Kinder: Schützen Sie unsere Demokratie jetzt!“ bereits über 77.000 Unterschriften gesammelt. Ein offener Brief an die Bildungsministerkonferenz fordert zudem ein entschiedeneres Vorgehen gegen Rechtsextremismus an Schulen. In NRW existieren bereits Ortsgruppen in Aachen, Düsseldorf, Essen und Iserlohn – nun kommt Herne hinzu.
Die Herner Gruppe ist Teil eines wachsenden Netzwerks, das auch in Österreich aktiv ist. Konkrete Aktionsformen in Herne könnten von Infoständen bis zu Kundgebungen reichen. Entscheidend ist die Botschaft: Eltern wollen nicht länger zusehen, wie demokratische Werte ausgehöhlt werden.
Konflikt mit Rechts
Die Namensgebung birgt Zündstoff. Rechte Gruppierungen könnten die bewusste Abgrenzung als Angriff werten. Die Initiative betont jedoch, dass es nicht gegen Konservative geht, sondern gegen jene, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung infrage stellen. Genau dieser Konflikt – der Kampf um den Begriff „rechts“ – wird auch in Herne deutlich.
Ob die Eltern gegen Rechts in Herne auf Widerstand stoßen oder breite Unterstützung finden, wird sich zeigen. Sicher ist: Die Debatte um Rechtspopulismus wird vor Ort weiter angeheizt.





