Der Angriff
Am Montagmorgen, den 27. Juli 2026, gegen 11:30 Uhr attackierte ein 31-jähriger Mann an der Porte de Clichy im Nordwesten von Paris drei Frauen mit zwei Küchenmessern. Die Opfer im Alter von 19, 24 und 36 Jahren wurden teils schwer verletzt: Eine Frau erlitt eine Stichwunde im Rücken, eine weitere im Unterleib. Wie der Bürgermeister des 17. Arrondissements, Geoffroy Boulard, auf X bestätigte, war eine der Verletzten schwanger.
Mutige Passanten überwältigen Angreifer
Videoaufnahmen, die in sozialen Medien kursieren, zeigen den weiß gekleideten, langhaarigen Mann, wie er mit ausgestreckten Messern auf eine ahnungslose Passantin zuläuft. Der filmende Zeuge Mohamed-Ali Bouhadjar warnte sie mehrfach mit Rufen, so dass sie dem Angriff in letzter Sekunde ausweichen konnte. „Wir sahen einen Mann mit zwei Messern vorbeigehen und drei Menschen niederstechen”, berichtete die 54-jährige Kellnerin Kheira Dellabed später. Ein junger Mann schlug den Angreifer mit seinem kleinen Koffer zu Boden, ein Kellner fixierte ihn mit einem Stuhl. Schließlich nahm ein zufällig anwesender Polizeibeamter außer Dienst den Mann fest.
„Allah hat es mir befohlen” – Motiv bleibt strittig
Nach seiner Überwältigung zeigte ein von Reuters verifiziertes Amateurvideo den am Boden liegenden Täter, wie er sagt: „Es ist Allah, der es mir befohlen hat”. Ein Augenzeuge gab zudem an, der Mann habe betont, er habe Frauen töten wollen. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez äußerte sich noch am selben Tag zurückhaltend. Der Festgenommene habe „zusammenhanglose Äußerungen” gemacht und eine falsche Identität angegeben. Laut Ermittlerkreisen soll er psychische Probleme haben.
„Wir müssen offensichtlich sehr vorsichtig bleiben, was die Motive für diesen extrem gewalttätigen Akt betrifft. Ich verurteile diese Tat aufs Schärfste, und uns wird gesagt, dass die Person zusammenhanglose Aussagen macht.“
Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft teilte mit, sie überwache das von der Pariser Staatsanwaltschaft geführte Verfahren, hat die Ermittlungen aber nicht übernommen. Der Angriff reiht sich ein in eine Serie von Messerattacken in Europa. So jagte erst kürzlich ein Afghane im bayerischen Ruhpolding Passanten mit einem Messer und versetzte Dutzende Schulkinder in Panik. Erst zwei Tage zuvor hatte ein islamistischer Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin ein Todesopfer und 29 Verletzte gefordert.
Lob für den Polizisten – und viele offene Fragen
Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire (Parti Socialiste) dankte dem Polizisten außer Dienst, der den Angreifer überwältigt hatte, und äußerte Mitgefühl für die Opfer. Die Identität des aus Les Lilas stammenden Mannes ist weiterhin ungeklärt, da er keine Papiere bei sich trug. Ob die Tat als terroristisch eingestuft wird, hängt nun von der psychiatrischen Begutachtung ab – und davon, ob die Ermittler das religiös motivierte Geständnis ernster nehmen als die Hinweise auf eine psychische Störung.
„Meine Gedanken sind bei den Opfern dieser extrem gewalttätigen Tat. Die Ermittlungen müssen Aufschluss über die Motive des Täters geben. Tiefe Dankbarkeit gilt dem Polizisten außer Dienst, der den Angreifer überwältigt hat.“





