Linkspartei-Berater Sasmaz sieht AfD und Putin hinter CSD-Anschlag
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Linkspartei-Berater Sasmaz sieht AfD und Putin hinter CSD-Anschlag

Einen Tag nach dem tödlichen CSD-Anschlag in Berlin verbreitet der Linkspartei-nahe Streamer Dara Sasmaz auf TikTok und Threads unbelegte Behauptungen: Die AfD arbeite mit Islamisten zusammen. Eine Distanzierung seiner Partei bleibt aus.

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Knapp 5.000 Likes in wenigen Stunden: Das TikTok-Video von Dara Marc Sasmaz traf einen Nerv – und erzählte eine völlig andere Geschichte als die Ermittlungsbehörden. Der 31-Jährige, Social-Media-Berater der Kölner Linkspartei, behauptete am 26. Juli 2026, die AfD und Russland steckten hinter dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD. Belege dafür lieferte er nicht.

„Ganz zufällig drei Monate vor den Wahlen“

In seinem Video konstruierte Sasmaz eine weitreichende Verschwörung: Der Zeitpunkt des Anschlags – drei Monate vor den Landtagswahlen in Berlin – sei kein Zufall. Die AfD stehe unter Putins Kontrolle, und Russland bezahle Islamisten für Anschläge in Deutschland, um das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern. Als „Beweis“ führte er unter anderem vier russische Staatsbürger an, die 2025 wegen IS-Finanzierung vor Gericht standen – es handelte sich jedoch um tschetschenische Islamisten, nicht um Moskauer Agenten.

X · @mtaushb

Auch den Messerangriff von Mannheim 2024 und den Stromnetz-Anschlag in Berlin von Anfang 2026 schrieb Sasmaz russischen Drahtziehern zu. Die Polizei hatte solche Spekulationen längst zurückgewiesen. Sein Fazit: „Das Ziel ist, dass wir alle eine rechtsextreme Partei wählen, die unter der Kontrolle von Putin steht.“

Multiplattform-Strategie ohne Reue

Nur einen Tag später postete Sasmaz auf Threads den Beitrag „Die AfD-Verbindung Zur Tat Beim CSD-Berlin!“. Knapp 840 Likes und über 900 Kommentare später gibt es weder eine Korrektur noch eine Distanzierung. Der selbsternannte „radikale Demokrat“ betreibt einen Twitch-Kanal mit 3.500 Followern und sieht seine Mission darin, linke Politik im Netz zu stärken. Bereits 2025 sorgte er für Empörung, als er in einem Stream über den trauernden Vater eines Opfers der Brokstedt-Messerattacke spottete.

Der tatsächliche Anschlag auf den Berliner CSD wurde von dem polizeibekannten Islamisten Abdul B. verübt. Eine Frau starb, 29 Menschen wurden verletzt. Bundesinnenminister Dobrindt stufte die Tat als „islamistischen Anschlag“ ein. Der Fernsehmoderator Jochen Schropp warnte bereits davor, die Tat für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Und da muss euch immer klar sein, dass die AfD und islamische Rechtsextremisten wie zum Beispiel die Taliban oder die Regierung des Irans oder die Hamas ein Team sind.
Dara Marc Sasmaz (Social-Media-Berater der Linkspartei & Streamer)

Die Linke schweigt

Eine öffentliche Stellungnahme der Linkspartei zu Sasmaz’ Aussagen gibt es bislang nicht. Auch auf Anfragen großer Medien reagierte die Partei nicht. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Verbreitung von Verschwörungstheorien im linken Spektrum nach islamistischen Anschlägen. Die NZZ zitierte die salafistische Influencerin Hanna Hansen, die ebenfalls spekulierte: „Inside Job? CSD … sind ja bald Wahlen.“

Die Verschwörungstheorien folgen einem simplen Muster: Weil die reale Tat nicht ins Weltbild passt, wird die Wirklichkeit umgebogen. Sasmaz selbst bleibt unbeeindruckt bei seinen Behauptungen. Die Frage, ob die Linke einen Berater mit solchen Positionen weiter beschäftigt, bleibt unbeantwortet.

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