Weidels „Schreihals“-Rede geht viral: Facebook-Post mit 2.100 Reaktionen
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Generaldebatte 2018

Weidels „Schreihals“-Rede geht viral: Facebook-Post mit 2.100 Reaktionen

Ein acht Jahre alter Bundestagsauftritt von Alice Weidel erlebt auf Facebook ein virales Revival: Mehr als 2.100 Reaktionen, 366 Kommentare und 128 Shares für einen Beitrag, der ihre Konfrontation mit Anton Hofreiter und den Ordnungsruf von Wolfgang Schäuble wieder aufgreift.

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Acht Jahre später: Weidels Bundestagsrede erlebt virales Revival

Am 28. Juli 2026 veröffentlichte die Facebook-Seite „Typisch Bugra – FaxxenTV“ einen Beitrag, der eine historische Szene aus dem Deutschen Bundestag wieder aufgreift. Der Post zitiert die AfD-Politikerin Alice Weidel mit ihren Äußerungen gegenüber dem damaligen Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter und verweist auf das Plenarprotokoll 19/32 vom 16. Mai 2018 als Quelle. Innerhalb kurzer Zeit erzielte der Beitrag rund 2.100 Reaktionen, 366 Kommentare und 128 Shares (Stand: 29. Juli 2026). In den Kommentaren prallen Befürworter und Gegner Weidels hart aufeinander – von „Sie bringt es auf den Punkt“ bis zu „Schreihals passt besser auf sie“.

Der Auftritt liegt über acht Jahre zurück. Am 16. Mai 2018 eröffnete Alice Weidel als Fraktionsvorsitzende der damals größten Oppositionspartei die Generaldebatte im Rahmen der Haushaltswoche. Sie nutzte ihre Redezeit nicht nur für haushaltspolitische Kritik, sondern für eine Generalabrechnung mit der Migrations- und Sozialpolitik der Großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Burkas, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.
Alice Weidel, AfD-Fraktionsvorsitzende, 16. Mai 2018

Weidel gegen Hofreiter: Der „Schreihals“-Moment

Der Satz löste laute Pfui- und Buh-Rufe aus. Besonders Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, störte die Rede wiederholt mit empörten Zwischenrufen. Weidel konterte, indem sie sich direkt an ihn wandte.

Wer soll in Zukunft für die Renten aufkommen? Wer zahlt denn Ihre stattlichen Pensionen, auch Ihre, Herr Hofreiter, Sie Schreihals? Ihre eingewanderten Goldstücke etwa? Das glauben Sie doch wohl nicht im Ernst.
Alice Weidel zu Anton Hofreiter, 16. Mai 2018

Ordnungsruf von Wolfgang Schäuble

Nach Ende der Rede griff Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein. Er erteilte Weidel einen Ordnungsruf und begründete:

Sie haben unter anderem die Formulierung Kopftuchmädchen und sonstige Taugenichtse gebraucht. Damit diskriminieren Sie alle Frauen, die ein Kopftuch tragen. Dafür rufe ich Sie zur Ordnung.
Wolfgang Schäuble, Bundestagspräsident, 16. Mai 2018

Unionsfraktionschef Volker Kauder kritisierte Weidel scharf.

Was Sie heute gemacht haben, ist das glatte Gegenteil davon, und dafür sollen Sie sich schämen.
Volker Kauder, Unionsfraktionschef, 16. Mai 2018

FDP-Chef Christian Lindner wandte sich in seiner anschließenden Rede ebenfalls direkt an Weidel und warf der AfD vor, sich nicht einmal auf ein eigenes Rentenkonzept einigen zu können. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen ignorierte Weidels Rede in ihrem eigenen Beitrag vollständig – sie sprach stattdessen über Außenpolitik und das Iran-Atomabkommen.

Der 16. Mai 2018 im Bundestag

  1. 16. Mai 2018, Vormittag
    Eröffnung der Generaldebatte

    Alice Weidel greift als erste Rednerin die Haushalts- und Migrationspolitik der Großen Koalition an und zitiert Fälle wie den Rentner Herbert W. und den Islamisten Sami A.

  2. Während der Rede
    Eklat um „Kopftuchmädchen“

    Weidels Formulierung löst laute Proteste aus. Bundestagspräsident Schäuble kündigt später einen Ordnungsruf an.

  3. Direkte Konfrontation
    „Sie Schreihals!“

    Weidel attackiert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter persönlich und fragt nach seinen „eingewanderten Goldstücken“.

  4. Nach der Rede
    Ordnungsruf durch Schäuble

    Wolfgang Schäuble rügt Weidel wegen Diskriminierung kopftuchtragender Frauen – ein seltener parlamentarischer Vorgang.

  5. Noch am selben Tag
    Weidel teilt gekürzte Rede

    Auf Twitter (heute X) verbreitet Weidel eine Version ihrer Rede ohne den Ordnungsruf, was später vom „Spiegel“ kritisiert wird.

Acht Jahre später zeigt sich: Die Rede hat nichts von ihrer Sprengkraft verloren. Der Facebook-Post von „Typisch Bugra – FaxxenTV“ sorgt für eine Neuauflage der Kontroverse. Dabei geht es nicht nur um Weidels Wortwahl, sondern auch um den Umgang mit der AfD im Bundestag. Die Kommentarspalten sind ein Stimmungsbild der gespaltenen Gesellschaft.

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Der Fall zeigt, wie politische Reden im digitalen Zeitalter ein Eigenleben entwickeln – und dass die Auseinandersetzung um Stil und Inhalt der AfD auch 2026 weiter polarisiert. Weidel selbst hatte den Ordnungsruf damals als Angriff auf die Meinungsfreiheit dargestellt und Einspruch angekündigt. Die öffentliche Debatte darüber, was im Parlament sagbar ist, wird wohl noch lange nicht verstummen.

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