Guillotinen-Post: Polanski weigert sich dreimal, Farage zu entschuldigen
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Guillotinen-Post: Polanski weigert sich dreimal, Farage zu entschuldigen

Der Co-Chef der britischen Grünen, Zack Polanski, weigert sich, sich bei Nigel Farage für einen Instagram-Post mit einem Guillotinen-T-Shirt zu entschuldigen. Reform UK spricht von „Anstiftung zum Mord“ und hat die Polizei eingeschaltet.

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Ein versehentlicher Post mit politischer Sprengkraft

Zack Polanski, Co-Leader der Green Party of England and Wales, weigert sich, sich bei Nigel Farage für einen Instagram-Post zu entschuldigen, der eine Guillotine und den Schriftzug "We're only making plans for Nigel" zeigte. Reform UK spricht von "Anstiftung zum Mord" und hat die Metropolitan Police eingeschaltet. Polanski nannte den Vorfall einen "versehentlichen Fehler" und weigerte sich am Dienstagabend in der BBC-Sendung Newsnight dreimal, eine Entschuldigung auszusprechen (siehe BBC-Bericht).

Am Montagabend teilte Polanski auf seinem Instagram-Account mit 713.000 Followern ein Set von rund 20 Bildern von einer Parteiveranstaltung. Das fünfte Bild zeigte einen Mann mit einem schwarzen T-Shirt, auf dem eine Guillotine und der Schriftzug „We're only making plans for Nigel“ zu sehen war – eine Anspielung auf den XTC-Song von 1979, die jedoch als Gewaltfantasie gegen den Reform-UK-Vorsitzenden verstanden wurde.

If I was to post anything as inciteful then I would expect to be arrested, and so should Polanski.
Nigel Farage auf X, 27. Juli 2026

Farage selbst veröffentlichte einen Screenshot des Bildes und forderte Polanskis Verhaftung. Der innenpolitische Sprecher Zia Yusuf bezeichnete den Post als „Anstiftung zum Mord“. Yusuf verwies auf die Reichweite des Posts und die zeitliche Nähe zum Mord an der früheren konservativen Politikerin Ann Widdecombe, die am 9. Juli mit 21 Hammerschlägen getötet worden war. „Es ist erschütternd, dies nur zwei Wochen nach der Ermordung unserer Freundin Ann zu tun“, sagte Yusuf.

Zack Polanski has posted to his 713k Instagram followers a photo of a man in a T-shirt calling for the beheading of Nigel Farage.
Zia Yusuf, innenpolitischer Sprecher von Reform UK

Reform UK meldete Polanski sowohl bei der Metropolitan Police als auch beim Monitoring Officer der Greater London Authority, wo Polanski gewähltes Mitglied ist. Der Reform-Abgeordnete Keith Prince nannte Polanskis Erklärung, er habe das Bild nicht bemerkt, „lächerlich“.

Polanski weigert sich dreimal, sich zu entschuldigen

Noch am Montagabend entfernte Polanski den Post. Ein Sprecher der Grünen erklärte, Polanski verurteile das Bild auf dem T-Shirt und habe „geklickt, ohne zu bemerken, dass der Beitrag mehr enthielt, als er gesehen hatte“. Der Beitrag sei „eindeutig geschmacklos, besonders in einer Zeit erhöhter Sorge um die Sicherheit öffentlicher Personen“.

If Nigel Farage wants to apologise for all the times that he's put other people in danger then I will be happy to make an apology.
Zack Polanski auf BBC Newsnight, 28. Juli 2026

Am Dienstagabend trat Polanski in der BBC-Sendung Newsnight auf und weigerte sich dreimal, sich bei Farage zu entschuldigen. Er betonte, dass es ein Fehler gewesen sei und er politische Gewalt verurteile. Zudem warf er Farage vor, den Screenshot so zugeschnitten zu haben, dass es aussah, als hätte Polanski das Bild selbst gepostet – das sei „grundlegend unehrlich“ und habe das Problem nur verschlimmert. Polanski gab außerdem an, selbst eine Morddrohung erhalten zu haben: „Die Eskalation der Sprache hin zu ‚das ist Anstiftung zum Mord an mir‘ bringt auch mich in eine gefährliche Lage.“

Fotograf übernimmt Verantwortung

Der unter dem Instagram-Handle „just.barold“ auftretende Fotograf meldete sich auf X zu Wort und übernahm die volle Verantwortung. Er erklärte, das T-Shirt sei „satirisch“ gemeint gewesen, und entschuldigte sich bei Polanski: „Das ist nicht seine Schuld.“ Er habe sich zudem selbst bei der Polizei gemeldet. „Diese performative Empörung ist genau das, und wenn jemand es an jemandem auslassen will, dann an der Person, die das Bild gemacht und gepostet hat.“

Ermittlungen und politische Reaktionen

Die Metropolitan Police bestätigte am Montag, eine „Drittmeldung zu einem in sozialen Medien verbreiteten Bild“ erhalten zu haben, und erklärte: „Wir nehmen Berichte dieser Art sehr ernst, und Beamte führen entsprechende Ermittlungen durch.“ Polanski sagte, die Polizei habe ihn bisher nicht kontaktiert, er würde aber „selbstverständlich kooperieren“. Er halte es für „merkwürdig, wenn die Polizei mit mir darüber sprechen wollte, weil es ziemlich offensichtlich ist, dass ich nichts Falsches getan habe, außer einen versehentlichen Fehler zu machen.“

There is a duty on all politicians to be careful about what they post. It's not the first time Zack Polanski has done something like this.
Pat McFadden, Arbeits- und Rentenminister

Der Labour-Minister Pat McFadden mahnte alle Politiker zur Vorsicht, besonders nach Widdecombes Ermordung. Innerhalb der Green Party hat der Vorfall eine Debatte über Polanskis extensive Solo-Nutzung sozialer Medien ausgelöst. Ein hochrangiges Mitglied sagte, es gebe die Neigung, „dass er die Schlüssel zu seinen Social-Media-Accounts abgeben sollte“. Andere verteidigen ihn: „Der ganze Punkt bei Zack ist, dass er seine eigenen Sachen macht, und das ist ziemlich aufregend für einen Parteivorsitzenden.“

Chronologie der Ereignisse

  1. 9. Juli 2026
    Mord an Ann Widdecombe

    Die 78-jährige ehemalige Tory-Politikerin und Reform-UK-Sprecherin wird mit 21 Hammerschlägen in ihrem Haus in Devon getötet.

  2. 27. Juli 2026 (Montagabend)
    Instagram-Collaboration

    Polanski teilt ein Foto-Set mit einem Guillotinen-T-Shirt und der Aufschrift „We're only making plans for Nigel“.

  3. 27. Juli 2026 (Montagabend)
    Farage reagiert

    Nigel Farage fordert auf X Polanskis Verhaftung; Reform UK erstattet Anzeige bei der Polizei.

  4. 28. Juli 2026 (Dienstag)
    BBC Newsnight

    Polanski weigert sich dreimal, sich bei Farage zu entschuldigen, und berichtet von einer Morddrohung.

Ob eine Strafverfolgung wegen „incitement to violence“ nach dem Public Order Act 1986 in Betracht kommt, ist offen. Die Ermittlungen der Metropolitan Police dauern an, und das GLA-Verfahren läuft. Polanski bleibt dabei, dass es sich um einen Fehler handelte – eine Entschuldigung bei Nigel Farage lehnt er ab.

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