Merz fordert sofortige Rücknahme der Migranten aus Marokko
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Ceuta-Krise

Merz fordert sofortige Rücknahme der Migranten aus Marokko

Nach dem Massenzustrom von etwa 60.000 Migranten in die spanische Exklave Ceuta verlangt Bundeskanzler Friedrich Merz von Marokko die unverzügliche Rücknahme der Menschen. Italien hat derweil das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt.

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Binnen rund 24 Stunden drangen seit Donnerstag, dem 30. Juli 2026, etwa 60.000 Migranten von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta ein. Die meisten von ihnen schwammen durch das Meer oder überwanden die Grenzanlagen zu Fuß. Die Aufnahmeeinrichtungen der Stadt waren binnen Stunden völlig überlastet, Hunderte schliefen auf offener Straße. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schaltete sich sofort ein und telefonierte mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez.

Massenansturm mit Dutzenden Toten

Mindestens 57 Menschen kamen bei dem Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben. Die allermeisten ertranken im Mittelmeer, einige starben im Gedränge am Grenzzaun. Die Ankunftszahl entspricht rund 70 Prozent der sonst etwa 84.000 Einwohner zählenden Stadt.

X · @vonderleyen

Als Auslöser gelten Falschinformationen in sozialen Medien: Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens von Ende Juni, das bestimmte Abschiebepraktiken stoppte, wurde von Schleppernetzwerken als angebliche Grenzöffnung verbreitet. Der Massenandrang fiel zudem auf den marokkanischen Feiertag zum 27. Thronjubiläum von König Mohammed VI.

Merz verlangt unverzügliche Rücknahme durch Marokko

Merz äußerte sich in einer schriftlichen Erklärung deutlich: „Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration.“ Spanien müsse die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen und die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent lassen.

Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler (CDU)

Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) telefonierte mit seinen Kollegen in Madrid und Rabat. Er lobte die Bereitschaft Marokkos, weiter eng mit Spanien zusammenzuarbeiten, um die gemeinsame Grenze zu sichern und die Migranten aus Ceuta schnellstmöglich zurückzunehmen.

Von der Leyen: Bilder sind „inakzeptabel“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reagierte auf X scharf. Sie beauftragte Migrationskommissar Magnus Brunner und die Mittelmeer-Kommissarin Dubravka Šuica mit der Lagekontrolle und verwies auf die enge Partnerschaft mit Marokko.

Die Bilder, die aus Ceuta kommen, sind inakzeptabel. Wir können nicht zulassen, dass jemand in unsere Union kommt, ohne sich an unsere Regeln zu halten.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission

Italien setzt Schengen aus – weitere Länder ziehen nach

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte bereits am Donnerstagabend mit dem Schengen-Ausschluss Spaniens gedroht. Am Freitag setzte das Innenministerium in Rom das Abkommen für den Luft- und Seeverkehr tatsächlich aus – zunächst für einen Monat.

Italien wird nicht tatenlos zusehen. Die unkontrollierte illegale Einwanderung stellt eine konkrete Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Grenzen dar.
Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin Italiens (Fratelli d‘Italia)

Finnlands Innenministerin Mari Rantanen schloss sich an: Spanien habe beim Schutz der Außengrenze vollkommen versagt. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen forderte die EU auf, alle Optionen einschließlich einer Schengen-Aussetzung zu prüfen. Tschechiens Premier Andrej Babiš und Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson drängten ebenfalls auf Konsequenzen.

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez ließ die Grenzkontrollen an der spanischen Grenze unverzüglich verstärken und behielt sich weitere Maßnahmen vor.

Sánchez spricht von „Angriff auf territoriale Integrität“

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez reiste selbst nach Ceuta und wurde dort von Dutzenden Einwohnern mit Buh-Rufen empfangen. Er entsandte zusätzliche Soldaten und Polizisten zur Grenzsicherung.

Das, was geschehen ist, muss ich als einen Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens bezeichnen.
Pedro Sánchez, Ministerpräsident Spaniens (PSOE)

Bis Freitagnachmittag hatten laut spanischem Innenministerium bereits mehr als 48.300 Migranten Ceuta wieder freiwillig Richtung Marokko verlassen – rund 150 Menschen pro Minute. Viele fanden in der Stadt weder Unterkunft noch Verpflegung.

Trump warnt vor ähnlichen Zuständen in den USA

Auch US-Präsident Donald Trump kommentierte die Bilder aus Ceuta und zog eine Parallele zur eigenen politischen Debatte.

Es ist schrecklich. Merken Sie sich dieses Bild. Das werden wir in drei Jahren sein, wenn die falsche Seite an die Macht kommt.
Donald Trump, Präsident der USA

Eskalation in Ceuta – die Chronologie

  1. 30. Juni 2026
    Gerichtsurteil stoppt Abschiebungen

    Der Oberste Gerichtshof Spaniens untersagt bestimmte Abschiebepraktiken für Ceuta und Melilla. Schlepper verbreiten daraufhin Falschinformationen über eine angebliche Grenzöffnung.

  2. 30. Juli 2026
    Massenansturm beginnt

    Tausende Migranten stürmen von Marokko aus die Grenze nach Ceuta. Regionalpräsident Vivas fordert Militäreinsatz und ruft den Notstand aus. Giorgia Meloni droht erstmals mit Schengen-Ausschluss Spaniens.

  3. 31. Juli 2026
    Zahl der Ankömmlinge steigt auf 60.000

    Rund 60.000 Menschen haben Ceuta erreicht. Merz und von der Leyen reagieren mit scharfen Forderungen. Italien setzt Schengen mit Spanien aus. Sánchez spricht von einem „Angriff auf die territoriale Integrität“. Bis zum Abend kehren rund 48.300 Migranten freiwillig nach Marokko zurück.

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