Chrupalla verlangt Moskau-Gespräche: „Deutsches Volk will keinen Krieg gegen Russland“
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Chrupalla verlangt Moskau-Gespräche: „Deutsches Volk will keinen Krieg gegen Russland“

Bei einer Pressekonferenz der AfD-Bundestagsfraktion hat Co-Vorsitzender Tino Chrupalla Bundeskanzler Merz scharf angegriffen und einen sofortigen Kurswechsel in der Russland-Politik gefordert. „Das deutsche Volk will keinen Krieg und schon gar nicht gegen Russland“, erklärte Chrupalla.

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AfD-Chef greift Merz' Russland-Politik an

Rund um den 27. Juli 2026 hat AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla auf einer Pressekonferenz der Bundestagsfraktion einen Frontalangriff auf die Russland-Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gestartet. Chrupalla verlangte einen sofortigen diplomatischen Kurswechsel und erklärte unmissverständlich:

Das deutsche Volk will keinen Krieg und schon gar nicht gegen Russland.
Tino Chrupalla, AfD-Co-Vorsitzender

Der AfD-Chef forderte Merz auf, direkte Gespräche mit der russischen Führung aufzunehmen und die diplomatischen Kontakte zu Moskau zu intensivieren. Die militärische Unterstützung der Ukraine durch Waffenlieferungen lehnt Chrupalla ab; sie eskaliere den Krieg und liege nicht im deutschen Interesse. Deutschland sei nicht Kriegspartei, so seine Argumentation.

Merz lehnt Verhandlungen ohne Druck ab

Die Bundesregierung weist diese Forderung zurück. Kanzler Merz und sein Kabinett verweisen auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und erklären, Grenzen in Europa dürften nicht mit Gewalt verschoben werden. Ohne substanziellen Druck auf Moskau seien Verhandlungen aussichtslos – ein Erfolg Russlands würde Krieg zum Erfolgsmodell machen und den Frieden in ganz Europa gefährden.

Breiter Widerspruch im Bundestag

Bereits am 25. Juni 2026 hatte der Bundestag in einer von der AfD beantragten Aktuellen Stunde über deren Russland-Position debattiert. Vertreter aller übrigen Fraktionen widersprachen der AfD scharf, wie das Parlamentsarchiv dokumentiert.

Wenn dieser Krieg zum Erfolg für Russland wird, dann macht Krieg Schule, dann wird Krieg zum Erfolgsmodell und dann kommt der Krieg Deutschland näher. Dass dieser Krieg scheitert, ist ein existenzielles Interesse Deutschlands, ein Vaterlandsinteresse.
Norbert Röttgen, CDU/CSU

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen warf der AfD faktische Akzeptanz von Krieg vor. Noch deutlicher wurde der Grünen-Abgeordnete Anton Hofreiter:

Sie reden vom Frieden, aber betreiben Kriegstreiberei – de facto.
Anton Hofreiter, Bündnis 90/Die Grünen

Hofreiter warf der AfD vor, das „Propagandageschäft des Kremls“ zu betreiben und durch ihre Blockadehaltung den Krieg unnötig zu verlängern. Der SPD-Abgeordnete Johannes Schraps betonte, es liege im „ureigenen Interesse“ Deutschlands, dass ein Angriffskrieg nicht mit Gebietsgewinn belohnt werde. Auch die Linke – durch Ulrich Thoden – bezeichnete die AfD als „Handlanger des Kremls“.

AfD-Forderungen: Sanktionen aufheben, neue Sicherheitsordnung

Die AfD-Fraktion hat ihre Russland-Position in mehreren Anträgen und Positionspapieren konkretisiert. Sie fordert unter anderem:

  • Teilweise Aufhebung der Russland-Sanktionen als Anreiz für Friedensverhandlungen
  • Vollständige Aufhebung der Sanktionen bei Abschluss eines Friedensabkommens
  • Freigabe eingefrorener russischer Staatsgelder
  • Neue europäische Stabilitätsordnung unter Einschluss Russlands
  • Verzicht auf Stationierung landgestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen in Reichweite Russlands

Bereits am vierten Jahrestag des Ukraine-Krieges (24. Februar 2026) hatte der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Markus Frohnmaier, die Politik der Merz-Regierung als „Weg in den Dritten Weltkrieg“ bezeichnet. Chrupalla selbst verlangte Anfang Juli einen sofortigen Stopp aller Militärhilfen.

Politische Großwetterlage: Merz in der Krise, AfD im Umfragehoch

Chrupallas Vorstoß fällt in eine Phase wachsender Unzufriedenheit mit Kanzler Merz. Laut INSA-Umfrage sind 75 Prozent der Deutschen mit dem Kanzler unzufrieden, die AfD liegt in Umfragen vorn. Merz kämpft zudem mit einer Regierungskrise nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn und einer chaotischen Kabinettsumbildung, wie Politico am 29. Juli berichtete.

Die diplomatischen Spannungen mit Russland haben sich zuletzt weiter verschärft. Erst am 23. Juli warf Moskau Deutschland eine „direkte Kriegsbeteiligung“ vor und bestellte den deutschen Botschafter ein. Die AfD nutzt diese Zuspitzung, um sich als einzige „Friedenspartei“ zu positionieren – eine Darstellung, die alle anderen Bundestagsfraktionen entschieden zurückweisen.

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Ob Kanzler Merz auf Chrupallas Forderung eingeht, ist offen. Die Regierungsparteien halten an ihrer Linie fest, und eine Mehrheit im Bundestag lehnt Gespräche ohne Vorbedingungen ab. Die Debatte über den richtigen Kurs gegenüber Russland bleibt damit eine der zentralen innenpolitischen Bruchlinien.

Eskalation in der Russland-Debatte

  1. 24. Februar 2026
    AfD warnt vor Drittem Weltkrieg

    Außenpolitiker Frohnmaier nennt Merz' Ukraine-Politik den „Weg in den Dritten Weltkrieg“.

  2. 25. Juni 2026
    Bundestag weist AfD-Position zurück

    In einer Aktuellen Stunde widersprechen alle übrigen Fraktionen scharf; Röttgen spricht von einem „Vaterlandsinteresse“ am Scheitern Russlands.

  3. 27. Juli 2026
    Chrupalla fordert direkte Moskau-Gespräche

    Auf einer Pressekonferenz verlangt der AfD-Co-Vorsitzende von Merz einen sofortigen Kurswechsel.

  4. 29. Juli 2026
    Merz' Regierungskrise verschärft sich

    Politico berichtet über wachsende Unzufriedenheit in der CDU nach chaotischer Kabinettsumbildung.

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