Pfarrer Abel nennt Anschlag „Signal des Himmels“
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Eklat in Fulda

Pfarrer Abel nennt Anschlag „Signal des Himmels“

Winfried Abel, emeritierter Pfarrer aus Fulda, deutet den islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD in einem Leserbrief als göttliches Warnsignal. Das Bistum Fulda weist diese Interpretation entschieden zurück.

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Am 31. Juli 2026 veröffentlichte die Fuldaer Zeitung einen Leserbrief, der für bundesweites Entsetzen sorgte: Der emeritierte Pfarrer Winfried Abel (87) rechtfertigte darin den islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) als „Signal des Himmels“ und rief zur „Umkehr“ auf. Bei dem Attentat am 25. Juli war eine polnische Mutter getötet und 29 Menschen verletzt worden.

Ein „prophetischer Auftrag“? – Abel geißelt CSD als „Parade der Schamlosigkeit“

Abel nahm Anstoß an einer Stellungnahme des Berliner Erzbischofs Heiner Koch, der den CSD als „frohes und bewegendes Fest“ bezeichnet und den Opfern sein Mitgefühl ausgesprochen hatte. Der Fuldaer Geistliche fragte in seinem Schreiben: „Ein katholischer Bischof nennt also die Parade der Schamlosigkeit und die zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion ein ‚frohes und bewegendes Fest‘!? Haben die Hirten der Kirche nicht den prophetischen Auftrag, solche Ereignisse im Sinne des Evangeliums zu deuten und ins rechte Licht zu stellen?“

Doch sollten alle, die sich noch Christen nennen, derartige Gräueltaten als ein Signal des Himmels verstehen, als einen Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr.
Winfried Abel, emeritierter Pfarrer

Das Bistum Fulda reagierte prompt und veröffentlichte am 1. August 2026 eine offizielle Stellungnahme, in der es sich „ausdrücklich von den Äußerungen des Fuldaer Pfarrers im Ruhestand Winfried Abel“ distanzierte. Besonders deutlich hieß es: „Insbesondere jede Deutung eines terroristischen Anschlags als Ausdruck eines göttlichen Handelns weisen wir entschieden zurück.“

Chefredakteur: „Den Opfern wird ihre Würde genommen“

Wer einen Terroranschlag auf eine Veranstaltung, bei der Menschen angegriffen, verletzt und sogar getötet werden, als ‚Signal des Himmels‘ und als ‚Aufruf zur Besinnung und Umkehr‘ bezeichnet, überschreitet eine Grenze. Den Opfern wird damit nachträglich ihre Würde genommen: Ihr Leid erscheint plötzlich nicht mehr als Ergebnis menschenverachtender Gewalt, sondern als vermeintlich verdiente Warnung von oben.
Tobias Farnung, Chefredakteur Fuldaer Zeitung

Nicht der erste Eklat: Abels homophobe Provokationen 2025

Bereits im Sommer 2025 war Abel mit ähnlich konfrontativen Aussagen aufgefallen. Damals hatte sich der Priester in einer Online-Stellungnahme über das Grußwort von Generalvikar Dr. Martin Stanke zum CSD Fulda empört und Pride-Paraden als „Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft“ und „Verherrlichung geschmackloser Obszönitäten“ bezeichnet. Die Konsequenz: Ende August 2025 wurde Abel in seiner Pfarrei „Hl. Maria Magdalena Hünfelder Land“ nicht mehr als Zelebrant für Sonntagsmessen eingeplant.

Chronik eines Eklats

  1. 12. Juli 2025
    Stankes Grußwort zum CSD

    Generalvikar Martin Stanke veröffentlicht ein Grußwort zum CSD Fulda und wirbt für Respekt. Abel attackiert ihn daraufhin scharf in einem offenen Brief auf kath.net.

  2. 31. August 2025
    Konsequenzen für Abel

    Abel wird in der Pfarrei ‚Hl. Maria Magdalena‘ nicht mehr für reguläre Sonntagsmessen eingeplant – begründet mit seinen „angstmachenden Predigten“.

  3. 25. Juli 2026
    Anschlag auf den CSD Berlin

    Der Islamist Abdul Ballout rast mit einem Transporter in die feiernde Menge. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden verletzt.

  4. 31. Juli 2026
    Abels Leserbrief erscheint

    In der Fuldaer Zeitung veröffentlicht Abel seinen Kommentar, in dem er den Anschlag als „Signal des Himmels“ deutet.

  5. 1. August 2026
    Bistum distanziert sich

    Das Bistum Fulda weist Abels theologischen Kurzschluss öffentlich zurück. Bundesweite Empörung folgt.

CSD Fulda: Trotzdem demonstrieren

Der CSD in Fulda, auf den sich Abel in seinem Brief explizit bezog, soll am 29. August 2026 unter dem Motto „Jetzt erst recht“ stattfinden. Der emeritierte Pfarrer sah in dem Event eine Provokation und zog eine direkte Linie vom Attentat zur queeren Community – nicht als Verbrechen, sondern als angebliches göttliches Warnsignal.

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Jochen Schropp warnte bereits unmittelbar nach dem Anschlag davor, die Tat politisch gegen die Rechte von Minderheiten zu instrumentalisieren. Die Reaktionen auf Abels Brief zeigen, wie sehr diese Befürchtung bereits Realität ist.

Das Bistum Fulda unter Bischof Dr. Michael Gerber und Generalvikar Stanke hat in den vergangenen Jahren einen Kurs der Öffnung und des Dialogs verfolgt – ein Kurs, den Abel offen ablehnt. Mit seiner neuerlichen Äußerung hat der 87-Jährige jede Brücke zur Amtskirche hinter sich abgebrochen.

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