Joshua Kimmich hat nach eigenen Angaben noch kein einziges Wort mit Jürgen Klopp gewechselt – und spricht über seine Zukunft im DFB-Team nur im Konjunktiv. „Sollte ich die Gelegenheit haben, mit ihm zusammenzuarbeiten, möchte ich Ergebnisse erzielen, auf die die deutschen Fußballfans stolz sein können", sagte der 31-jährige Kapitän dem südkoreanischen Magazin FourFourTwo.
Die überraschende Aussage fiel während der Asienreise des FC Bayern, die den Klub am frühen Sonntagmorgen nach Jeju führte. Nur wenige Stunden nach der Ankunft stellte sich Kimmich den örtlichen Medienvertretern – und die Verunsicherung ließ sich nicht überhören.
Klopp selbst hatte bei seiner Vorstellung als Bundestrainer vor gut einer Woche betont: „Spielen wird, wer sehr gut ist, Riesenbock hat und in dem Moment, wo er das Trikot anzieht, noch ein bisschen besser wird. Meine Tür ist offen. Niemand wird abgeschrieben. Heute ist Neustart." Namen nannte er keine. Dass diese Tür auch für den Kapitän offen ist, scheint Kimmich keineswegs als gesichert anzusehen.
Völler gibt Rückendeckung – Klopp bleibt stumm
DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte sich beim Trainerkongress in Mainz noch klar positioniert. Doch seine Worte treffen auf Schweigen bei Klopp.
„Jo hat es in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger ist, ein toller Kapitän. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine große Veränderung geben wird.“
Laut einem Bericht der Sport Bild hält sich Klopp intern bedeckt und hat bislang kein persönliches Gespräch mit Kimmich gesucht.
Erstes Länderspiel als Gradmesser
Klopps Vertrag beginnt offiziell am 15. August, sein erstes Spiel als Bundestrainer bestreitet er am 24. September gegen die Niederlande. Bis dahin muss die Kapitänsfrage geklärt sein – oder zumindest eine Richtung erkennbar werden. Für Kimmich bleibt es eine ungewohnte Situation: Mit 114 Länderspielen und als unangefochtener Führungsspieler unter Julian Nagelsmann war er eigentlich gesetzt. Nach dem WM-Debakel und dem Trainerwechsel sind alle Kaderplätze neu zu vergeben.
